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Ereignisse / Theater Globe Berlin
Open-O-Bühne
12.6. bis 14.7.2024
Aufführungen / Oper Komische Oper Berlin Berlin, Behrenstraße 55-57
Konzerte / Klassik Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt Frankfurt (Oder), Lebuser Mauerstr. 4
Konzerte / Kirchenmusik NoonSong e.V.
Sa 27.4.2024, 12:00 Uhr
Konzerte / Kirchenmusik NoonSong e.V.
Sa 4.5.2024, 12:00 Uhr
Konzerte / Jazz Jazzkeller 69 e.V. Berlin, Thulestr. 16
Konzerte / Klassik C. Bechstein Centrum Berlin Berlin, Kantstr. 17 / stilwerk
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Philharmonisches Orchester Gorzów

Choriner Musiksommer

Philharmonisches Orchester Gorzów Marlies Wieser • Klarinette Przemyslaw Fiugajski • Leitung Wojciech Kilar (1932 – 2013) • Orawa für Streichorchester (1986) Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) • Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 (1791) Torsten Harder (*1965) • Seelenfrieden-Ein Choriner Aquarell UA Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) • Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 56 (1842) „Schottische“ Mozarts Klarinettenkonzert gilt als „das“ Klarinettenkonzert schlechthin. Der Solopart versammelt alle Qualitäten des Instruments auf vollendete Weise. Inniger Dialog und Verschmelzung kennzeichnen das Zusammenwirken von Solo und Orchester. Umgeben ist dieses Werk von musikalischen Landschaftsbildern: Das energetisch den Streicherklang entfesselnde Orawa, benannt nach einem Fluss im Tatra-Gebirge. Eine Reise durchs schottische Hochland regte Mendelssohn Bartholdy zu seiner 3. Symphonie an, die in allen ihren Sätzen von einer mit der schottischen Landschaft assoziierte Grundstimmung zusammengehalten wird. Inmitten dieser Werke die Uraufführung der Choriner Serenade des in Neustrelitz lebenden Komponisten Torsten Harder. Änderungen vorbehalten Tickets 36 € • 29 € • 24 € • 16 € • 14 € • 12 € zuzgl. 10% Vorverkaufsgebühr Ermäßigungen 3 € Preisklassen 1 bis 6: Beschreibung und Sitzplan Buchungen von Rollstuhlstellplätzen mit Begleitung und Freitickets für Kinder bis 6 Jahren auf dem Rasen bitte telefonisch unter 03334 818472 werktags bis 16 Uhr, oder per Mail an: info@choriner-musiksommer.de.
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Kebyart Saxophon Quartett

Choriner Musiksommer

Kebyart Saxophon Quartett Pere Méndez • Sopransaxophon Victor Serra • Altsaxophon Robert Seara • Tenorsaxophon Daniel Miguel • Baritonsaxophon Jean-Philippe Rameau (1683 – 1764) • Suite e-Moll aus den Pièces de clavecin avec une méthode (1724), Arr. Kebyart Maurice Ravel (1875 – 1937) • Le Tombeau de Couperin (1914 – 1917), Arr. Kebyart Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) • Choräle (Auswahl) • Jesu, meine Freude BWV 358 (1725?) • Liebster Jesu, wir sind hier BWV 731 (1708) • Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639 (1708 – 1717) • Herr Gott, nun schleuss den Himmel auf BWV 617 (1708 – 1717) • Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit BWV 106 (1707) – Sonatina José Luis Turina (1952) • Varius multiplex multiformis (2024), Deutsche Uraufführung Joan Pérez-Villegas (1994) / Federico García-Lorca (1898 – 1936) •Sólo el misterio (2021), aus  Canciones antiguas españolas Vier musikalische Freigeister aus Barcelona fanden sich in Keb zusammen, um neue Klangwelten des Saxophons zu erschließen. Ihr Name ist Programm: Das balinesische „kebyar“ bedeutet so viel wie „plötzlich aufflackern“ oder „aufplatzen“ – eine sehr passende Metapher für ihr energiegeladenes und hochvirtuoses Musizieren. Ihr Markenzeichen ist der kreative und offene Umgang mit dem Repertoire. In Chorin bilden Musik von Rameau und Bach sowie Ravels im Geiste der französischen Barockmusik komponiertes Werk den Rahmen: für die Uraufführung des spanischen Komponisten Turina und das schwungvoll mitreißende Cha der amerikanischen Komponistin Julia Wolfe. Änderungen vorbehalten Tickets 36 € • 29 € • 24 € • 16 € • 14 € • 12 € + 10% VVK Ermäßigungen 3 € Preisklassen 1 bis 6: Beschreibung und Sitzplan Buchungen von Rollstuhlstellplätzen mit Begleitung und Freitickets für Kinder bis 6 Jahren auf dem Rasen bitte telefonisch unter 03334 818472 werktags bis 16 Uhr, oder per Mail an: info@choriner-musiksommer.de.
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Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt

Choriner Musiksommer

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt und die Geigenklasse Jerye der Musikschule Potsdam Gernot Schulz • Leitung und Moderation Piotr J. Tschaikowski (1840 – 1893) • Polonaise aus der Oper Eugen Onegin op. 24 (1877/78) Edward Elgar (1857 – 1936) • Serenade für Streicher e-Moll op. 20 (1893) • Nimrod aus den Enigma-Variationen op. 36 (1898/99) „Sinfonie plus Moderation“ Piotr J. Tschaikowski (1840 – 1893) • Symphonie Nr. 4 f-Moll (1876/77) Tschaikowski bildet den Rahmen: Die schwungvolle Polonaise aus Eugen Onegin erzeugt zu Beginn hohe Aufmerksamkeit. Die 4. Symphonie, in deren Erfindungsreichtum wie Instrumentierung sich facettenreich ein Leben zwischen Leiden und Leidenschaft widerspiegelt, fordert am Schluss konzentriertes Zuhören. Deshalb ermöglichen Orchester und Dirigent vor der Aufführung einen Blick ins Innere des musikalischen Geschehens, damit die Zuhörenden zu einem tieferen Verständnis gelangen können. Als Kontrast dazu: Elgars heiter-elegische Streicher-Serenade und der zu Tränen rührende 9. Satz Nimrod aus den Enigma-Variationen. Bei beiden Werken verstärken junge Musikerinnen und Musiker das Orchester und erfahren, was Aufeinanderhören und in die Musik hineinhören bedeutet. Änderungen vorbehalten Tickets 28,80 € • 23,20 € • 19,20 € • 12,80 € • 11,20 € • 9,60 € zuzgl. 10% Vorverkaufsgebühr Ermäßigungen 3 € Preisklassen 1 bis 6: Beschreibung und Sitzplan Freier Eintritt für Kinder bis 6 Jahre Buchungen von Rollstuhlstellplätzen mit Begleitung und Freitickets für Kinder bis 6 Jahren bitte telefonisch unter 03334 818472 werktags bis 16 Uhr, oder per Mail an: info@choriner-musiksommer.de.
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EXAUDI

Musikfest Berlin

EXAUDI James Weeks – Leitung Orlando di Lasso (ca. 1532 – 1594): Timor et tremor, Ausgewählte Motetten aus dem zwölfteiligen Zyklus Prophetiae Sibyllarum Cipriano de Rore(ca.1515 – 1565): Calami sonum ferentes Da le belle contrade d’oriente Vicente Lusitano (ca. 1522 – nach 1561) : Heu me Domine Nicola Vicentino (1511 – 1576): Hierusalem’ Musica prisca caput, Drei Madrigal-Fragmente: Soave e dolce ardore – Dolce mio ben – Madonna, il dolce pianto Luca Marenzio (1553 – 1599): O voi che sospirate Solo e pensoso Luzzasco Luzzaschi (ca.1545 – 1607): Quivi sospiri Faszinierend fragile Klangbilder: EXAUDI ist eines der weltweit führenden Vokalensembles mit einer ausgeprägten Affinität für die extremen Ränder neuer und alter Musik. Zu später Stunde sind die Sänger*innen nun auch beim Musikfest Berlin zu erleben, und das mit chromatisch spektakulär angereicherter Renaissance-Musik. Mit dem Sänger der päpstlichen Kapelle und Musiktheoretiker Vicente Lusitano ist außerdem ein Künstler vertreten, der heute als mutmaßlich erster in Europa verlegter Schwarzer Komponist gilt. Das erste Stück des Abends, Orlando di Lassos Motette „Timor et Tremor“ (Furcht und Zittern), erfordert mit seinem expressiven chromatischen Einstieg höchste Vokalkunst. Was natürlich auch für die „Prophetiae Sibyllarum“ gilt: Vertonungen antiker Sibyllen-Weissagungen, die auf die Geburt des christlichen Erlösers hinzudeuten scheinen, weshalb sie im 9. Jahrhundert Eingang in die Liturgie fanden. Für weitere Höhepunkte sorgen auch die Motetten Luca Marenzios, Cipriano de Rores sowie die seines Schülers Luzzasco Luzzaschi, wobei das „Heu me Domine“ von Vicente Lusitano für eine besondere Entdeckung sorgen dürfte. Der Sänger der päpstlichen Kapelle wurde als Sohn eines Portugiesen und einer Afrikanerin geboren und ist eine der ersten komponierenden Persons of Color, deren Werke gedruckt wurden. Absolute sängerische Höchstleistungen erfordern schließlich die Madrigalfragmente von Nicola Vicentino, in denen der italienische Renaissance-Meister die chromatischen und enharmonischen Traditionen der antiken Musiktheorie in freier Weise auf die mehrstimmige Musik übertrug, was de facto zu einer fünfteltönigen Stimmung führte, deren allerfeinsten Schwebungen für faszinierend fragile Klangbilder sorgen.
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RIAS Kammerchor Berlin

Musikfest Berlin

Johanna Winkel – Sopran Catriona Morison – Mezzosopran Martin Mitterrutzner – Tenor Arttu Kataja – Bariton RIAS Kammerchor Berlin Akademie für Alte Musik Berlin Łukasz Borowicz – Leitung Anton Bruckner (1824 – 1896): Ouvertüre g-Moll WAB 98 Ecce sacerdos magnus WAB 13 für gemischten Chor, drei Posaunen und Orgel Ave Maria WAB 6 für siebenstimmigen Chor a cappella Psalm 112 WAB 35 für gemischten Chor und Orchester Messe Nr. 1 d-moll WAB 26 für Solisten, gemischten Chor und Orchester 2024 ist Bruckner-Jahr. Dabei denkt die Klassik-Welt sicher zunächst an den Sinfoniker oder aber an seine monumentalen sakralen Werke. Deutlich weniger bekannt hingegen sind seine Werke für den liturgischen Gebrauch. Der RIAS Kammerchor begibt sich gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin auf Entdeckungsreise und präsentiert neben einigen kleineren Werken die Messe Nr. 1 in d-Moll – mit dem Ziel, dem ursprünglichen Klangerlebnis der Entstehungszeit durch eine deutlich verschlankte Besetzung auf die Spur zu kommen. Als tiefreligiöser Katholik hat Anton Bruckner die Geheimnisse des Glaubens zum zentralen Thema seiner Musik gemacht. Natürlich komponierte er zu Beginn seiner Laufbahn als Linzer Domorganist auch zahlreiche geistliche Vokalwerke wie etwa den „Psalm 112“ WAB 35 oder das siebenstimmige „Ave Maria“ WAB 6, in dem sich sein besonderes Gespür fürs Monumentale bereits Bahn bricht. Mit seiner Messe d-Moll ließ Bruckner dann den gängigen Bereich des funktionsbezogenen sakralen Komponierens endgültig hinter sich, da Dimension und Formgestaltung alles übertraf, was man bis dahin im Linzer Musikleben gehört hatte. Dabei werden in jedem der einzelnen Werkteile die im „Kyrie“ exponierten Motive menschlicher Angst und Verzweiflung buchstäblich aufgelöst, bevor das Ganze mit einem besinnlichen Nachspiel endet. Der RIAS Kammerchor gibt, begleitet von der Akademie für Alte Musik Berlin und gemeinsam mit einem international renommierten Solistenensemble, Einblicke in Bruckners frühes Schaffen als Kirchenmusiker, wobei auch seine späte Motette „Ecce sacerdos“ WAB 13 auf dem Programm steht, in deren ekstatische Musik dem Komponisten Anklänge an Wagners „Parsifal“ hineingerieten. Eingeleitet wird der Abend mit der selten zu hörenden Ouvertüre g-Moll WAB 98, die Bruckner noch während seines Unterrichts bei Otto Kitzler schrieb: Musik, die im leidenschaftlichen Tonfall von Wagners „Tristan“-Vorspiel beginnt, doch ganz anders als dieses mit plötzlichen Tuttiausbrüchen und ebenso plötzlichen Rücknahmen ins Pianissimo überrascht. 19:15, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Musikfest Berlin

Raphael Haeger, Jan Schlichte– Schlagzeug Kirill Gerstein – Klavier Stefan Dohr – Horn Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle – Leitung Olivier Messiaen (1908 – 1992): Des Canyons aux étoiles ... (1971) für Klavier, Horn, Xylorimba, Glockenspiel und Orchester Das Musikfest Berlin zieht mit der Karajan-Akademie unter Simon Rattle durch die roten Schluchten der Canyons in Utah und hinauf zu den Sternen: Olivier Messiaens „Des Canyons aux étoiles …“ ist ein Geburtstagsgeschenk an die USA und zugleich eine spirituelle Hymne auf die Verwobenheit des Göttlichen mit der Natur, mit den Stimmen der Vögel und den Farbtönen des Regenbogens. Von den amerikanischen Canyons bis zu den Sternen: Als die New Yorker Kunstmäzenin Alice Tully anlässlich des 200. Geburtstags der Vereinigten Staaten ein neues Werk bei Olivier Messiaen in Auftrag gab, ahnte sie wohl, dass sie keinen Hymnus auf die USA erhalten würde. Stattdessen komponierte der gläubige Katholik „Des Canyons aux étoiles …“, um „Gott in seiner gesamten Schöpfung zu verherrlichen“, mit allen „Schönheiten der Erde (ihren Felsen und dem Gesang der Vögel) und den Schönheiten des physischen und des spirituellen Himmels“. Hierfür ließ sich Messiaen von der spektakulären Natur des Landes inspirieren, reiste zu den Cedar Breaks und zum Bryce Canyon, dem „größten Wunder von Utah“, einem „Kessel aus roten, orangefarbenen und violetten, fantastisch geformten Felsen: Schlösser, viereckige und dickbäuchige Türme, natürliche Fenster, Brücken, Statuen, Säulen, ganze Städte, dann und wann ein tiefes schwarzes Loch“. Mit dem abendfüllenden Werk, dessen Klangfarben „alle Farbtöne des Regenbogens“ enthalten und in den Worten des synästhetisch veranlagten Komponisten „um das Blau des [amerikanischen Singvogels] Steller’s Jay und das Rot des Bryce Canyon“ kreisen, lassen Sir Simon Rattle und die jungen Musiker*innen der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker das diesjährige Musikfest Berlin ausklingen, bevor am nächsten Tag der RIAS Kammerchor mit Anton Bruckner den Schlussklang setzt. Stefan Dohr, Solo-Hornist der Philharmoniker, übernimmt den diffizilen „Appel interstellaire”, mit dem das Horn den zweiten Teil des Werks einleitet. Kirill Gerstein nimmt am „Vogel-Klavier“ Platz, das, erklärt Messiaen, zugleich ein „Orchester-Klavier“ ist. 19:10, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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BigBand und Orchester der Deutschen Oper Berlin

Musikfest Berlin

Fola Dada – Rezitation und Vocals Tony Lakatos – Saxofon BigBand der Deutschen Oper Berlin Manfred Honetschläger – Leitung Orchester und BigBand der Deutschen Oper Berlin Titus Engel – Leitung Edward Kennedy „Duke“ Ellington (1899 – 1974): Caravan (1937, gemeinsam mit Juan Tizol) Mood Indigo (1931) Perdido (1942, gemeinsam mit Juan Tizol) In a Sentimental Mood (1935) The Jeep Is Jumpin (1938) Black and Tan Fantasy (1927) Almost Cried (1959) The River – A Ballet Suite (1970) für Big Band HARLEM (1950) Night Creature (1963) für Jazz Band und Orchester Duke Ellington / Manfred Honetschläger (*1959): The Famous Duke (2024) für Big Band und Orchester, Uraufführung Duke Ellingtons Name steht fast synonym für den Sound der Big Band-Ära. Zu Ellingtons 125. Geburtstag und 50. Todestag – ein double-anniversary wie im Fall von Charles Ives – widmet ihm die BigBand der Deutschen Oper Berlin eine Hommage: Neben seinen größten Hits gibt es die Uraufführung der Suite „The Famous Duke“ von Manfred Honetschläger. Er prägte ab den 1920er-Jahren mit seiner Band den Sound des Jazz und steht heute selbstverständlich in der Reihe der ganz großen Musiker der USA im 20. Jahrhundert: Das Musikfest Berlin widmet dem Bandleader, Komponisten und Pianisten Edward Kennedy „Duke“ Ellington gemeinsam mit der Bigband der Deutschen Oper Berlin einen Abend, der seine Musik und seine Zeit auferstehen lässt, aber auch die Einflüsse aufgreift, die Duke Ellington bis heute im Jazz hinterlässt. Einige seiner größten Hits der Big Band-Ära stehen ebenso auf dem Programm wie Kompositionen seiner späteren Schaffensphase, etwa „Night Creatures“ und „A Tone Parallel to Harlem“: Werke, mit denen er zu einem der Gründungsväter des „Third Stream“ wurde, jener ur-amerikanischen Verbindung des Jazz mit Elementen europäischer Sinfonik und klassischer Moderne. Gespielt werden sie, unter der Leitung von Titus Engel, gemeinsam von Orchester und BigBand der Deutschen Oper Berlin. Zudem bringen sie Manfred Honetschlägers groß besetzte Suite „The Famous Duke“ zur Uraufführung. Im Werk des Jazz-Posaunisten und Komponisten, der auch die musikalische Leitung des Abends innehat, werden wie bereits im ersten Programmteil die beiden Solist*innen des Abends zu erleben sein: Tony Lakatos gehört zu den wichtigsten europäischen Jazz-Saxofonisten – und unter diesen mithin als der, dessen Spiel am tiefsten von amerikanischen Jazz-Traditionen durchtränkt ist. Den Gesang übernimmt Fola Dada, die 2022 den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie Vocals erhielt und an den Musikhochschulen in Mannheim, Stuttgart und Nürnberg unterrichtet. 19:15, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Wiener Philharmoniker

Musikfest Berlin

Wiener Philharmoniker Christian Thielemann – Leitung Robert Schumann (1810 – 1856): Symphonie Nr. 1 B-Dur, Op. 38 „Frühlingssymphonie“ (1841) Anton Bruckner: Symphonie Nr. 1 c-Moll „Wiener Fassung“ (1890/91) Zum ersten Mal besuchen die Wiener Philharmoniker das Musikfest Berlin. Das Orchester, dessen musikalische Identität einzigartig ist, spielt unter der Leitung von Christian Thielemann Robert Schumanns „Frühlingssymphonie“ und zum Bruckner-Jahr 2024 dessen Erste Symphonie. Dass der Klang der Wiener Philharmoniker besonders ist, wurde empirisch belegt: 2002 spielte man rund 1200 Testpersonen handelsübliche CD-Aufnahmen der Wiener, Berliner und New Yorker Philharmoniker vor – Laien, Orchestermusikern und internationalen Top-Dirigenten wie Zubin Mehta oder Seiji Ozawa. Dabei wurden die Besonderheiten des „Wiener Klangstils“ mit seinem breit gefächerten Farbenspektrum klar erkannt. Denn die Wiener Musiker haben nicht alle instrumententechnischen Neuerungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mitgemacht, die auf größeres Klangvolumen und leichtere Spielbarkeit abzielten. Christian Thielemann, der mit dem Orchester auch eine Bruckner-Edition eingespielt hat, steht regelmäßig am Pult der Wiener Philharmoniker, die nun erstmals beim Musikfest Berlin zu Gast sind. Aufs Programm gesetzt hat er die „Frühlingssymphonie“ von Robert Schumann, die für Thielemann zum Kernrepertoire der Romantik zählt. Nach der Pause folgt Bruckners Erste, in der der Komponist vom Kanon der symphonischen Regeln abweicht, um seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, bis das Ganze buchstäblich aus den Fugen gerät. Der Bruckner-Schüler Rudolf Louis befand, das Werk sei „durchflutet von einer beispiellosen Lebens- und Schaffenskraft und voll genialster Einfälle“. Kein Wunder, dass Bruckners Erste in ihrer endgültigen Version 1891 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde – übrigens von den Wiener Philharmonikern und unter der Leitung von Hans Richter. 19:10, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Kammermusik der Berliner Philharmoniker

Musikfest Berlin

Johanna Pichlmair – Violine Angelo de Leo – Violine Tobias Reifland – Viola Solène Kermarrec – Violoncello Andraž Golob – Klarinette Wolfgang Rihm (*1952): 4 Studien zu einem Klarinettenquintett (2002) Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791): Klarinettenquintett A-Dur KV 581 (1789) Wenn Wolfgang Rihms „4 Studien zu einem Klarinettenquintett“ auf Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenquintett in A-Dur treffen, anknüpfend an die Aufführung von Brahms’ Klarinettenquintett am 31. August beim Musikfest Berlin, begegnen sich zwei Komponisten mit großer Fantasie und Gestaltungswillen, die die traditionsreiche Besetzung mit lyrischer Intensität kolorieren. Eine Besetzung mit großer Vergangenheit – angefangen bei Wolfgang Amadeus Mozart und Carl Maria von Weber über Johannes Brahms und Max Reger bis hin zu Paul Hindemith, Harrison Birtwistle und Isang Yun: Klarinettenquintette umgibt eine besondere Aura, weshalb Wolfgang Rihm seinen eigenen Gattungsbeitrag bescheiden als „Studien“ bezeichnete – obwohl das Werk durchaus mehr ist, wie schon die ausladenden Proportionen zeigen.In ihm lotet Rihm alle nur erdenklichen Konstellationen der traditionsreichen Besetzung mit überbordender Fantasie aus: angefangen vom dialogischen Miteinander über Phasen motorischer Energie, die mehrfach von atemlosem Innehalten unterbrochen werden, einer Abfolge von Charakterstücken inklusive „Lied“ und „Choral“ bis hin zu einer fesselnden lyrischen Intensität, die mit ihrer einander umschlingenden und miteinander verschmelzenden Linienführung auf die großen Vorgänger-Werke verweist. Johanna Pichlmair, Angelo de Leo, Tobias Reifland, Solène Kermarrec und Andraž Golob, allesamt Mitglieder der Berliner Philharmoniker, stellen Rihms „Vier Studien zu einem Klarinettenquintett“ Mozarts berühmtem Klarinettenquintett A-Dur KV 581 gegenüber, einem Werk, in dem die Klarinette dem Quartett von zwei Violinen, Viola und Violoncello fast konzertierend gegenübertritt – in den Worten des Mozart-Verehrers Richard Strauss gibt ihr farblich subtiler Gesang die „ganze Skala des menschlichen Empfindens“ wider. Allerdings wird diese Führungsrolle nie besonders hervorgehoben, da sich das Holzblasinstrument mit anschmiegsam-weichem Klang in perfekter Balance in das Ganze einfügt, weshalb von Anfang an harmonisches Einverständnis zwischen allen Akteuren herrscht. 16:30, Ausstellungsfoyer Einführungsveranstaltung
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Ensemble Modern I

Musikfest Berlin

Sarah Maria Sun – Sopran Ensemble Modern David Niemann – Leitung Katherine Balch (*1991): Waste Knot (2021/22) für Sopran, Ensemble und Audiokassetten Johanna Magdalena Beyer (1888 – 1944): Music of the Spheres (1938) für drei elektronische Instrumente Ruth Crawford Seeger (1901 – 1953): Five Songs (1929) auf Gedichte von Carl Sandburg, für Altstimme und Klavier Three Songs (1930-32), auf Gedichte von Carl Sandburg für Stimme, Oboe, Schlagzeug und Klavier Two Ricercare (1932), auf Gedichte von H. T. Tsiang für Stimme und Klavier The Adventures of Tom Thumb (1925) für Klavier und Sprecher Tania León (*1943): Tau (1995), für Ensemble Singin' Sepia (1996): Five Songs nach Texten von Rita Dove für Stimme und drei Instrumente Ruth Crawford Seeger war als Komponistin nicht nur Teil der ultramodernistischen Strömung, die die Möglichkeiten von Musik jenseits der europäischen Traditionen erkunden wollte, sie war auch Erforscherin der folkloristischen Musik der USA und beeinflusst von Theosophie. Eine Frau ihrer Zeit, der Geschwindigkeit der Zwischenkriegsjahre, und ihr doch so weit voraus – das Musikfest Berlin und das Ensemble Modern widmen ihr ein dreiteiliges Konzert-Porträt und lassen ihre musikalische Welt in Dialog treten mit Zeitgenossinnen und Komponistinnen der Gegenwart. Jenseits der Tonalität, hochexpressiv und von klarer Struktur: Ruth Crawford Seeger, die mit Unterstützung eines Guggenheim Stipendiums Anfang der 1930er-Jahre in Berlin lebte, war eine bemerkenswerte Pioniergestalt der amerikanischen Moderne. Sie komponierte hochoriginelle Werke wie die „Three Songs” nach Gedichten von Carl Sandburg, einen oft surreale Züge annehmenden Zyklus, in dem zwei unabhängige Klanggruppen aufeinandertreffen: ein „Concertino“ und ein „Ostinato“ aus dreizehn Spieler*innen, die möglichst weit von den Solist*innen entfernt zu platzieren sind. Im ersten der drei Konzerte, in denen sich das Ensemble Modern Ruth Crawford Seegers Gesamtwerk annimmt, stehen auch die beiden Ricercari „Sacco, Vanzetti“ und „Chinaman, Laundryman“ auf dem Programm, deren halb gesungene und halb gesprochene Texte vom Elend ausgebeuteter Einwanderer und dem umstrittenen Sacco-Vanzetti-Prozess von 1921 handeln, in dem zwei Italo-Amerikaner in einem fragwürdigen Verfahren zum Tod verurteilt wurden. Humor und erzählerische Schlichtheit in der Art von Prokofjews „Peter und der Wolf“ findet sich demgegenüber in der Kindersuite „The Adventurer of Tom Thumb”, deren Text nach dem „Kleinen Däumling“ der Gebrüder Grimm die Komponistin selbst verfasst hat. Eingeleitet wird der Abend von der 1938 entstandenen Elektro-Komposition „Music of the spheres” der New Yorker Komponistin Johanna Beyer: eine für „electrical Instruments“ und Triangel komponierter Klangstrom, der seiner Zeit weit voraus war. Ebenfalls zu hören: die phantastischen Klangwelten aus Katherine Balchs „waste knot” sowie Tania Leóns Liederzyklus „Singin’ Sepia”. 19:10, Ausstellungsfoyer Einführungsveranstaltung
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Ensemble Modern II

Musikfest Berlin

Ensemble Modern David Niemann – Leitung Katherine Balch (*1991): Neues Werk (2024) für Ensemble Johanna Magdalena Beyer (1888 – 1944): Suite aus verschiedenen Kammermusikwerken, zusammengestellt von Hermann Kretzschmar Ruth Crawford Seeger (1901 – 1953): Suite Nr. 1 (1927) für fünf Bläser und Klavier Suite Nr. 2 (1929) für Streicher und Klavier Music for Small Orchestra (1926) Rissolty Rossolty (1939 – 41) für Orchester Tania León (*1943): Hechízos (1995) für Kammerorchester Rítmicas (2019) für Kammerorchester In diesem Programm stellt das Ensemble Modern die großen Ensemblestücke der US-amerikanischen Komponistin Ruth Crawford Seeger vor, die die Experimentierlust und den Mut zu den unbeschrittenen Wegen der 1920er-Jahre atmen. Die weiteren Werke des Porträt-Konzerts werfen aber auch Schlaglichter auf die Gegenwart und zeigen, wo Seegers Ideen direkt oder indirekt weiterwirken: mit der Uraufführung einer Komposition der jungen US-Amerikanerin Katherine Balch und Tania Leóns „Ritmicas“ von 2019. Am zweiten Abend ihrer Gesamtschau der Werke von Ruth Crawford Seeger widmet sich das Frankfurter Ensemble Modern groß besetzten Ensemblestücken: Nach der Uraufführung einer musikalischen Reflexion über Charles Ives’ „Central Park in the Dark” der US-Amerikanerin Katherine Balch folgt unter anderem Ruth Crawford Seegers ungemein poetische „Music for Small Orchestra”, die von einem nachdenklichen, in sich gekehrten Einleitungssatz im Stile von Ives’ Park-Porträt eingeleitet wird. Was folgt ist ein bewegtes Finale, das seiner Bezeichnung „In roguish humor“, in schelmischem Humor, alle Ehre macht. Zudem steht die 1941 für die CBS komponierte Orchesterfantasie „Rissolty, Rossolty” auf dem Programm, in der Ruth Crawford Seegers Arbeit als Volksmusikforscherin Spuren hinterlassen hat. Allerdings jongliert die Komponistin hier immer wieder mit allen möglichen Folklore-Themen gleichzeitig, um sie in anspruchsvoller Polyphonie übereinanderzuschichten. Auch in seinem zweiten Konzert stellt das Ensemble Modern dem bemerkenswerten Schaffen Ruth Crawford Seegers Werke der aus Kuba stammenden US-amerikanischen Komponistin und Dirigentin Tania León an die Seite, in deren selbstbewusst eigenwilligen Arbeiten unterschiedlichste Traditionen ineinanderwirken. In ihrem fünfsätzigen Orchesterstück „Ritmicas” ist der Titel Programm, da das Ganze von einem „Regenbogen polyrhythmischer Erfindungen“ (León) durchwebt wird: Musik, die durch den kubanischen Komponisten, Geiger und Dirigenten Amadeo Roldán inspiriert wurde, der 1930 die ersten sinfonischen Stücke mit afrokubanischem Schlagwerk komponierte. 15:10, Ausstellungsfoyer Einführungsveranstaltung
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Ensemble Modern III

Musikfest Berlin

Ensemble Modern Ruth Crawford Seeger (1901 – 1953): Streichquartett (1931) Sonate (1926) für Violine und Klavier Klaviersonate (1923) 9 Preludes (1924 – 28) für Klavier Piano Study in Mixed Accents (1930) Little Waltz (1922) für Klavier Little Lullaby (1923) für Klavier Jumping the Rope (Playtime, 1923) für Klavier Caprice (1923) für Klavier Whirligig (1923) für Klavier Mr. Crow and Miss Wreng go for a walk - a little study in short trills (1923) für Klavier Fünf Kanons (1924) für Klavier Kaleidoscopic Changes on an Original Theme Ending with a Fugue (1924) We Dance Together (1926) für Klavier Theme and Variations (1923) für Klavier Suite (1952) für Bläserquintett Diaphonic Suite Nr. 1 (1930) für Oboe oder Flöte solo Diaphonic Suite Nr. 2 (1930) für Fagott und Violoncello Diaphonic Suite Nr. 3 (1930) für zwei Klarinetten Diaphonic Suite Nr. 4 (1930) für Oboe und Violoncello Kammermusik zur Matinée – hier aber als besonderes Ereignis: Mit einer strikt choreographierten Konzertdramaturgie kommt das Ensemble Modern der Vielzahl experimenteller Formen auf die Spur, die die Komponistin Ruth Crawford Seeger in ihrer kurzen Karriere in den Zwischenkriegsjahren anwandte, vom dissonanten Konterpunkt zur Reihentechnik. Der dritte Teil der Porträt-Reihe stellt das kammermusikalische Schaffen der US-Komponistin vor. Die junge Ruth Crawford studierte am American Conservatory of Music in Chicago Klavier und Komposition, wobei kein Geringerer als Komponist Henry Cowell dafür sorgte, dass sein früherer Lehrer Charles Seeger sie 1929 als Schülerin annahm. Noch im selben Jahr erhielt die angehende Komponistin als erste Frau ein Guggenheim-Stipendium für einen einjährigen Aufenthalt in Europa, wo sie bekannte Größen wie Alban Berg, Béla Bartók, Josef Matthias Hauer, Arthur Honegger, Albert Roussel und Nadia Boulanger traf. In die USA zurückgekehrt, heiratete Ruth Crawford Charles Seeger, mit dem sie Tausende von Aufnahmen aus dem Volksliedarchiv der Library of Congress transkribierte. Waren ihre frühen Werke noch von Neoromantik und Impressionismus geprägt, wandte sie sich mit Beginn ihres Studiums bei Seeger dessen Kompositionsmethode nach den Regeln des „dissonant counterpoint“ zu. Letztere stellen die traditionellen Regeln des Kontrapunkts insofern auf den Kopf, als dass hier Konsonanzen als Dissonanzen weitergeführt werden, wobei der Dissonanzbegriff auch auf wechselnde Metren und Taktarten bezogen werden kann. Seit dieser Zeit arbeitete Crawford Seeger auch mit Reihentechnik, Tonclustern, Sprechstimme, rhythmischer Unabhängigkeit der Stimmen, räumlich voneinander getrennten Klanggruppen und diversen anderen experimentellen Verfahren. Am dritten und letzten Tag der Ruth Crawford Seegers Gesamtschaffen gewidmeten Konzerte präsentiert das Ensemble Modern das breite Spektrum kammermusikalischer Arbeiten der Komponistin, das in einem Ablauf von unterschiedlichen im Saal verteilten Kammerensembles gespielt wird. 10:10, Ausstellungsfoyer Einführungsveranstaltung
Konzerte | Konzert

Konzerthausorchester Berlin

Musikfest Berlin

Sarah Aristidou – Sopran Tamara Stefanovich – Klavier Konzerthausorchester Berlin Joana Mallwitz – Leitung Christina Bauer – Klangregie Luigi Nono (1924 – 1990): Como una ola de fuerza y luz (1971/72) für Sopran, Klavier, Orchester und Tonband Gustav Mahler (1860 – 1911): Sinfonie Nr. 4 G-Dur (1899 – 1900) für Orchester und Sopran Gustav Mahlers Vierte ist nicht nur eines seiner beliebtesten Werke, sondern auch die Morgendämmerung der Neuen Musik – der Komponist wendet sich vom Pathos der Spätromantik ab und weist 1901 den Weg ins musikalische 20. Jahrhundert. Zuvor setzt Luigi Nono für einen chilenischen Revolutionär orchestrale Energien frei: eine Welle aus Kraft und Licht, hervorgerufen durch schieren Klang. Mit „Como una ola de fuerza y luz“ (Wie eine Welle aus Kraft und Licht) komponierte Luigi Nono ein weltliches Requiem für Luciano Cruz Aguayo, einen der Mitbegründer der Bewegung der Revolutionären Linken (MIR) in Chile, der 1971 bei einem Unfall ums Leben kam. Ein mit ausgefeilten postseriellen Kompositionstechniken realisierter Klagegesang voller musikalischer Spannungen, in dem sich die im Titel erwähnte „Welle“ auf Mikroschwankungen von Tonhöhen, Rhythmen und Klangfarben beziehen lässt. Das von Joana Mallwitz dirigierte Konzerthausorchester Berlin widmet sich Nonos bewegendem Lamento, das im zweiten Teil auf ein zukünftiges Handeln abzielt, das aus dem tragischen Verlust erwachsen könnte. Es singt die Sopranistin Sarah Aristidou, am Flügel nimmt Pianistin Tamara Stefanovich Platz. Symphonisches Hauptwerk des Abends ist Mahlers 4. Sinfonie, die in den Worten des Komponisten beginnt, als ob die Musik nicht „bis drei zählen könne“, um anschließend „gleich ins große Einmaleins“ zu wechseln. Im spukhaften Scherzo, mit seiner um einen Ganzton höher gestimmten Solovioline, streicht der Tod „absonderlich die Fidel und geigt uns zum Himmel hinauf“, wie der Komponist und Dirigent Bruno Walter es beschreibt. Nach einem ruhevollen Adagio endet die Sinfonie mit einer seltsamen (weil in sich nicht stimmigen) Paradiesvision des „Wunderhorn“-Lieds „Wir genießen die himmlischen Freuden“. Gustav Mahler sagt, es sei „die Heiterkeit einer höheren Welt darin, die für uns etwas Schauerlich-Grauenvolles hat“. 19:00, Einführungsveranstaltung
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EXAUDI / Ensemble Phace

Musikfest Berlin

EXAUDI James Weeks – Leitung Ensemble Phace Susanne Blumenthal – Leitung Isabel Mundry (*1963): Sound, Archeologies (2017/18), Trio für Bassetthorn, Cello und Klavier Invisible (2023), für Vokal- und Instrumentalensemble, Deutsche Erstaufführung Eine Skulptur aus dem Alten Ägypten findet neue Bedeutung als Objekt auf einem Schreibtisch. Aber was ist seine Beschaffenheit zwischen vertrauter Rede und Fremdheit? Die Frage wird zum Ausgangspunkt einer Archäologie der musikalischen Archetypen. Im abschließenden Teil der Würdigung der Komponistin widmet sich Ensemble Phace und die Vokalgruppe EXAUDI Perspektiven auf Zugehörigkeit und Ausschluss. Bei Isabel Mundrys Trio „Sounds, Archeologies“, in dem die einzelnen Stimmen immer wieder aufeinander zu- und voneinander wegfließen, dass es den Hörenden den Atem verschlägt, deutet bereits der Titel auf ungewöhnliche Klangausgrabungen. Inspiriert wurde das mit Bassetthorn, Violoncello und Klavier ungewöhnlich besetzte Stück nämlich von einer Skulptur aus dem Alten Ägypten – genauer: von dem Bild, wie eben diese Skulptur „zwischen Papieren und Briefbeschwerern“ auf dem Schreibtisch in einem Ägyptologischen Institut steht. Mundry arbeitete sich bei der Komposition durch die „Sedimente der Musikgeschichte“, wie sie es nennt, „bis zu den Archetypen, der Beschaffenheit der Instrumente und ihres Spielens selbst: Polyphonien, Melo­dien, Responsorien, Dreiklänge, Leersaiten, Eigenzeiten von Spielaktionen, Ausklänge“ – Archetypen, die sie auf ihrem Schreibtisch ausbreitet, „wie ägyptische Skulpturen, um der Frage nachzugehen, ob und wie sie noch zu mir sprechen, damit auch ich mit ihnen sprechen kann“. In ihrer Raumkomposition „Invisible“ spürte die Komponistin dann der „Frage von Bindung und Abkopplung“ nach: mit einem inneren Kreis von sieben Vokalist*innen, um den herum das Publikum platziert ist, das seinerseits vom Instrumentalensemble umringt wird. Im inneren Kreis drehen sich „einzelne immer wieder nach außen“ – an einer Stelle sogar alle bis auf eine Person. „Das heißt, dass die Sänger*innen in der Mitte immer zwischen zwei Zugehörigkeiten oszillieren“, sagt Mundry, eine beständig wechselnde Perspektive zwischen Einbezug und Ausgrenzung. 19:10, Ausstellungsfoyer Einführungsveranstaltung
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Berliner Philharmoniker II

Musikfest Berlin

Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko – Leitung Wolfgang Rihm (*1952): IN-SCHRIFT (1995/2012) Anton Bruckner (1824 – 1896): Sinfonie Nr. 5 B-Dur (1873 – 1875) Meistens wird Musik als Zeitkunst verstanden. Dabei ist sie zu nicht geringen Anteilen auch Raumkunst. Zwei Werke, die Musik im Raum denken und musikalisch Raum schaffen, werden in diesem Programm der Berliner Philharmoniker zusammengebracht: Wolfgang Rihms für den Markusdom komponiertes „IN-SCHRIFT“ wie Anton Bruckners monumentale 5. Sinfonie. Musik, die den Raum mitdenkt, um schließlich alle Begrenzungen hinter sich zu lassen: Nicht zufällig wurden die Sinfonien Anton Bruckners oft mit der himmelwärts strebenden Bauweise gotischer Kathedralen verglichen – auch seine 5. Sinfonie, die mit ihren quasi räumlich gestaffelten Klangbausteinen und vielen blockhaften Farb- und Dynamikwechseln immer wieder an eine gewaltige Klangskulptur denken lässt. Natürlich hat der Organist Bruckner in diesem Werk einmal mehr die Nachhallzeiten mitkomponiert, die er aus dem Kirchenraum gewohnt war: Generalpausen, die bei jeder Aufführung zum Ereignis werden und ihrerseits für außergewöhnliche Raumerfahrungen sorgen. Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Kirill Petrenko widmen sich die Berliner Philharmoniker Bruckners monumentaler Fünften. Zuvor steht Wolfgang Rihms Raumkomposition „In-Schrift“ auf dem Programm, „die Klangzeichen wie Schriftzeichen; in den Klang eingeschriebene, spruchartige Linien“ versteht, wie der Komponist ausführt. Rihm komponierte „In-Schrift“ in alter Tradition für einen besonderen Kirchenraum – die mit goldenen Mosaiken zum Glänzen gebrachte Basilica di San Marco in Venedig, deren Nachhall er mit Harmonik zu überlisten suchte: „Alle Räumlichkeit sollte in die Musik eingeschrieben sein.“ Das Ergebnis? Ein fesselndes Wechselspiel von tatsächlichen Fernklängen und Raumwirkung erzeugenden Klangeffekten, die überaus raffiniert in Szene gesetzt werden. 19:10, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Ensemble Resonanz

Musikfest Berlin

Johannes Fischer – Schlagzeug GrauSchumacher – Piano Duo Ensemble Resonanz Peter Rundel – Leitung (Mundry) Riccardo Minasi – Leitung (Beethoven) Isabel Mundry (*1963): Signaturen (2022 – 2024) für zwei Klaviere, Schlagzeug und zwei Streichergruppen, Uraufführung der finalen Fassung Depuis le jour (mit Blick auf Sweelinck) (2012) für Streicher und zwei Schlagzeuger auf Texte von Thomas Kling Ludwig van Beethoven (1770 – 1827): Sinfonie Nr. 3 Es-Dur (1802/03) Ein überraschend anderer Beethoven tritt in Dialog mit einer Komponistin, die im historischen Material die Musik der Gegenwart findet, herausschält, ausgräbt, als nach vorne suchende Archäologin: Im zweiten Teil der Werkschau Isabel Mundrys präsentiert das Ensemble Resonanz die finale Fassung ihres Stücks „Signaturen“, das auf dem letzten Takt einer Mozart-Sonate basiert, ehe Riccardo Minasi das Ensemble durch eine ungehörte Interpretation von Beethovens „Eroica“ führt. Unbändige Musizierlust, größte Präzision und eine ausgeprägte Freude am Kontrast: Riccardo Minasi, der die musikhistorischen Quellen samt ihrem ästhetischen Umfeld sowie das instrumentale Handwerk der historisch informierten Aufführungspraxis wie kaum ein anderer kennt, kostet das dramaturgische Potential der Musik unterschiedlichster Epochen in vollem Umfang aus. Nachdem er mit atemberaubenden Mozart-Deutungen international für Furore gesorgt hat, begeistert er nun mit einem überraschend anderen Beethoven. Als Principal Guest Conductor des Ensemble Resonanz widmet sich Minasi beim Musikfest Berlin Beethovens „Eroica“. Mit Peter Rundel am Pult präsentiert das Ensemble Resonanz zudem die Uraufführung der finalen Fassung von Isabel Mundrys „Signaturen“, in denen die Komponistin den letzten Takt von Mozarts Sonate für zwei Klaviere D-Dur KV 448 aufgreift, um ihn weiterzuspinnen: „Eine neue Musik zu komponieren bedeutet unumgänglich, sich in Form von Annäherung oder Abgrenzung gegenüber älterer Musik zu positionieren.“ Immer hat Mundry in ihren Werken interessiert, „die Perspektiven auf Vergangenes zu wechseln, von der Bearbeitung über die Verwandlung bis hin zur Distanznahme“. In „Depuis le Jour“ sind diese Perspektiven ebenfalls ein zentrales Motiv, da hier Stücke des niederländischen Spätrenaissance-Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck mit Mundrys eigener Musik auf das Gedicht „Ethnomühle“ des Lyrikers und Essayisten Thomas Kling treffen, in dem es darum geht, „wie die Sprache selbst stets wandelnde Erinnerungsmomente in sich trägt“, wie Mundry deutet. 18:10, Ausstellungsfoyer Einführungsveranstaltung
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Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Musikfest Berlin

Julian Prégardien – Tenor Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Sir Andrew Davis – Leitung Tania León (*1943): Ácana (2008) für Kammerorchester Maurice Ravel (1875 – 1937): Cinq mélodies populaires grecques (1904 – 06) für Tenor und Orchester Gustav Mahler (1860 – 1911): Lieder eines fahrenden Gesellen (1884/85) Charles Ives (1974 – 1954): Three Places in New England (1903 – 1929) Johann Sebastian Bach (1685 – 1750): Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 Choralvorspiel zu „Liebster Jesu, Wir Sind Hier“ BWV 731 Trio super „Herr Jesu Christ, Dich Zu Uns Wend“ BWV 655 Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 bearbeitet und orchestriert von Sir Andrew Davis Ein sehr vielfältiges Programm zeigt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Sir Andrew Davis: Tania León setzt einem kubanischen Baum ein musikalisches Denkmal. Ravel erkundet das griechische, Mahler das deutschsprachige Volkslied. Charles Ives vertont amerikanische Landschaften und Geschichte. Und mit den Orchestertranskriptionen von vier Bach-Stücken des Dirigenten Davis endet der Abend schließlich in neu erzählter Alter Musik. „Ácana“ von Tania León wurde von einem Gedicht des kubanischen Nationaldichters Nicolás Guilléns inspiriert: eine Hommage an den gleichnamigen Baum, dessen bemerkenswert robustes Holz auf dem Inselstaat vielfältige Verwendung findet. Lebendige Tanzrhythmen zeichnen das geschäftige Leben von Tania Leóns Geburtsort Havanna nach – mit Abstechern in die undurchdringlichen kubanischen Regenwälder mit ihren glasklaren Bächen und hohen Bergmassiven. In die Welt griechischer Folklore führt anschließend Maurice Ravels „Cinq mélodies populaires grecques” – mit einer impressionistisch angehauchten Lyrik –, während Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ an den Volksliedtexten der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ angelehnt sind. Solist ist Julian Prégardien, der vom Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Sir Andrew Davis begleitet wird. Nach der Pause steht Charles Ives’ Orchestersuite „Three Places in New England“ auf dem Programm, deren drei Sätze sich auf naturhafte Szenerien und Schauplätze aus der amerikanischen Geschichte beziehen – mit einer Fülle von Anspielungen auf traditionelle Märsche und Kirchenlieder, die immer wieder wie aus weiter Entfernung und zeitlicher Distanz in den ruhigen musikalischen Verlauf hineinklingen. Abgerundet wird der Abend mit einer Reihe von Bach-Orchestertranskriptionen aus der Feder von Sir Andrew Davis: angefangen von der berühmten d-Moll-Toccata samt Fuge BWV 565 bis hin zum Satzpaar Präludium und Fuge Es-Dur BWV 522 aus dem dritten Teil der „Klavierübung“, das bereits Arnold Schönberg für großes Orchester eingerichtet hat. 19:15, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Orchester der Deutschen Oper Berlin

Musikfest Berlin

Federica Lombardi – Sopran (Desdemona) Karis Tucker – Mezzosopran (Emilia) Roberto Alagna– Tenor (Otello) Lilit Davtyan – Sopran (Nono) Thomas Cilluffo– Tenor (Nono) Orchester der Deutschen Oper Berlin Donald Runnicles – Leitung Ottorino Respighi (1879 – 1936): Feste Romane (1928), Symphonisches Gedicht für Orchester Luigi Nono (1924 – 1990): Canti di vita e d’amore. Sul Ponte di Hiroshima (1962) für Sopran- und Tenor-Solo und Orchester Giuseppe Verdi (1813 – 1901): Otello, IV. Akt (1884 – 1886) Italia noir: Das Orchester der Deutschen Oper präsentiert einen düsteren italienischen Abend. Ottorino Respighi führt das Orchester in einem akustischen Cinemascope-Format in die Arenen des Alten Roms, Luigi Nono setzt den Grausamkeiten seiner Gegenwart Leben und Liebe entgegen. Und Guiseppe Verdi „Otello“ gehört zu den tragischsten der Operntragödien – hier gibt es das Finale. Im ersten Teil seines brillant in Szene gesetzten Klangfreskos „Feste romane“ führt Ottorino Respighi das Publikum direkt in den antiken Circus Maximus, in dem Kaiser Nero eine Gruppe von Märtyrer*innen den Löwen zum Fraß vorwerfen lässt: die Streicher übernehmen ihren Choral, während Klarinetten, Fagotte und Posaunen mit naturalistischen Glissandi das Gebrüll der wilden Tiere nachahmen. Luigi Nono wiederum wandte sich in seinen „Canti di vita e d’amore“ von 1962 gegen jede Form von Grausamkeit, wobei alle drei Teile unterschiedliche Facetten von Gewalt und Unterdrückung thematisieren und nach Möglichkeiten suchen, kriminellem Wahnsinn entgegenzuwirken. Die Brücke von Hiroshima im Untertitel weist dabei den Weg. Neben diesen beiden Werken widmen sich Donald Runnicles und das Orchester der Deutschen Oper Berlin auch dem vierten Akt von Guiseppe Verdis Operntragödie „Otello“, in der in genretypischer Dreieckskonstellation der Held (Otello), seine zu Unrecht beschuldigte Ehefrau (Desdemona) und ein kaltblütiger Intrigant (Jago) aufeinandertreffen. Kein anderer italienischer Opernkomponist des 19. Jahrhunderts hat sich in seinen Bühnenwerken so schonungslos mit dem Tod auseinandergesetzt wie Verdi: Bereits zu Beginn seiner Karriere gab er zu Protokoll, dass die Oper das Publikum „zum Weinen, zum Entsetzen, zum Sterben durch den Gesang“ bringen müsse. Im vierten „Otello“-Akt ist ihm das zweifellos gelungen, wobei das Orchester an der fesselnden Wirkung des Ganzen prominenten Anteil hat: Düstere Akkorde in tiefstmöglicher Instrumentallage lassen am Ende keinen Zweifel daran, dass der Tod dem gefallenen Helden keine Erlösung bringen wird. 19:15, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Musikfest Berlin

Christina Bock – Mezzosopran Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Vladimir Jurowski – Leitung Johannes Brahms (1833 – 1897): Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81 (1880) Arnold Schönberg (1874 – 1951): Vier Lieder für Gesang und Orchester op. 22 (1913 – 1916) 1. Seraphita (1913) 2. Alle, welche dich suchen (1914) 3. Mach mich zum Wächter deiner Weiten (1914/15) 4. Vorgefühle (1916) John Adams (*1947): Harmonielehre (1985) Schönberg und Brahms – das klingt nach getrennten Welten. Dabei war Schönberg dafür mitverantwortlich, den Hochromantiker für die Moderne gerettet zu haben. Mit Brahms’ „Tragischer Ouvertüre“ und dem US-amerikanischen Minimalismus von John Adams „Harmonielehre“ finden Schönbergs Lieder hier eine Rahmung durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, die gerade in ihrer großen Kontrastierung die ganze Weite seiner Musik aufspannt. Beziehungszauber: Der Vortrag „Brahms der Fortschrittliche“, den Arnold Schönberg erstmals 1933 im Frankfurter Rundfunk hielt, führte zu einer Neubewertung von Brahms’ Schaffen. Den Kontakt zum Sender hatte Hans Rosbaud, der Chef des Frankfurter Rundfunk-Symphonie-Orchesters, hergestellt, der viele Werke Schönbergs in seinen Konzerten aufführte. Rosbaud war es auch, der ein Jahr zuvor Schönbergs Orchesterlieder op. 22 uraufgeführt hatte – einen ergreifenden Zyklus, der bereits unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden war. In ihm treffen abgrundtiefe Trauer eines von Gott verlassenen lyrischen Ichs auf die Utopie einer besseren Welt, wobei Schönberg selbst den außergewöhnlichen und „überwiegend solistischen“ Stil der Orchestrierung hervorgehoben hat. „Harmonielehre“ des Pulitzer-Preisträger John Adams, der wie kaum ein anderer Gegenwartskomponist die US-amerikanische Musikwelt der letzten Jahrzehnte geprägt hat, bezieht sich wiederum auf Schönbergs gleichnamiges Lehrbuch, wenn auch ironisch. Als Leitplanke dient hier nämlich die US-amerikanische „Minimal Music“, bei der über längere Zeiträume einfache Grundmuster mit oft kaum hörbaren Veränderungen wiederholt werden. Inspiration des Kopfsatzes war ein surrealer Traum, in dem ein großes Containerschiff in der Bucht von San Francisco „wie eine Saturn-Rakete“ (Adams) in den Himmel aufstieg. Entsprechend spektakulär beginnt das Ganze: mit gewaltigen Akkordsalven, deren kontinuierliche rhythmische Verschiebungen und Schwerpunktverlagerungen eine beispiellose Sogwirkung entwickeln. 19:10, Südfoyer Einführungsveranstaltung
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Berliner Philharmoniker I

Musikfest Berlin

Pierre-Laurent Aimard – Klavier Ernst Senff Chor Steffen Schubert – Einstudierung Berliner Philharmoniker Jonathan Nott – Leitung Missy Mazzoli (*1980): Orpheus undone (2020) Suite für Orchester In memoriam Peter Eötvös (1944 – 2024): Cziffra Psodia (2020) für Klavier und Orchester, Deutsche Erstaufführung Charles Ives (1874 – 1954): Sinfonie Nr. 4 (1910 – 1925) Missy Mazzoli dehnt einen winzigen Moment der Orpheus-Sage zu einer Suite, Peter Eötvös’ Hommage an seinen Freund, den romani-ungarisch-französischen Pianisten Györgi (Georges) Cziffra erzählt eine dramatische europäische Biografie als Rhapsodie, deren Aufführung beim Musikfest Berlin nun ihrerseits zu einer Erinnerung an den so plötzlich verstorbenen großen ungarischen Komponisten und Dirigenten geworden ist. Sinfonischen Maximalismus hingegen spielen die Berliner Philharmoniker mit einem Hauptwerk von Charles Ives: Seine Vierte Sinfonie von 1925 collagiert ein Jahrhundert kollektiver amerikanischer Erinnerung zu einem Stück Musikavantgarde. Peter Eötvös erinnert sich: Georges Cziffra studierte mit Peter Eötvös’ Mutter an der Budapester Musikakademie, „und so hatte ich schon als Kind die Gelegenheit, ihn selbst kennen zu lernen.“ Nach einem erfolglosen Fluchtversuch in den frühen 1950er Jahren wurde der ungarische Klaviervirtuose zur Zwangsarbeit verurteilt – erst 1956 konnte er Ungarn Richtung Paris verlassen, um von dort aus seine Weltkarriere zu starten. Anlässlich seines 100. Geburtstags komponierte Peter Eötvös das Klavierkonzert „Cziffra Psodia“, eine rhapsodische Musik, in der sich Cziffras dramatisches Leben in Klang spiegelt: Der metallische Rhythmus im ersten Satz erinnert beispielsweise „an die Arbeit im Steinbruch während seiner Gefangenschaft. Den späteren meditativen Zustand der Momente seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit, komponierte ich in drei ruhigen Kadenzen.“ Im Konzert der von Jonathan Nott dirigierten Berliner Philharmoniker übernimmt Pianist Pierre-Laurent Aimard den Solopart, dem 2017 der Ernst von Siemens Musikpreis verliehen wurde. Den Auftakt macht aber Musik von Missy Mazzoli: Die New Yorker Komponistin schafft es, dem uralten Stoff der Orpheus-Sage – schon Thema der ersten Oper der Musikgeschichte, Monteverdis „Orfeo“ – neue inhaltliche und musikalische Facetten abzugewinnen, in dem sie den Moment des Verlusts, der Einsamkeit, nicht die Suche in den Fokus nimmt. Nach der Pause steht mit Charles Ives’ Vierter Sinfonie ein philosophisches Werk auf dem Programm, in der Lowell Masons geistliches Lied „Watchman, tell us of the night“ mit seiner „drängenden Frage nach dem Was und Warum“ (Ives) und Nathanael Hawthornes Erzählung „The Celestial Railroad“ den Ausgangspunkt bilden. Die Musik besteht aus in sich changierenden Klanggruppen, die sich auf unterschiedlichen dynamisch-räumlichen Ebenen bewegen, wobei sich das Ganze aus der für Ives typischen Mischung aus religiösen Hymnen, Volksliedern und patriotischen Gesängen zusammensetzt. 18:15, Südfoyer Einführungsveranstaltung

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