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Konzerte | Neue Musik

Aurora (Mesophase)

MaerzMusik

Okkyung Lee – Violoncello Neasa Ní Bhriain – Viola Caleb Salgado – Kontrabass Dafne Narvaez Berlfein – Video Liz Kosack – Keyboards Okkyung Lee: Aurora (Mesophase) (2026) für Viola, Violoncello, Kontrabass, Keyboard, Elektronik und Video Uraufführung „Aurora (Mesophase) erforscht einen Zwischenraum – den scheinbar fragilen Zustand zwischen zwei Extremen. Es handelt sich um eine Studie der Verwandlung. In ihr können Form, Klang oder Energie jederzeit kippen, je nachdem, welcher Reiz auf sie einwirkt. Aurora (Mesophase) gleicht einem Material, dessen Aggregatzustand weder flüssig noch fest ist: Das Stück befindet sich im ständigen Wandel, kann zu einem von beidem werden, bleibt aber nie eins von beidem. In dem von ihm eröffneten Raum formen selbst die kleinsten Gesten eine eigene Sprache, die die Spannung eines Moments in der Schwebe aufrechterhält.“ – Okkyung Lee „Ich improvisiere seit fast drei Jahrzehnten auf dem Cello. Manchmal aber langweilt mich das – die Spannungen und die Aufregung über diese immer ‚neuen‘ Entdeckungen sind längst Teil meines musikalischen Vokabulars geworden. Ich möchte sie auch ungern als ‚erweiterte Techniken‘ bezeichnen. Solche Klänge gehören heutzutage einfach zu der Sprache, die Improvisationsmusiker*innen verwenden. Dennoch gibt es ein paar Klänge, die mich jedes Mal – oder zumindest oft genug – von Neuem begeistern, obwohl ich die Gründe dafür nicht im Einzelnen analysieren möchte. Einer davon ist der reine Klang der Bogenhaare auf den Saiten; die Fülle dieser winzigen Klänge ist total packend. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass diese Klänge für Zuhörer*innen verloren gehen können, wenn sie nicht direkt vor dem Instrument sitzen oder gar ihre Ohren direkt an den Körper des Instruments legen. Doch stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten all diese kleinen Klänge hören, die mit jeder geringsten Spannung des Bogens ihren Verlauf und ihren Charakter verändern. Das wäre so, als würde man das erste Mal Polarlichter sehen: Man weiß nicht genau, wo sie erscheinen werden, aber man lässt sich auf ihre Bewegung ein. Klar, das ist eine abgedroschene Metapher. Aber wenn man sich darin verliert, kann man eine Art reiner Freude verspüren. Ich möchte all diese kleinen Details – all diese zerbrechlichen und doch ausdrucksstarken Klänge – einfangen und sie in Musik verwandeln, die zu mehr einlädt als nur zum Staunen über ihre Schönheit. Ich hoffe, dass sie zu einer gemeinsamen Sprache für Interpret*innen wird und ihnen die Möglichkeit erschließt, Lieder zu spielen, zu denen die Zuhörer*innen ihren Körper bewegen oder zumindest mit dem Kopf nicken, wenn auch nur leicht. Ich bin mir nicht sicher, ob jemals jemand mitsingen könnte – aber wer weiß? Im Grunde möchte ich, dass die Menschen diese Klänge einfach als Musik genießen – und zwar wie jede andere Form von Musik auch.“ – Okkyung Lee Für Aurora (Mesophase) öffnet Okkyung Lee ihre improvisatorische Praxis und gestaltet zusammen mit den Künstler*innen Neasa Ní Bhriain, Caleb Salgado, Dafne Narvaez Berlfein und anderen eine außergewöhnliche Performance, die sie im Rahmen ihres DAAD-Stipendiums in Berlin entwickelt. Okkyung Lee ist 2025/26 Musik-&-Klang-Fellow des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.
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Organism: In Turbulence

MaerzMusik

Navid Navab – Konzept, Regie, Komposition, Skulptur, Programmierung, Design, Elektronik, Performance Garnet Willis – Technik, Skulptur, Design, Elektronik Transductive Formations – Produktion Camille Desjardins, Jean-Michaël Celerier, Philippe Vandal, Evan Montpellier, Eric L’Ecuyer – Assistenz Ein Solokonzert mit einer mehr als hundert Jahre alten Pfeifenorgel, die mittels Robotik präpariert wurde, um turbulente Klangmuster hervorzubringen. „Organism destabilisiert die soziohistorische Tonalität der Orgel, um ihre turbulente Materialität freizulegen und mithilfe robotischer Eingriffe Klangfarben hervorzubringen, die während Jahrhunderten klanglicher Repression ungehört geblieben sind. In den Konzerten führen die sich wandelnden metastabilen Zustände von Organism dazu, dass seine energetischen Schwellen in wechselhafte Resonanzverhältnisse treten – mal kompatibel, mal widersprüchlich. Navab formt die daraus entstehende Ökologie interdependenter Klangfarben aerodynamisch zu emergenten Klangräumen: Er durchquert mikrosonische Polyrhythmen, Post-Rock-Overspill und sumpfige Soundlandschaften.“ – Navid Navab Research-Partner: Topological Media Lab with Fonds de Recherche du Québec, SAT Montréal with Québec Ministry of Innovation Residencies: FIBER, Werktank, Recto-Verso, Hexagram, matralab Mit Unterstützung durch: Canada Council for the Arts, Conseil des arts et des lettres du Québec, Conseil des arts de Montréal circa 50 min
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(En)chanting Wood

MaerzMusik

Florentin Ginot – Kontrabass Carola Bauckholt: My Light Lives in the Dark (2024) für Kontrabass und Elektronik Lou Kilger: mescarill (2024) für Kontrabass und Elektronik Im Garten des Haus der Berliner Festspiele versammelt der Kontrabassist Florentin Ginot das Publikum zu einem Konzert über Natur im Post-Anthropozän. In der co-kreativen Konzert-Performance begreift Komponistin Carola Bauckholt den Kontrabass als Arche Noah, in der Ameisen, Insekten, Igel und Eichhörnchen mit Waldgeistern, Feen und Glühwürmchen zusammenkommen. Kontrabass und Elektronik verschmelzen bei ihr im Sinne einer Klangökologie mit der sie umgebenden Natur. Unterirdische Klänge, die sie mit Hilfe von Geophonen aufzeichnet, werden elektronisch verstärkt und mischen sich mit dem virtuosen Spiel von Ginot. Komponist*in Lou Kilger inszeniert den Kontrabassisten und sein Instrument indessen als physischen Ankerpunkt, von welchem ausgehend die Elektronik den umgebenden Raum öffnet. Ginot tritt mittels der Werke von Bauckholt und Kilger in eine neue Beziehung zu seinem Instrument, dessen schwirrende Klänge sich mit der untergründig lebendigen Umgebung mischen, und verzaubert den Garten des Festspielhauses. circa 30 min Eintritt frei, kostenloses Ticket erforderlich.
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Energy Archive 4

MaerzMusik

Ellen Fullman – Long String Instrument JACK Quartet Christopher Otto – Violine Austin Wulliman – Violine John Pickford Richards – Bratsche Jay Campbell – Violoncello Ellen Fullman: Energy Archive 4 (2026) für Long String Instrument und Streichquartett / Uraufführung Wenn Ellen Fullman das von ihr entworfene Long String Instrument spielt, ist es, als würde sie zwischen den Saiten eines gigantischen Flügels spazieren gehen. Die amerikanische Komponistin, Performerin und Instrumentenbauerin bewegt sich zwischen Reihen von über zwanzig Meter langen Saiten, versetzt diese mit ihren Fingerspitzen in Schwingung und bringt auf diese Weise architektonische Räume auf der ganzen Welt zum Klingen. Seit über 40 Jahren fordert Ellen Fullman mit ihren performativen Klanginstallationen wie dem Long String Instrument (LSI) Genregrenzen heraus. Inspiriert wurde sie bei ihrer Suche nach neuen Klängen von den Metallwerkstätten während ihres Studiums der Bildenden Kunst, den minimalistischen Performances des Judson Dance Theaters und den Kompositionen Alvin Luciers. Dieser bemerkt in seinen musikbiographischen Notizen Music 109, dass das Long String Instrument auch eine klingende Rauminstallation der Musikgeschichte und Theorie sei. Denn Fullman beschäftigt sich intensiv mit Stimmungen und mathematischen Verhältnissen: Das LSI konzipierte sie in reiner Stimmung (Just Intonation), deren Intervalle und Obertöne sich von der – den westlichen Ohren geläufigen – wohltemperierten Stimmung unterscheiden. Körper, Bewegung und Raum bestimmen die faszinierenden Harmonien in Fullmans Kompositionen – die Räume werden dabei zu eigensinnigen Mitspielern, denen Fullman intuitiv begegnet. Einen besonderen Einfluss auf den Klang haben auch die Saitenlängen des Long String Instrument, die im Unterschied zu Violinen oder Gitarren variieren. „Beim Streichen in Längsrichtung und beim gleichzeitigen Spielen mehrerer Saiten erklingen die Obertöne in unterschiedlichen Zeitintervallen. Das ist zu komplex, als dass es sich abbilden oder vorhersagen ließe, doch es erzeugt einen sehr interessanten Klang.“ Für MaerzMusik 2026 setzt Fullman ihre Erforschung des Long String Instrument fort – diesmal gemeinsam mit dem JACK Quartet. Als Ausgangspunkt dienen der Komponistin Aufzeichnungen ihrer eigenen Klangproduktion, aus denen sie die Stimmen des Quartetts entwickelt. Das Zusammenspiel erlaubt immer wieder neue Filterungen, Modulierungen und Ausschmückungen, die in Fullmans Komponieren für sich stehen, aber dennoch kein Selbstzweck sind: „In meiner Musik möchte ich die physikalischen Zusammenhänge der Saitenschwingungen sichtbar machen, um das Bewusstsein für die Schönheit der Struktur des Universums zu wecken, in dem wir leben.“ circa 1 h
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Ensemble Dedalus III

MaerzMusik

Ensemble Dedalus Didier Aschour – Gitarre Amélie Berson – Flöte Pierre-Stéphane Meugé – Saxophon Christian Pruvost – Trompete Thierry Madiot – Posaune Silvia Tarozzi – Violine Cyprien Busolini – Viola Deborah Walker – Violoncello Peter Ablinger: WEISS / WEISSLICH 17, Instrument und Rauschen (1994–2023) 17b: Violine und Rauschen (1995) 17d: Flöte und Rauschen (1996) 17f: Sopransaxofon und Rauschen (1996) 17g: Gitarre und Rauschen (1997, 2011) 17k: Violoncello und Rauschen (Kreuze) (1996/2013) 17o: Viola und Sinuston (2016/17) 17p: Trompete und Rauschen (2017) 17q: Bassposaune und Rauschen (2017) Instruments & (sketchbook) (2015) für Ensemble und Live-Elektronik Pascal Criton: Bothways (2015) für Violine und Cello I Shift (Cello) II Coalescent (Violine und Cello) III Impulse (Violine) IV Sways (Violine und Cello) Process (2013) für Flöte, Posaune, Violine, Cello und Gitarre Steppings (2013) für Flöte, Posaune, Violine, Cello und Gitarre Streams (2025) für Flöte, Posaune, Violine, Cello und Gitarre Auftragswerk von klub katarakt „Jede Situation ist eine Studie, ein Experiment, das seine eigenen Mittel entwickelt. Experimentieren Sie, interpretieren Sie niemals!” Dieser Ausspruch der Klangphilosophin Pascale Criton charakterisiert auf treffende Weise die Arbeitspraxis der langjährigen Wegbegleiter*innen des Ensemble Dedalus, die im Rahmen von MaerzMusik 2026 in verschiedenen Portrait-Konzerten präsentiert werden. Mit Peter Ablinger, der 2025 verstorben ist, würdigt das Ensemble einen radikalen Denker und Zweifler des Klangs. Seinen Werken, die sich mit dem Geschehen der Unterbrechung auseinandersetzen, stehen aktuelle Kompositionen von Criton gegenüber, die der Materialität des Klangs nachspüren. Peter Ablingers subtile offene Partituren, die oft auf knappen Anweisungen und pointierten Zeichnungen beruhen, bestimmen sowohl sein Werk Instruments & (sketchbook) als auch die Reihe WEISS / WEISSLICH , die der lange Zeit in Berlin lebende österreichische Komponist über 30 Jahre hinweg ständig weiterentwickelte. Das Ensemble Dedalus präsentiert einige Teile aus Instrument und Rauschen , bei der einzelne Instrumente mit unterschiedlichen Qualitäten von Rauschen, Noise und mikrotonalen Klanggebilden kontrastiert werden. Pascale Criton experimentiert seit ihrer Kindheit mit fein justierten Instrumenten, die sie für ihre Kompositionen bis hinunter auf ein Sechzehntel eines Standardtons stimmt. Das Ensemble Dedalus widmet sich aktuellen Werken der französischen Komponistin: Bothsways vereint Soli und Duos für Violine und Cello, die in Sechzehntel-Ton-Stimmung erklingen. Das Stück durchwandert expressive Zustände und erweiterte mikrotonale Techniken, die in der Zweiheit und im Zusammenklang (both) der Schwingungen (sways) entstehen. Getragen wird das Stück vom Prinzip der Instabilität, von fließenden Übergängen zwischen verschiedenen Zuständen und Spielweisen. Jeder Satz bringt in einem anderen expressiven Stil die feinen Variationen zwischen Klangfarbe, Klang und Geräusch zu Gehör. Das Quintett Process spielt mit einem Gleichgewicht freischwebender Variablen, die zunächst angespannt sind und dann langsam in eine absteigende Bewegung übergehen. Diese mobilen Elemente stabilisieren sich allmählich zu einem regelmäßigen Schwebungsmuster. Steppings basiert auf einem konstanten perkussiven Motiv. Darüber erzeugen die mikrotonal gestimmten Streichinstrumente sowie multiphon gespielte Blasinstrumente feine Klangvariationen. Streams erforscht Transformationen des Klangs im Zusammenspiel mit dem ihn umgebenden Raum. Die fünf Instrumente spielen mit winzigen Abwandlungen, die das Auftreten von Interferenzen und anderen psychoakustischen Phänomenen begünstigen. Im Rahmen von MaerzMusik gibt das Ensemble Dedalus in mehreren Portrait-Konzerten Einblick in einzigartige Projekte, die alle auf offenen Partituren basieren. Durch diese und dank der außergewöhnlichen Musiker*innen konnte ein ganz eigener, dichter Klang entwickelt werden. Die künstlerische Praxis des Ensembles entzieht sich traditionellen Kategorien, folgt elaborierten Konzepten und vermittelt doch eine sinnliche Erfahrung, die ebenso radikal wie fesselnd, so subtil wie kraftvoll ist. Ensemble Dedalus wird unterstützt von DRAC Occitanie und Conseil Régional Occitanie. Weitere Förderer sind SACEM, SPEDIDAM, Maison de la Musique Contemporaine, Impuls Neue Musik und Occitanie en Scène. circa 1 h 10 min
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Ensemble Dedalus II

MaerzMusik

Didier Aschour – Gitarre Catherine Lamb: point/wave (2015) Für Gitarre und Live-Elektronik Catherine Lambs Musik ist geprägt von Stimmungssystemen der europäischen und indischen klassischen Musik sowie von der Faszination an physikalischen Wechselwirkungen zwischen Klängen und Räumen und zwischen ihr als Komponistin und den Interpret*innen ihrer Werke. Die Komposition point/wave für Gitarre und Elektronik verbindet installativ Innen- und Außenräume: In einem Solo aktiviert Didier Aschour, Gitarrist und Leiter des Ensemble Dedalus, die Konzertinstallation. Der von Lamb und Bryan Eubanks entwickelte Secondary Rainbow Synthesizer wird dabei zu einem Schatten und Mitspieler des Gitarristen. Anhand dieser besonderen Konstellation erforscht Lamb in point/wave subtile Frequenzbeziehungen sowie live-elektronische atmosphärische Phänomene im Kontrast zu akustischen Klangwelten. Im Rahmen von MaerzMusik gibt das Ensemble Dedalus in mehreren Portrait-Konzerten Einblick in einzigartige Projekte, die alle auf offenen Partituren basieren. Durch diese und dank der außergewöhnlichen Musiker*innen konnte ein ganz eigener, dichter Klang entwickelt werden. Die künstlerische Praxis des Ensembles entzieht sich traditionellen Kategorien, folgt elaborierten Konzepten und vermittelt doch eine sinnliche Erfahrung, die ebenso radikal wie fesselnd, so subtil wie kraftvoll ist. Ensemble Dedalus wird unterstützt von DRAC Occitanie und Conseil Régional Occitanie. Weitere Förderer sind SACEM, SPEDIDAM, Maison de la Musique Contemporaine, Impuls Neue Musik und Occitanie en Scène. ab 17:00 Uhr, mit einer Aktivierung um 18:00 Uhr 40 – 60 min
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Ensemble Dedalus I

MaerzMusik

Ensemble Dedalus Didier Aschour – Gitarre Amélie Berson – Flöte Pierre-Stéphane Meugé – Saxofon Christian Pruvost – Trompete Thierry Madiot – Posaune Silvia Tarozzi – Violine Cyprien Busolini – Viola Deborah Walker – Violoncello Éliane Radigue: OCCAM Hepta I (2018) für Ensemble Catherine Lamb: Overlays Transparent/Opaque (2013) für Ensemble Zu seinem 30-jährigen Jubiläum präsentiert das Ensemble Dedalus Musik von Komponist*innen, mit denen es eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet. Die Komposition OCCAM Hepta I, die zur beeindruckenden OCCAM OCEAN-Reihe gehört, entwickelte Éliane Radigue in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit den Musiker*innen. Catherine Lamb knüpft an diesem Konzertabend an die Tradition der offenen Partituren an. Ihre Musik ist von Stimmungssystemen der europäischen und indischen klassischen Musik geprägt sowie von der Faszination an physikalischen Wechselwirkungen zwischen Klängen und Räumen und der Erforschung dieser Phänomene mit den Musiker*innen. Éliane Radigue, eine der bedeutendsten Pionierin*innen elektronischer Musik, komponiert seit 25 Jahren ausschließlich akustische Werke, die ohne geschriebene Partituren im direkten Austausch mit Solist*innen und Ensembles entstehen. Ihre OCCAM OCEAN-Reihe ist inspiriert von den vielfältigen physikalischen Wellenstrukturen des Universums, von dem wir nur einen Teil visuell oder akustisch wahrnehmen. Im co-kreativen Kompositionsprozess wählten die Musiker*innen von Dedalus das Bild eines Gewässers, das für sie Wellen sinnlich erfahrbar macht und zur inneren Partitur wird. Catherine Lambs Overlays Transparent/Opaque unternimmt den Versuch, Formen jenseits phänomenologischer Klarheit zu zeigen, indem sieben sich ständig bewegende Schichten übereinander gelagert werden. Auf diese Weise bilden sich Klangobjekte, die nicht anhand eindeutiger Kategorien wie laut/leise oder Vordergrund/Hintergrund zu erfassen sind. „Opaque suggeriert einen vollen Klang, der dicht und lebendig ist, während Transparent einen Klang bezeichnet, der seine Basis verliert und sich in intensiver Opazität auflöst.“ Im Rahmen von MaerzMusik gibt das Ensemble Dedalus in mehreren Portrait-Konzerten Einblick in einzigartige Projekte, die alle auf offenen Partituren basieren. Durch diese und dank der außergewöhnlichen Musiker*innen konnte ein ganz eigener, dichter Klang entwickelt werden. Die künstlerische Praxis des Ensembles entzieht sich traditionellen Kategorien, folgt elaborierten Konzepten und vermittelt doch eine sinnliche Erfahrung, die ebenso radikal wie fesselnd, so subtil wie kraftvoll ist. Ensemble Dedalus wird unterstützt von DRAC Occitanie und Conseil Régional Occitanie. Weitere Förderer sind SACEM, SPEDIDAM, Maison de la Musique Contemporaine, Impuls Neue Musik und Occitanie en Scène. circa 50 min
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Archipelische Klänge

MaerzMusik

Klangforum Wien Vimbayi Kaziboni – Leitung Vera Fischer, Gregory Chalier – Flöten Markus Deuter – Oboe Bernhard Zachhuber, Hugo Queiròs – Klarinetten Álvaro Collao Leon – Saxofon Christian Walcher – Fagott Christoph Walder – Horn Anders Nyqvist – Trompete Mikael Rudolfsson, Florian Juncker – Posaune Jack Adler-Mckean – Tuba Alex Lipowski, Lukas Schiske, Aya Masui – Schlagwerk Florian Müller, Johannes Piirto – Klavier Krassimir Sterev – Akkordeon Miriam Overlach – Harfe Gunde Jäch-Micko, Judith Fliedl – Violine Dimitrios Polisoidis, Paul Beckett – Viola Benedikt Leitner, Andreas Lindenbaum – Violoncello Jonathan Heilbron – Kontrabass Gerhard Stäbler: Den Müllfahrern von San Francisco (1989-1990/2018) für Ensemble Laure M. Hiendl: Chronochromatic Variations IV (2026) für Ensemble, Uraufführung Ein Kompositionsauftrag des Klangforum Wien Luxa M. Schüttler: i wd leave leaf & dance (2022/2026) für Ensemble und Live-Elektronik Uraufführung der Fassung für Ensemble I. Arpeggio-Lago II. „What Can We Say / What Can We Sing?“ III. Glamorize The Chaos IV. Twinn Track V. „Truth Is Marching In“ VI. Disco Inferno Das Klangforum Wien durchwandert archipelische Klanglandschaften, in denen sich ein verzweigtes Denken und Hören den strengen Abgrenzungen zwischen instrumentaler und elektronischer Musik entzieht. Was geschieht, wenn sich Erinnerungen und Gedanken, Poesie und Installation in musikalische Strukturen einschreiben – und dort ungeahnte, hybride Verbindungen eingehen? In den akustischen Reiseerinnerungen von Gerhard Stäbler hallen Echos zwischen den hydraulischen Klängen und „erschreckend reinen Terzen“ eines Mülllastwagens wider, der ihn in San Francisco einmal aus dem Schlaf riss. Gemischt mit den sprachlichen Rhythmen des Beatpoeten Allen Ginsberg inspirierten diese Klänge den intermedialen Komponisten zu einem Stück voller Witz und Dramatik, niemand anderem gewidmet als Den Müllfahrern von San Francisco . In Laure M. Hiendls neuem Werk schweben die subtilen Veränderungen eines musikalischen Kerns zwischen den Polen Ruhe und Bewegung. Fasziniert von den Resonanzen zwischen Skulptur, Installation und Musik lässt der in Wien lebende Komponist* und Kurator* räumliche Eindrücke allein durch klangliche Strukturen entstehen, zugleich werden die Grenzen zwischen digitalen und analogen Räumen und Techniken verflüssigt. Wie eine Klangskulptur lädt das Werk zu verschiedenen Perspektiven ein, es von außen zu betrachten oder sich von den Veränderungen seiner Textur mitbewegen zu lassen. Luxa M. Schüttler weitet das archipelische Denken des martiniquischen Philosophen und Schriftstellers Édouard Glissant zu Momenten des Sich-selbst-Fremdwerdens. Aus sich verzweigenden, hybriden Klangnetzwerken, die sich zwischen elektronischen und popmusikalischen Elementen sowie akustischen Instrumentalklängen umherbewegen, entstehen feine Strukturen, unerwartete Rhythmen und stimmungsvolle Gesten. Schüttler verbindet Klangpartikel der unterschiedlichsten musikalischen Gattungen mit Gedichten von Kamau Brathwaite aus Barbados, denen auch der Titel der Komposition, i wd leave leaf & dance , entliehen ist. Mit freundlicher Unterstützung durch das Österreichische Kulturforum Berlin circa 1 h
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Meredith Monk in Concert

MaerzMusik

Meredith Monk – Stimme, Keyboard Katie Geissinger – Stimme Allison Sniffin – Stimme, Violine, Keyboard Joe Levasseur – Lichtdesign Eli Walker – Sound Design threeASFOUR – Kostüme Meredith Monk: Wa-lie-oh, aus Songs from the Hill (1975-1976) Click Song #1, aus Light Songs (1988) Hips Dance, aus Volcano Songs: Duets (1993) Gotham Lullaby (1975) Choosing Companions, aus ATLAS: an opera in three parts (1991) Ausgewählte Stücke aus Cellular Songs (2018) Scared Song (1986) Prayer I, aus The Politics of Quiet (1996) Simple Sorrow (2020) Panda Chant I, aus The Games (1984) Memory Song, aus The Games (1984) masks, aus mercy (2001) Happy Woman, from Cellular Songs (2018) Die Komponistin und Musikerin Meredith Monk gilt als eine der außergewöhnlichsten und einflussreichsten Künstler*innen unserer Zeit. Zusammen mit den renommierten Mitgliedern ihres Vokalensembles Katie Geissinger und Allison Sniffin gibt sie eines ihrer seltenen, eher intim angelegten Konzerte. Monk, der am 18. März 2026 in der Akademie der Künste der diesjährige Große Kunstpreis Berlin verliehen wird, gilt als „Magierin der Stimme” und „eine der coolsten Komponist*innen der USA”. Das Konzert speist sich aus Monks sechs Jahrzehnte währender Tätigkeit und stellt ihre Innovationskraft ebenso wie ihre beeindruckende Stimmkunst, die die unendlichen Möglichkeiten der menschlichen Stimme auslotet, in den Vordergrund. „Zusammenarbeit, Verbundenheit und Mitmenschlichkeit“ – diese Qualitäten bilden das gedankliche Zentrum von Meredith Monks Konzert: „als Gegenkraft zu den Werten, die derzeit so lautstark vertreten werden.“ Zusammen mit ihren Co-Performer*innen Katie Geissinger und Allison Sniffin präsentiert die vielseitige Künstlerin ausgewählte Stücke aus ihrem umfangreichen vokalen Werk, das sich von Solo-Stücken über Konzerte bis hin zu zeitgenössischer Oper erstreckt. Monk gilt als Pionierin der erweiterten Gesangstechnik und der interdisziplinären Performancekunst. Sie war eine der zentralen Protagonist*innen in der New Yorker Downtown-Kunstszene der 1960er- und 1970er-Jahre und beeinflusste Komponist*innen, Sänger*innen und Künstler*innen wie Yoko Ono, Philip Glass, Kate Bush, Björk oder Rebecca Saunders. Die vielfältigen Facetten der menschlichen Stimme faszinierten Monk seit ihrem Studium. Aus diesem Antrieb entwickelte sie neue Zugänge und Perspektiven zu Gesang, Performancekunst, Film, ortsspezifischen Arbeiten und Musiktheater, die bis heute inspirieren. 1 h 15 min, ohne Pause
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11.000 Saiten

MaerzMusik

Klangforum Wien Vimbayi Kaziboni – Leitung Vera Fischer, Gregory Chalier – Flöten Markus Deuter – Oboe Bernhard Zachhuber, Hugo Queiròs – Klarinetten Álvaro Collao Leon – Saxofon Christian Walcher – Fagott Christoph Walder – Horn Anders Nyqvist – Trompete Mikael Rudolfsson, Florian Juncker – Posaune Krassimir Sterev – Akkordeon Miriam Overlach – Harfe Florian Müller – Cembalo Johannes Piirto – Celesta Alex Lipowski, Lukas Schiske – Schlagwerk Gunde Jäch-Micko, Judith Fliedl, Annette Bik – Violine Paul Beckett, Dimitrios Polisoidis – Viola Benedikt Leitner, Andreas Lindenbaum – Violoncello Jonathan Heilbron – Kontrabass Berliner Pianist*innen Georg Friedrich Haas: 11.000 Saiten (2023) für 50 mikrotonal gestimmte Klaviere und Kammerorchester MaerzMusik 2026 eröffnet mit Georg Friedrich Haas’ mikrotonaler und zugleich eindrucksvoller performativer Komposition 11.000 Saiten. In der spektakulären Architektur des MaHalla werden 50 Pianist*innen um das Publikum herum platziert und erzeugen gemeinsam mit den Musiker*innen des Klangforum Wien ein immersives Klangerlebnis. Die dynamische Bandbreite reicht von wuchtigen Klangmassen bis hin zu filigranen Klanginseln. 11.000 Saiten geben sehr viel Spielraum für neue kompositorische Kombinationen und Klänge, umso mehr, als jedes Klavier minimal anders gestimmt ist: in einem Abstand von zwei Cent, was zwei Hundertsteln eines Halbtons entspricht. Die kreisrunde Positionierung der Instrumente vergleicht Georg Friedrich Haas mit einem riesigen Getriebe aus lauter Uhren, in welchem jede einzelne ein wenig anders geht und trotzdem – oder gerade deshalb – alles zusammenstimmt. Mit seinem Vorgehen unterläuft der österreichische Komponist Erwartungen – auch diejenigen an mikrotonale Kompositionen: „Haas’ Komposition reizt unser Gehör: Die räumlichen und musikalischen Effekte haben die Kraft, eine Art Kribbeln zu erzeugen, das in seinen Bann zieht.“ (The New York Times) Ihm ist der harmonische Raum der wohltemperierten Klänge zu eng geworden, in denen Klänge in Stufen angeordnet sind. Sein mikrotonales Universum mit sich verschiebenden Stimmungen lässt den Ohren die Freiheit, durch einen Raum zu gleiten, der anstelle von Stufen von Wellen durchzogen ist. Es ist ein schwereloses, vom Ballast statischer Konstruktionen befreites Hören. Mit 11.000 Saiten wirft Haas „Fragezeichen ins Getriebe der europäischen Musik“ und lässt damit die Zuhörer*innen in den Resonanzen mancherlei Antwort und neue Frage finden. Der inspirierende Funken zu 11.000 Saiten zündete in einer Klavierfabrik im chinesischen Ningbo, die Peter Paul Kainrath, der Künstlerische Leiter des Klangforum Wien, besuchte. Dort werden neue Klaviere testweise, bevor sie das Werk verlassen, für 24 Stunden automatisch von Maschinen gespielt – eine Situation, die als Spur in Haas’ Komposition weiterlebt, wenn die 50 Pianist*innen ihren Einsätzen mit Hilfe von synchronisierten Tablets folgen. Teil des Konzepts ist zudem die Einbeziehung lokaler Künstler*innen und Hochschulen, die gemeinsam mit dem Klangforum Wien das Stück zu gefeierten Aufführungen in unter anderem Bozen, Amsterdam, Düsseldorf und New York brachten. Der Berliner Aufführungsort greift die Geschichte der Klavierfabrik gleichsam auf: Der Kulturort MaHalla ist zugleich ein Industriedenkmal der ehemaligen AEG-Werke in Oberschöneweide, ein Drehkreuz der Berliner Industrialisierung. circa 1 h
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I am all ears

MaerzMusik

Valerie Renay – Stimme Mathilde Conley – Trompete Henrik Munkeby Nørstebø – Posaune Jessie Cox, Matthias Engler, Nozomi Hiwatashi, Madalena Rato, Sofia Borges, Evi Filippou, Ángeles Rojas – Schlagwerk Ray Lee – Klangskulpturen Ash Fure – Video Solistenensemble Kaleidoskop: Mia Bodet, Anna Faber, Mari Sawada, Paul Valikoski – Violine Yodfat Miron, Grégoire Simon – Viola Uschik Choi, Sophie Notte – Violoncello WhatWhy Art: Hong Yoo – Daegeum Jieun Kang – Haegeum Hwayoung Lee – Gayageum Woongsik Kim – Schlagwerk Tea Rave: Dambi Kim – Teezeremonie, Sound Lou Drago – Sound, Performance Isabel Lewis – Somatic Hosting, Sound, Performance Margherita D’Adamo – Somatic Hosting, Performance Dirk Bell – Bühnendesign und ATEMeATER Lautsprecherskulpturen Ray Lee: Siren (2004), Klangskulpturen Jessie Cox: Trambrin Phonographies: Unvoiced Ancestral Stories (2026) für Ensemble / Uraufführung / Kompositionsauftrag für MaerzMusik Joyce Beetuan Koh: String by String (2022/2026), für Streichinstrumente, neue Version für MaerzMusik Ángeles Rojas: Through companionship a sound opens into the earth’s darkness and flies (2024), für Fingerzimbeln WhatWhy Art und Solistenensemble Kaleidoskop: Trembling (2024/2026), für traditionelle koreanische Instrumente und Streichinstrumente Pauline Oliveros: The Single Stroke Roll Meditation (1988), für Snare Drum Solist*in oder Ensemble Else Marie Pade: Siv Cirkler (1958), elektronische Musik Ash Fure: Interior Listening Protocol No 1 (2022), für teilnehmendes Publikum Aleksandra Słyż: Legends erase memory quietly (2026), für vibrierende Kissen / Uraufführung / Kompositionsauftrag für MaerzMusik Wojtek Blecharz: Soft Power 2 (2025/2026), für vibrierende Kissen Dambi Kim, Lou Drago, Isabel Lewis, Margherita D’Adamo, Dirk Bell: For Other Time (2018/2026) Das erneut von Wojtek Blecharz ko-kuratierte Finale des Festivals beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Architektur, Raum, Bewegung und Klang. Im Haus der Berliner Festspiele fragt dieses neue Kapitel von I AM ALL EARS, wie wir normative Formen der Präsentation und Rezeption von Musik ins Wanken bringen können. Die Performativität des sterilen Raums rückt dabei als Anti-Konzert-These in den Blickpunkt. Das Theater öffnet sich über seine formale Bühne hinaus zu Backstage-Gängen, Treppenhäusern und Räumen, die von den Akteur*innen belebt werden, die das Festival ermöglichen. Das Gebäude selbst wird zu einem hörenden Körper. Es gibt viele Möglichkeiten, die Konzertinstallation zum Abschluss des Festials zu erleben, sich in Bewegung versetzen und aus der traditionellen Zuschauer*innenrolle befreien zu lassen. I AM ALL EARS eröffnet den Raum für Klangskulpturen, Live-Musik, eine multidirektionale Hörsession, eine Reihe von Ohr-Ouvertüren, ganzheitliche Klangerlebnisse und eine kollektive somatische Hörpraxis. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Mit freundlicher Unterstützung durch das Polnische Institut Berlin verschiedene Einlasszeiten; weitere Zeiten folgen
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Noise Is a Queer Space

MaerzMusik

Luxa M. Schüttler & Friends In Noise Is a Queer Space entwirft Luxa M. Schüttler einen installativen Parcours und eine soziale Spielumgebung, in der Klang aus queeren Perspektiven erforscht wird. Ein Set von Snare Drums eröffnet vielfältige, heterogene Klangfelder, in denen popkulturelle Reminiszenzen aufscheinen. In der Fluidität und Vorläufigkeit dieses Settings werden die Grenzen zwischen Komposition, Installation und freiem Spiel unterlaufen. Am Ende entsteht eine Art akustisches Gruppen-Selfie: queer, solidarisch, persönlich, hedonistisch. Daniel Seitz, Carlo Grippa – Klangregie Ricardo Eizirik – Beats Sébastien Vaillancourt – Elektronik / Programmierung circa 50 min
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Music for Commons Sensed: No Nation Left But the Imagination

MaerzMusik

Jan St. Werner – Live-Elektronik Louis Chude-Sokei – Stimme, Live-Elektronik Jan St. Werner / Louis Chude-Sokei: No Nation Left But the Imagination (2026) Uraufführung Louis Chude-Sokei und Jan St. Werner untersuchen in ihrem fortlaufenden Projekt Grenzen, die durch die Mikrokosmen alltäglicher Situationen verlaufen. Hier treffen sowohl widerstreitende als auch miteinander harmonierende Geschichten aufeinander, die in einer Welt, die zunehmend von Überwachung und Apathie geprägt ist, Räume für ein gegenseitiges Zuhören eröffnen. In der Performance entwickeln die beiden Musiker einen radikalen Audio-Essay aus komponierten und improvisierten Teilen, in dem sich elektronische Musik und sprachliche Virtuosität begegnen. In ihrer Konzertperformance befragen Jan St. Werner und Louis Chude-Sokei soziale Grenzen, Schwellen und getrennte Wirklichkeiten; sie loten dabei Themen wie Race, Migration und Raum musikalisch aus. Werner manipuliert die Stimme von Chude-Sokei in Echtzeit mit elektronischen Werkzeugen und projiziert die bearbeiteten Sprachfragmente über Lautsprecher. Die Musiker lauschen in diesem Prozess nicht nur den Stimmen und Geschichten des jeweils anderen, sondern beschäftigen sich auch mit der Art und Weise, wie sie selbst zuhören. Ihre Konzertperformance wird damit zur „öffentlichen Manifestationen eines Dialogs, der sich durch eine kontinuierliche Erforschung von Klang, Raum und dem gemeinsamem Zuhören auszeichnet,“ wie Louis Chude-Sokei bemerkt. No Nation Left But the Imagination ist Teil des kooperativen Projekts Music for Commons Sensed , in dem Musiker*innen über Länder- und Genregrenzen hinweg aufeinandertreffen und mit dem Publikum in unerwartete Hörerfahrungen und ein verändertes Raumerleben eintauchen. Die beiden Konzerte Music for Commons Sensed++ und Music for Commons Sensed: No Nation Left But the Imagination basieren auf dem von Jan St. Werner entwickelten Konzept Music for Commons Sensed. © Jan St. Werner Louis Chude-Sokei ist im März 2026 Fellow im Bereich Künste und Medien des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. circa 45 min
Konzerte | Neue Musik

Éndropía

MaerzMusik

Vanessa Porter – Schlagzeug Andrei Cucu – Elektronik, Videoprojektion Samir Odeh-Tamimi: Éndropía (2026) für Schlagzeug solo, Elektronik und Videoprojektionen auf drei nebeneinander, hinter der Schlagzeuger*in aufgestellten Leinwänden Entropie wird in der Physik und Thermodynamik häufig als ein Maß für die Unordnung bezeichnet. Da Unordnung jedoch kein definierter physikalischer Begriff ist, lässt sich Entropie auch als ein wohldefiniertes objektives Maß für die Menge an Information begreifen, die benötigt würde, um von einem beobachtbaren Makrozustand auf den tatsächlich vorliegenden Mikrozustand des Systems schließen zu können. Die Schlagzeugerin Vanessa Porter präsentiert Samir Odeh-Tamimis visuelle und akustische polyrhythmische Komposition Éndropía , die nach der Entropie, nach Vermischungen von unterschiedlichen Ereignissen und Systemen in live-elektronischen Klangräumen fragt. Rhythmen werden dabei zu Teilen eines geschlossenen Systems, die sich prozesshaft mischen, verdichten und entmischen. circa 50 min
Konzerte | Neue Musik

Music for Commons Sensed++

MaerzMusik

Jan St. Werner – Elektronik Erwan Keravec – Dudelsack Dirk Rothbrust – Perkussion Dirk Rothbrust / Jan St. Werner: central spark in the dark (2018) für Schlagzeug und Elektronik Kompositionsauftrag des WDR Martial Partial (2026) für Schlagzeug und Elektronik Uraufführung Erwan Keravec / Jan St. Werner: Sine Field (2026) für Dudelsack und Elektronik Uraufführung Nicholas Morrish: Midwinter (2026) für Dudelsack und mehrkanalige Elektronik Uraufführung Wolfgang Mitterer: Attacca (2026) für Dudelsack Uraufführung Das kooperative und mehrteilige Konzertprojekt Music for Commons Sensed ++ spürt der Kraft der Musik nach, Gemeinsamkeit zu ermöglichen und erlebbar zu machen. Die Musiker*innen, die über Länder- und Genregrenzen hinweg in verschiedenen Konstellationen aufeinandertreffen, begegnen einem Publikum, das in unerwartete Hörerfahrungen und ein verändertes Raumerleben eintauchen kann. Die Konzerte rücken Musik als komponierten Klang in den Fokus: Echos, Artefakte, Störungen und das Unerwartete werden zu tragenden Elementen, während Melodie und Rhythmus in den Hintergrund treten. Hören wird zu einem aktiven, sich wandelnden gemeinsamen Akt des Entschlüsselns, in dem Bedeutungen nicht vorgegeben sind, sondern fortwährend zwischen Ohr und Welt neu verhandelt werden. Mit central spark in the dark und Martial Partial , ihrem neuen Stück für Schlagzeug und Elektronik, treiben die Musiker Dirk Rothbrust und Jan St. Werner ihre kreativen und performativen Energien an die Grenzen. central spark in the dark erkundet und dynamisiert die Beziehungen zwischen Elektronik und Akustik, zwischen Klang aus Lautsprechern und Perkussionsinstrumenten, zwischen den Reflexionen im Raum und dem Klangbild im Kopf der Zuhörenden. Die mehrkanalige Mischung erlaubt den kompositorischen Elementen eine erweiterte Räumlichkeit, in der jeder Funke das Zentrum eines klanglichen Universums sein könnte. Martial Partial intensiviert diese Klangsprache und bewegt sich an den Rändern von Organisation, Chaos und Spielbarkeit. Rhythmische Strukturen verdichten sich, fragmentieren und brechen auf, während klangliche Identitäten zerfallen. Das Stück erforscht jene flüchtigen, oft übersehenen Mikrosekunden, in denen ein Klang erstmals hörbar wird, bevor er eindeutig benannt werden kann. Diese Anfänge werden vergrößert, seziert und in explosiven, mikroskopisch bearbeiteten Klängen in den Aufführungsraum geschleudert. Das Ergebnis ist eine sich ständig verändernde Klangarchitektur, die räumliche Reflexionen und Wahrnehmungsstörungen hervorruft und den Raum selbst als lebendiges Instrument aktiviert. Sine Field untersucht die Interaktion zweier sehr unterschiedlicher Klangquellen: Dudelsack und Elektronik. Das Frequenzspektrum von Erwan Keravecs Dudelsack wird von einem Strom elektronischer Klänge von Jan St. Werner gespiegelt und erweitert. Das elektronische Signal evoziert otoakustische Emissionen – subtile akustische Reaktionen, die im Innenohr durch intensive und präzise gestimmte Frequenzen ausgelöst werden. Nicolas Morrishs Komposition Midwinter für Dudelsack und mehrkanalige Elektronik untersucht rauhe sowie nicht-lineare Feedbackelemente und entwickelt aus ihnen klangliche Texturen, die hybride elektronisch-akustische Klangphänomene entstehen lassen. Midwinter betrachtet die alte künstlerische Praxis des Dudelsacks aus der Perspektive aktueller elektronischer Technologie und Ästhetik. Soziale Aspekte des Instrumentalspiels, das verschiedene Blastechniken unterschiedlicher Kulturen verbindet, spinnen sich wie Fäden durch die facettenreiche Komposition. Erwan Keravec präsentiert überdies Wolfgang Mitterers Attacca . Mitterers Werke, in denen er eine Sprache zwischen extremer Spannung und Komplexität entwickelt, oszillieren zwischen Komposition und offener Form. Charakteristisch ist die Kombination kontrastierender Elemente, auch aus verschiedenen Musiksprachen, sowie die stete Suche nach unvorhersehbaren musikalischen Momenten. Die beiden Konzerte Music for Commons Sensed++ und Music for Commons Sensed: No Nation Left But the Imagination basieren auf dem von Jan St. Werner entwickelten Konzept Music for Commons Sensed. © Jan St. Werner circa 1 h 30 min
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Crippled Symmetries – A Journey

MaerzMusik

Ensemble KNM Berlin Rebecca Lenton – Flöte Theo Nabicht – Bass- und Kontrabassklarinette Michael Weilacher – Schlagwerk Seth Josel – E-Gitarre Theodor Flindell – Violine Kirstin Maria Pientka – Viola Cosima Gerhardt – Violoncello Jonathan Heilbron – Kontrabass Fang-Yi Lin: GUA (2024) für Schlagzeug solo nach zwei Gedichten von Hu Chang-sung (Oo Tiong-siong) Auftragswerk des Ensemble KNM Berlin Tine Surel Lange: Apotheosis (2023) für Kontrabassklarinette, E-Gitarre, Cello, Kontrabass und Video Auftragswerk von Frequenz_Festival und Heroines of Sound Festival, gefördert von Arts and Culture Norway, geschrieben für das Ensemble KNM Berlin AnA Maria Rodriguez: Nomenclature of Colours (2024) für Streichtrio, Elektronik, resonierende Gongs und Videoprojektionen Auftragswerk von singuhr e. V. Zesses Seglias: …a drop on my fingers, two lips as a fuzz, a sun on our heads (is the pattern) (2026) Uraufführung für Ensemble und optionale Lichtinstallation Auftragswerk von Greek National Opera Alternative Stage und Ensemble KNM Berlin Das Ensemble KNM Berlin begibt sich auf eine Reise, um Momente des Zyklischen und Rituellen in der zeitgenössischen Musik zu erkunden. In Werken von Fang-Yi Lin, Tine Surel Lange, AnA Maria Rodriguez und Zesses Seglias entdecken die Musiker*innen, wie Mythen und transzendente Erfahrungen sich mit individuellen Erinnerungen und Erlebnissen kreuzen. GUA bedeutet im taiwanesischen Dialekt Hokkien nichts anderes als „Song“. Die Komposition von Fang-Yi Lin basiert auf zwei Gedichten von Hu Chang-sung (Oo Tiong-siong) und macht die unterdrückten Sprachen Taiwans sichtbar, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1990 aus dem öffentlichen Leben verdrängt wurden. Durch diese Situation war es für die Komponistin zunächst eine Herausforderung, in Hokkien verfasste Gedichte oder Romane in chinesischen Schriftzeichen zu lesen. Schließlich gelang ihr ein Verstehen durch lautes Lesen und Zuhören; eine Erfahrung, die sie in Gesang übersetzte. Für GUA verwendet Fang-Yi Lin westliche und traditionelle Perkussionsinstrumente sowie ein taiwanesisches Kinderlied – „wie eine kleine Insel, die die Kulturen und Sprachen vieler Communities trägt, die gezwungen wurden, sich zu verbergen.“ Die norwegische Komponistin und interdisziplinäre Künstlerin Tine Surel Lange führt eine intensive Auseinandersetzung mit der Beziehung von Mensch und Natur sowie den Mythen und Geschichten, die dieses komplexe Verhältnis hervorbringt. In Apotheosis verflechten sich die eindringlichen visuellen Eindrücke eines erhabenen arktischen Strandes mit dem Mythos von Odin, dem Allwissenheit und eine Position über allen Göttern zugeschrieben wird. Lange verbindet in ihren Untersuchungen eines „immer stärker werdenden Gott-Komplexes der Menschheit” visuelles Material und musikalische Bewegungen mit persönliche Erinnerungen und einer Suche nach Ewigkeit. Die argentinische Komponistin AnA Maria Rodriguez entwickelt in Nomenclature of Colours nuancenreiche klangfarbliche Assoziationen. Ausgehend von Forschungen des Geologen Abraham Gottlob Werner und Illustrationen des schottischen Pflanzenmalers Patrick Syme überträgt sie die 110 Abstufungen von Farbtönen, die Werner in der belebten und unbelebten Natur beobachtete, in eine Klangperformance. Das Publikum ist zur Erkundung feinster klanglicher und visueller Verschiebungen eingeladen, während das intensive Hören der spektralen Klänge und die fein abgestimmten Lichtspiele einen ritualhaften Raum entstehen lassen. Der griechische Komponist Zesses Seglias befasst sich in ...a drop on my fingers, two lips as a fuzz, a sun on our heads (is the pattern) mit Klangeindrücken am Rande des menschlichen Fassungsvermögens, „so wie die Sonne jenseits des Universums liegt und über unseren Köpfen der Klang verlischt.” Im Zentrum seiner Komposition steht ein harmonisch komplexer und resonierender Klang. Wie in feinen, engen Kreisen werden die spektralen Elemente dieses Klangs erkundet, wodurch die zirkuläre Struktur des Stücks entsteht. Die Zeit scheint zuweilen stillzustehen, dann öffnen sich metaphorische Fenster, durch die die Lichter der Erinnerung wehen und ihre Spuren hinterlassen. Crippled Symmetries ist ein Projekt des Ensemble KNM Berlin in Kooperation mit dem Busan International Contemporary Music Festival, dem Fachbereich Musikwissenschaft der Freien Universität Berlin, dem Frequenz_Festival Kiel, dem Goethe-Institut Lima, der Alternativen Bühne der Griechischen Nationaloper, dem Kultur Büro Elisabeth, MaerzMusik / Berliner Festspiele und Studio Acht Taipei. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. circa 1 h 30 min
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Cybernetic Entanglements

MaerzMusik

Viola Yip – Komposition, Performance Ken Ueno – Komposition, Performance Viola Yip / Ken Ueno: Cybernetic Entanglements (2026) Uraufführung Auftragswerk von MaerzMusik und des Center for New Music and Audio Technologies (CNMAT), University of California, Berkeley, USA Cybernetic Entanglements ist ein neues Werk, in dessen Fokus ein neuartiges, tragbares Musikinstrument steht, das Ken Ueno und Viola Yip gemeinsam spielen. Das Instrument ist weder Kostüm noch Prothese, sondern bildet eine operative Komponente in einem kybernetischen System, in dem die Körper der Interpret*innen als Teil der Maschine selbst fungieren. Anstatt Technologie als bloße Erweiterung des Körpers zu betrachten, postuliert das Werk eine dynamischere und durchlässigere Beziehung, in der Körper und Maschine sich kontinuierlich gegenseitig hervorbringen. Mittels Echtzeit-Sensorik, Zuhören und Interaktion erzeugt das System eine Klangwelt, die von Mikrogesten, Haltungsänderungen und verkörpertem Timing geprägt ist. Diese Interaktionen artikulieren nichtlineare und relationale Klangprozesse und zeigen auf, wie Handlungsfähigkeit nicht aus einem einzelnen menschlichen oder technischen Element entsteht, sondern aus ihrer verflochtenen Koexistenz. Das Instrument wird zu einem Ort der Aushandlung zwischen Absicht und Automatisierung, Kontrolle und Kontingenz, Intimität und Interferenz. Cybernetic Entanglements stellt die Einzigartigkeit des Körpers der individuellen Performer auf der Bühne in den Vordergrund und setzt sich damit auseinander, wie diese von ihren jeweils unterschiedlichen Hintergründen, Genderzuschreibungen und Lebenswegen geprägt werden. Der Unterschied ist kein symbolischer, sondern materiell wirksam: Er beeinflusst, wie Wahrnehmung stattfindet, Signale übertragen werden und sich Klang in der Zeit entfaltet. Auf diese Weise definiert das Werk den Akt der Verkörperung als aktive kompositorische Kraft neu. Das Stück ist demnach im Rahmen der wie von Yuk Hui definierten, sogenannten Technodiversität situiert und artikuliert eine Kosmotechnik der Verkörperung: Der Kreislauf selbst fungiert als situierte Kosmologie der Beziehung, der Differenz und des Werdens. Er schlägt eine alternative Vision des zeitgenössischen Musizierens vor, in der Technologie Unterschiede nicht auslöscht, sondern die Komplexität von Beziehungen verstärkt und neue Formen der klanglichen, körperlichen und kulturellen Wechselbeziehung kultiviert. circa 1 h
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Lament: a ritual of letting go

MaerzMusik

Juliet Fraser – Sopran Christelle Monney – Mezzosopran Sarah Saviet – Violine, Viola Soosan Lolavar – Santur Eliza McCarthy – Keyboard, Shrutibox Trad.: (schott.) MacCrimmon’s Lament Korsische Polyphonie: Miseremini mei Korsisches Lied: Com’aqua linda Soosan Lolavar: Our Sunken World (2025) Johann Paul von Westhoff: Imitazione delle campane aus Violin-Sonate Nr. 3 Josquin des Prez: Baisiez moy Trad.: La Louison Kassia: Hymn to Pelagia Christopher Trapani: Μοιρολόι (2025) Catherine Lamb: Duo (Love) aus the being/the world (2023/24) Keening at the threshold | Klagelaute an der Schwelle Luke Nickel: O ays f (2025) James Weeks: Bird-becoming (2025) Lieder begleiten viele wichtige Momente des Lebens, seien es Feste, Übergänge zwischen verschiedenen Lebensphasen, Prozesse der Heilung oder des Trauerns. Das Lamento – die musikalische Klage – ist der Ausgangspunkt für Juliets Frasers neues performatives Projekt. Mit einem kleinen Ensemble kreiert sie ein einstündiges „Ritual des Loslassens“. Die Musikerinnen begeben sich gemeinsam auf eine Suche zwischen Genres, historischen Zeitebenen und Traditionen, um etwas „einzigartig Raues, Zeitloses und Verbindendes“ zu schaffen. In Lament: a ritual of letting go kommen fünf Musikerinnen für ein Ritual zusammen, das sie aus Musik und Bewegung formen. Die beiden Sängerinnen, eine Violinistin, eine Santur- und eine Keyboardspielerin ziehen ihre Inspiration dabei aus bestehenden Ritualen, die das Zirkuläre ins Zentrum stellen: kanonische Stundengebete, mit handwerklichen Tätigkeiten assoziierte traditionelle Wechselgesänge oder die langsame Bewegung einer Trauerprozession. Ältere Musik begegnet in dieser Performance neuen Auftragswerken, sodass die Stücke über Zeiten und Weltregionen hinweg miteinander kommunizieren. Das Repertoire umfasst byzantinische Hymnen von Kassia, polyphone korsische Lieder, französische und schottische Folksongs, sowie Lieder der Sehnsucht aus unterschiedlichen Zeiten, von Josquin Desprez und Catherine Lamb. Außerdem fließen Lamenti von Soosan Lolavar, Luke Nickel, Christopher Trapani und James Weeks ein, die das Ensemble beauftragt hat. Die Inszenierung ist bewusst minimalistisch und verwendet verschiedene Gesten aus häuslichen und liturgischen Kontexten, wodurch sich das Konzert in ein leicht zugängliches und zutiefst persönliches Ritual verwandelt. Die britische Sopranistin Fraser reagiert mit Lament: a ritual of letting go auf ein Verschwinden des gemeinschaftlichen Singens, das sie wiederentdecken und mit neuen Impulsen beleben möchte. Zugleich ist die Performance Ausdruck einer persönlichen Krise der Künstlerin im Verhältnis zu einem rein perfektionistischen, professionellen Singen. „Von der ‚Kunst‘ des Singens abzulassen und die Klage als Befreiung zu verstehen, war ein langsamer und schmerzhafter Prozess, aber die Trauer – um enttäuschte Erwartungen, gescheiterte Träume und eine geliebte verstorbene Person – ermöglichte mir, meinen Weg zu finden. Ich habe mich zurück zum Gesang ‚geklagt‘.“ Frei von Nostalgie zelebriert das Ensemble die Ausdrucksvielfalt der Stimme mit dem Wunsch, die Lücke zwischen Musik und Sängerin, aber auch zum Publikum ein wenig zu schließen. Lament ist ko-produziert von Britten Pears Arts, Klangspuren Schwaz und MaerzMusik—Berliner Festspiele, zusammen mit dem Oxford House in Bethnal Green. Die Kompositionsaufträge für Soosan Lolavar und James Weeks wurden möglich durch die großzügige Unterstützung der Vaughan Williams Foundation. circa 50 min
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Traces of Else Marie Pade

MaerzMusik

Durch Improvisation ebnet Abas Echos und Widerständen den Weg in ihre Musik. Sie beschäftigt sich intensiv damit, wie wir Klänge wahrnehmen, insbesondere in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten, und versucht, politische Realitäten mit persönlichem Ausdruck zu verbinden, wobei sie etablierte Wertesysteme, Disziplin und Kontrolle in Frage stellt. In ihrem Konzert wird das Experimentieren zu einem Akt des Widerstands, und das Zuhören verwandelt sich in eine gemeinsame Erfahrung der Fantasie. Die experimentelle Cellistin und Komponistin Khabat Abas arbeitet mit Musik, Klang und Performance und untersucht Zeit, Raum und Erinnerung anhand von Alltagsgeräuschen, Musik und Lärm. Abas geht über traditionelle Normen hinaus, baut Celli aus verschiedenen Materialien, komponiert und improvisiert und bezieht ihren Körper in ihre Performances mit ein. Der Konzertabend bringt ihre Musik in Resonanz mit dem Werk von Else Marie Pade. Eine Veranstaltung des KW Institute for Contemporary Art in Kooperation mit Berliner Festspiele / MaerzMusik circa 1 h
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QuerKlang

MaerzMusik

QuerKlang bringt in Kooperation mit MaerzMusik kollektive Kompositionen von Schüler*innen aus Berlin zur Uraufführung. Im Rahmen des Projekts erforschen sie Klänge, setzen diese in Beziehung zueinander und machen ihre Entdeckungen für andere hörbar. Begleitet werden sie von Teams, die aus Pädagog*innen, Komponist*innen und Studierenden bestehen. Die Beschäftigung mit neuer und zeitgenössischer Musik beschränkt sich in der Schule meist auf einige wenige ausgewählte Werke und Komponist*innen. Dass die zeitgenössische musikalische Sprache eine persönliche Ausdrucksform darstellt, die auch musikalischen Laien zur Verfügung steht, bleibt bei der punktuellen Beschäftigung mit einzelnen Werken völlig ausgeklammert. Die Folge sind oft Unverständnis und Intoleranz gegenüber der Vielfalt neuer Musik. Dieser Tendenz wirkt QuerKlang entgegen, indem es Schüler*innen ermutigt, selbsttätig mit musikalischem Material zu experimentieren und eigene Kompositionen zu gestalten. Dabei geht es nicht nur darum, Neugier und Offenheit gegenüber ungewöhnlichen musikalischen Materialien zu wecken, sondern auch ein grundsätzliches Verständnis für den Arbeitsprozess des Komponierens zu entwickeln: Die Schüler*innen erleben sich selbst als Komponist*innen, die – außerhalb des Kriteriums von „schöner“ und „hässlicher“ Musik – musikalische Prozesse erfinden, beurteilen, modifizieren und schließlich gemeinsam öffentlich aufführen. Angeleitet und begleitet von Komponist*innen, Musiklehrer*innen und Musikstudent*innen der Universität der Künste Berlin haben sich seit 2003 mehr als 1.000 Berliner Schüler*innen im Rahmen ihres Musikunterrichts mit der Gestaltung musikalischer Prozesse beschäftigt: Zielsetzung ist die Entwicklung eigener Kompositionen, die im Rahmen von MaerzMusik öffentlich aufgeführt werden. Mit Studierenden und Dozent*innen der Universität der Künste Berlin, aus den Bereichen Musikpädagogik und Komposition. Mit Schüler*innen der: Anna Freud Schule (OSZ für Sozialwesen, Schöneberg) Freie Grundschule Pfefferwerk (Prenzlauer Berg) Friedensburg Oberschule (Wilmersdorf) Willkommensschule Tegel (Reinickendorf) Mit den Künstler*innen: Omer Eilam – Komposition, Elektronische Musik Elon (Elena Lotti Astolfi) – Performance, Klangkunst Joaquin Macedo – Komposition Lukas Macher – Community Music QuerKlang ist ein Projekt der QuerKlang gUG in Zusammenarbeit mit kultkom – Kerstin Wiehe, Universität der Künste Berlin / klangzeitort und Berliner Festspiele / MaerzMusik. QuerKlang wird finanziert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie von Berlin. circa 1 h 30 min

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