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Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste
von Jakob Hein
Premiere: 25.9.2026Grischa Tannberg kommt als Absolvent der Hochschule für Ökonomie Bruno Leuschner frisch ausgebildet nach Berlin, um seine erste Stelle in der Staatlichen Plankommission anzutreten. Er ist hochmotiviert und fest entschlossen, seine Arbeitskraft dem sozialistischen Fortschritt zur Verfügung zu stellen. Nur gibt es in seiner Abteilung zunächst vor allem eines: nichts zu tun.
Doch die Dienstanweisung seines Vorgesetzten, sich im kunstvollen Warten zu üben, ignoriert er. Er liest, rechnet, denkt – und entwickelt einen Plan für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Demokratischen Republik Afghanistan.
Afghanistan braucht Waren aus der DDR. Die DDR braucht Devisen. Und Afghanistan besitzt ein landwirtschaftliches Produkt, über das man in Amtsstuben lieber nicht zu laut spricht. Aus einer verwegenen Idee wird ein Vorgang, aus dem Vorgang eine Arbeitsgruppe, aus der Arbeitsgruppe ein Pilotprojekt. Bald sind nicht nur die Staatliche Plankommission, sondern auch Grenztruppen, Ministerien, westdeutsche Behörden und politische Spitzenkreise mit einer Frage beschäftigt, auf die niemand vorbereitet war: Was passiert, wenn eine absurde Idee plötzlich funktioniert?
Jakob Hein, geboren in Leipzig und aufgewachsen in Ost-Berlin, hat eine besondere Gabe für diese Art von historischer Schräglage: Er nimmt die großen Systeme ernst genug, um ihre Komik freizulegen. In seinem Roman wird Geschichte nicht korrigiert, sondern probeweise anders zusammengesetzt.
Eine deutsch-deutsche Komödie über Akten, Grenzübergänge und große Politik. Über eine Idee, die zu gut funktioniert. Und über die Frage, ob Weltgeschichte manchmal nicht aus Überzeugung entsteht, sondern aus Zuständigkeit, Zufall und der falschen Person am richtigen Schreibtisch.
Regie: Wilke Weermann
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Deutscher Herbst
von Christopher Rüping mit Texten von Stig Dagerman, Caspar David Friedrich und Blümchen
Premiere: 26.9.2026In seiner neusten Theaterarbeit Deutscher Herbst nimmt der gefeierte Regisseur Christopher Rüping einen Text aus dem Herbst 1946 und weitere Herbste zum Anlass, um von den Verlusten der Gegenwart zu erzählen: vom Verschwinden der Erinnerung, vom Ende gemeinsamer Erzählungen, aber auch von möglichen Utopien, die sich hinter diesem Ende auftun. Dafür legen Christopher Rüping und sein Ensemble das Ohr an die Geschichte. Romantik und Kriege antworten aufeinander und auf den Herbst 2026. Eine Tochter begegnet ihrem Vater, Trauer trifft auf Trost. Der Abend entsteht in Koproduktion mit dem Kunstfestival Ruhrtriennale und kommt am 17. September in der Jahrhunderthalle Bochum zur Uraufführung. Schon wenige Tage später ist er dann in Berlin zu sehen.
Wer Deutscher Herbst hört, denkt wohl zuallererst an das Jahr 1977. Der Terror der RAF und die Reaktion des Staates prägten eine ganze Generation. Aber vielleicht ruft der Begriff noch andere Herbste auf? Den Mauerfall, ein Lied aus der Schulzeit, ein Gemälde von Caspar David Friedrich? Während sich die Geschicke anderer Nationen im Frühling wenden, hat Deutschland seinen Herbst. Herbste sind Phasen, in denen sich unsere Geschichte verdichtet.
Der Theaterabend von Christopher Rüping leiht sich seinen Titel im Herbst 1946. In diesem Jahr reist der 23 Jahre junge schwedische Autor Stig Dagerman durch Deutschland. In seiner Heimat ist er ein Shootingstar; für die Tageszeitung Expressen besucht er Berlin, Hamburg, Frankfurt, das Ruhrgebiet: Städte und Regionen, die in Elend, Hunger und Ruinen liegen. Seinen literarischen Reisebericht nennt Dagerman Deutscher Herbst . Es regnet unaufhörlich, die Herbstblätter fallen – und der junge Schwede stellt sich die Frage: werden diese Menschen, die so zerbrechlich zwischen Ende und Anfang taumeln, in die Freiheit finden oder stolpernd untergehen?
Seit dem Herbst 1946 sind achtzig Jahre vergangen. Der Theaterabend Deutscher Herbst nimmt diesen Abstand zum Anlass für eine Bildbeschreibung der Gegenwart. Die Menschen, die Stig Dagerman zwischen Ruinen getroffen hat, werden bald nicht mehr Teil dieses Bildes sein oder sind es schon jetzt nicht mehr. Trotzdem sind die Fragen geblieben oder wieder da. Der heutige Mensch lebt im Gefühl der Orientierungslosigkeit. Wir wohnen dem Verlust einer Ordnung bei – und je mehr wir uns festhalten, desto mehr taumeln wir. Das macht uns Angst. Gleichzeitig markiert dieser Schwindel eine Schwelle. Er ist das Gefühl, in dem sich unsere Gegenwart selbst erkennt. Denn der Taumel macht uns um die Erfahrung reicher, dass wir nicht auf festem Boden stehen.
Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Christoph Hart
Video: Emma Lou Herrmann
Licht: Robert Grauel
Dramaturgie: Bernd Isele
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Bunbury. Ernst sein is everything!
von Oscar Wilde
Deutsch von Claudia BossardUm ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entfliehen und inkognito ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte – ihr wahres Ich? – ausleben zu können, führen die beiden Dandys Algernon und Jack ein Doppelleben. Algernon erfindet einen kränklichen Freund namens Bunbury, der regelmäßig auf dem Land besucht werden muss, während Jack vorgibt, sich um seinen leichtlebigen Bruder Ernst zu kümmern, um möglichst oft in die Stadt reisen zu können. Dort führt er als ebenjener Ernst ein ausschweifendes Leben, während er auf seinem Landsitz das moralisch unantastbare Vorbild für sein Mündel Cecily gibt. Diese wiederum hat es sich – ebenso wie Algernons Cousine Gwendolen, um die Jack bei seinen Besuchen in der Stadt wirbt – in den Kopf gesetzt, ausschließlich einen Mann namens Ernst zu heiraten. Als Algernon in der Rolle von Jacks vermeintlichem Bruder Ernst auf dem Landsitz auftaucht, nehmen die komischen Verwicklungen ihren Lauf.
Bunbury (im Original: The Importance of Being Earnest ) ist Oscar Wildes berühmteste Komödie – und zugleich seine letzte: Kurz nach der Uraufführung wurde er 1895 im Zuge eines öffentlichen Prozesses wegen homosexueller Handlungen zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer körperlicher Arbeit verurteilt. Gesundheitlich, finanziell und gesellschaftlich ruiniert, verstarb der Autor 1900 im Alter von 46 Jahren in Paris. Oscar Wildes eigenes Doppelleben, das im Gegensatz zu dem seiner Protagonisten kein glückliches Ende nahm, schreibt sich aus heutiger Perspektive unweigerlich in diese perfekt gebaute Komödie ein.
In der rasanten Fassung der Regisseurin Claudia Bossard wird Oscar Wildes mit Sprachwitz gespickte Komödie zum queeren Theaterspaß, der im metropolitanen Society-Talk nicht nur die Sprachgrenzen zwischen Deutsch und Englisch verflüssigt, sondern auch im spielerischen Wirbelsturm Gender- und Identitätsbilder aus ihrem viktorianischen Gesellschaftskorsett befreit.
Regie: Claudia Bossard
Bühne und Kostüme: Elisabeth Weiß
Kostümmitarbeit: Matthias Dielacher
Choreografie: Marta Navaridas
Sounddesign: Annalena Fröhlich
Dramaturgie: Elisabeth Tropper, Daniel Richter
Licht: Viktor Felligi, Kristina Jedelsky
Maske: Andreas Müller
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
empfohlen ab Klasse 9
Mit englischen Übertiteln
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Der erste fiese Typ
nach dem Roman von Miranda July aus dem Englischen von Stefanie Jacobs in einer Fassung von Sarah Kurze
Cheryl ist eine aufgeräumte Person. Denkt sie zumindest über sich selbst: Schließlich hat sie dank ihrer selbsterfundenen Methode zur Alltagsorganisation (keine unnötigen Gänge im Haus, Geschirrverzicht durch Verzehr direkt aus Topf und Pfanne, Bücherlesen am Regal statt Chaos in der Wohnung) ihr Leben voll im Griff. Doch die Obsession zur Selbstkontrolle kann nicht über die emotionale Leere in ihrem Leben hinwegtäuschen, wie sie sich anfühlt, die Liebe, das weiß sie auch mit Anfang vierzig noch immer nicht so richtig. In ihrer Fantasie führt sie zwar eine hocherotische Beziehung zu Philipp, einem Vorstandsmitglied der Firma, in der sie arbeitet (dort werden Selbstverteidigungsvideos für Frauen vertrieben), doch dieser alte Sack ist seinerseits verknallt in eine viel zu junge Frau und fragt für diese Liebe ausgerechnet bei Cheryl mit obszönen SMS um Erlaubnis. Da ist es verständlicherweise ein nahezu seismischer Schock, als plötzlich Clee bei ihr einzieht, eine Frau halb so jung wie Cheryl, mit langen, blonden Haaren, stinkenden Füßen und einer, gelinde gesagt, recht unverstellten Art. Erst macht sie sich nur auf dem Sofa breit, wenig später stellt sie Cheryls gesamtes Leben in Frage: Ist es möglich, dass sie sich etwa in diese Frau verliebt hat?Regie: Sarah Kurze
Bühne: Diana Berndt
Kostüme: Katharina Achterkamp
Musik: Marcel Braun, Samuel Wiese
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Johann Otten
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
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Die Gehaltserhöhung
von Georges Perec
Aus dem Französischen von Eugen Helmlé
In Georges Perecs Stück nimmt sich ein namenloser Angestellter vor, einen besseren Lohn zu verhandeln. Doch trotz anfänglicher Entschlossenheit arbeitet er sich äußerst umständlich zu seinem Ziel vor: In unzähligen Variationen wird der Weg zum Büro des Chefs durchgespielt, werden wie in einer komplexen mathematischen Aufgabe alle Eventualitäten abgewogen, die entlang der Firmenflure das Vorhaben durchkreuzen könnten. Ist der Abteilungsleiter überhaupt in seinem Büro? Hat er Zeit? Ja? Nein? Was dann? Ist die Stimmung günstig? Hat er familiäre Sorgen? Nimmt die Sekretärin das Anliegen entgegen?In einem schier unendlichen Anlaufversuch werden in Die Gehaltserhöhung auf aberwitzige Weise alle erdenklichen Hürden durchexerziert, die in einem starren Personal- und Hierarchiegefüge den Zugang zu einer angemessene Entlohnung verhindern: von der eigenen Angst vor der Laune des Chefs bis hin zu unüberwindlich scheinenden Verwaltungsproblemen. Und so schiebt der Angestellte sein Vorhaben lieber immer wieder auf, bis ein besserer Tag, eine glücklichere Gelegenheit kommt, um seine Bitte zu platzieren.
Der französische Schriftsteller Georges Perec war Teil der Gruppe Oulipo (kurz für L‘Ouvroir de littérature potentielle, zu Deutsch: Werkstatt für potentielle Literatur), zu der auch Autoren wie Raymond Queneau und Italo Calvino gehörten. Oulipo verfolgte in den 1960er Jahren den Ansatz, durch spielerische Formzwänge die Sprache zu erweitern. Auch Perec gab sich für seine Texte strenge Schreibregeln vor: Mit Anton Voyls Fortgang (1969) etwa verfasste er einen Roman, in dem er kein Wort verwendete, das den Buchstaben E enthält.
Die Gehaltserhöhung ist ein hochrhythmisches Stück über Arbeit und Entfremdung, über Ermüdung und das Altern. Es ist ein lustvolles, absurdes Sprachspiel, das aktuelle Fragen in einer sich stetig wandelnden Berufswelt berührt: Wie viel ist die eigene Arbeit wert? Welche Jobs sind sinnstiftend, welche überflüssig, welche unsichtbar gemacht?
Regie: Anita Vulesica
Bühne: Henrike Engel
Kostüme: Janina Brinkmann
Choreografie: Mirjam Klebel
Musik: Ingo Günther
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Lilly Busch
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
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Heimsuchung
von Jenny Erpenbeck
Ein Grundstück am Scharmützelsee in Brandenburg, darauf ein Sommerhaus, darin die Geschichte des 20. Jahrhunderts. So ließe sich der 2007 erschienene Roman der Berliner Autorin Jenny Erpenbeck zusammenfassen. Ein Text, in dem die Hauptrolle das Haus, eigentlich sogar das Grundstück hat. Ursprünglich im Besitz eines Großbauern, wird es nach dessen Tod aufgeteilt und zur Bühne von elf Lebensgeschichten, stellvertretend für Hoffnung und Leid, Glück und Tragödie der letzten einhundert Jahre.In elf Kapiteln erzählt Erpenbeck protokollarisch von Zeit und Geschichte während dreier Generationen, die diesem Flecken Erde widerfährt, von einem während der Nazizeit erfolgreichen Architekten, der nach den Vorstellungen seiner Frau ein Haus errichtet, von einem jüdischen Tuchfabrikanten, der das Grundstück unter Wert verkauft und mit seiner Familie deportiert und ermordet wird. Von der Besatzung des Hauses durch die Kompanie eines jungen Majors der roten Armee nach dem zweiten Weltkrieg, von der im Wandschrank versteckten Frau des Architekten, von einer aus dem sowjetischen Exil zurückkehrenden Schriftstellerin und schließlich von den Erben des Architekten, die nach dem Ende der DDR ihre Ansprüche auf das Haus einlösen. Zeitlos wacht während all dieser Zeit ein Gärtner über das Grundstück, schneidet Hecken, pflegt Sträucher, kultiviert die Natur, die sich in den Ritzen des Schicksals immer wieder ausbreitet. Heimsuchung ist gewissermaßen ein Geschichtsbuch, das jedoch klare Zuordnungen zwischen Recht und Unrecht, gut und böse, Tätern und Opfern verkompliziert, das vielmehr die Komplexität von Geschichte spürbar macht. Verwoben darin die Geschichte der Autorin, deren Großmutter Hedda Zinner selbst ein Haus am Scharmützelsee besaß, nachdem sie 1945 aus sowjetischem Exil in die DDR kam.
2024 erhielt Jenny Erpenbeck für ihren Roman Kairos den International Booker Prize und wurde einem internationalen Publikum bekannt, die New York Times votierte Heimsuchung in die Liste der „100 Best Books of the 21th Century”.
Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüm: Claudia Irro
Video: Oliver Rossol
Licht: Robert Grauel
Dramaturgie: Johann Otten
Wir weisen darauf hin, dass einzelne Szenen die Verbrechen des Nationalsozialismus, Antisemitismus, sexualisierte Gewalt, Suizid, Flucht und Vertreibung thematisieren.
empfohlen ab Klasse 11
Dauer: 2 Stunden 45 Minuten, 1 Pause
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Polaris
ein Projekt von Jan-Christoph Gockel
„Nervenzusammenbruch in der Antarktis – russischer Forscher sticht Kollegen nieder“ – titelte das Focus-Magazin im Oktober 2018. Beide Männer, Oleg B. und Sergeij S., waren begeisterte Leser, und füllten so die langen Stunden in der antarktischen Einsamkeit. Eines Tages hatte Oleg seinem Kollegen den Ausgang eines Buches verraten, worauf dieser ihn mit einem Messer lebensgefährlich verletzte. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Streit um Bücher und Spoilern klingt, offenbart eine komplexe Geschichte über menschliche Grenzen in der unendlichen Weite der Antarktis.Als staatenloses „Niemandsland” ist die Antarktis einer der letzten gemeinsamen Räume der Menschheit, die vom Menschen noch weitgehend unbeeinflusst ist. Ihr ungestörter natürlicher Zustand bietet außergewöhnliche Bedingungen für wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit. Allerdings ist die Antarktis in einem neuen Zeitalter des Imperialismus fragil geworden. Daher ist sie nicht nur ökologisch, sondern auch politisch ein besonderer, ein utopischer Ort.
Auf den Spuren des Verbrechens in dieser einzigartigen Landschaft reist der Regisseur Jan-Christoph Gockel, der zuletzt am DT den gefeierten Theatermarathon Hospital der Geister inszenierte, im Januar 2026 mit dem Dokumentarfilmer Lion Bischof und den Schauspieler:innen Julia Gräfner und Wolfram Koch auf die Neumayer-Station III in die Antarktis. Am Ende der Reise steht ein surreales Mocumentary-Theaterstück zwischen Fiktion und filmischer Dokumentation, in dem die weiße Landschaft der Antarktis nicht nur zur Landkarte des Erzählens wird, sondern auch zum Spiegel der menschlichen Seele.
Eine Koproduktion des Deutschen Theater Berlin mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Théâtre National du Luxembourg, in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, gefördert vom DT Freundeskreis und mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts.
Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne und Kostüme: Julia Kurzweg
Dokumentarfilm, Video, Kamera: Lion Bischof
Musik: Anton Berman
Licht: Marco Scherle
Recherche: Serge Okunev
Dramaturgie: Daniel Richter
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, 0 Pausen
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Gift
von Lot Vekemans
Aus dem Niederländischen von Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach"Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum."
Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen.
Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet.
Gift von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.
Regie: Christian Schwochow
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Pauline Hüners
Dramaturgie: John von Düffel
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
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Parzival
nach Wolfram von Eschenbach in einer Überschreibung von Joanna Praml und Dorle Trachternach
Parzival weiß nichts von der Welt. Er wächst abgeschieden im Wald auf, fernab von gesellschaftlichen Normen, Machtstrukturen und Kriegslogik. Doch die Welt lässt sich nicht dauerhaft fernhalten. Und so zieht Parzival los, raus in die Welt: naiv, neugierig und fest entschlossen, Ritter der Tafelrunde zu werden. Er irrt, fragt zu spät, trifft falsche Entscheidungen, begegnet Liebe, Ausgrenzung, Schuld und einer Idee, die größer ist als alles, was er bisher kannte: dem Gral. Was bedeutet es heute, ritterlich zu handeln? Was prägt unser Denken und unsere Taten, wenn Elternhaus und Schule keine zufriedenstellenden Antworten mehr geben? Wem hören wir zu – und wer hört uns? Zwischen Mythos und Gegenwart entsteht ein Abend über das Recht auf Orientierung und die Notwendigkeit, sich selbst einen Platz in der Welt zu erkämpfen, koste es, was es wolle.Regie: Joanna Praml
Bühne: Claudia Kalinski
Kostüme: Inga Timm
Musik: Hajo Wiesemann
Licht: Marco Scherle
Dramaturgie: Bernd Isele, Dorle Trachternach
Theaterpädagogik: Maura Meyer
ab Klasse 9
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
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Die drei Leben der Hannah Arendt
nach der Graphic Novel von Ken Krimstein aus dem Englischen von Hanns Zischler
Ihr Leben liest sich wie ein Krimi aus vielen Leben: Königsberg in den 10er Jahren, Studienjahre bei Heidegger und Jaspers, das Berlin der 20er, das Paris der 30er, Fluchten und Freundschaften, das New York der 50er und 60er. Die Kriege und Totalitarismen des 20. Jahrhunderts prägen und beschäftigen sie. Ihr politisches Hauptwerk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft macht sie 1951 über Nacht bekannt. Als sie 1961 aus Jerusalem über den Eichmann-Prozess berichtet, erkennt sie in dem Massenmörder einen bürokratischen „Hanswurst” und löst damit eine Kontroverse aus. Sie hält der Kritik stand. Sie will den Dingen auf den Grund kommen, auch wenn sie dadurch gezwungen ist, „dahin zu denken, wo es wehtut”, wie Hannah Arendt einmal sagt. Freiheit im Denken ist ihr das höchste Gut. „Denken ohne Geländer” nennt sie das.Ken Krimstein ist ein Kenner der Materie. Der in Chicago beheimatete Cartoonist und Autor, der sonst regelmäßig für The New Yorker, The Wall Street Journal und die Chicago Tribune zeichnet, hat der Biographie der berühmten Denkerin ein Buch gewidmet. In Hunderten von Zeichnungen skizziert seine Graphic Novel Die drei Leben der Hannah Arendt ein abenteuerliches Leben. Theresa Thomasberger bringt die Biografie als Gedankenreise durch das 20. Jahrhundert zur Aufführung.
Regie: Theresa Thomasberger
Bühne: Mirjam Schaal
Kostüm: Marilena Büld
Musik: Oskar Mayböck
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Bernd Isele
ab Klasse 11
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
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Die Marquise von O. und –
nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Es ist vielleicht der berühmteste Gedankenstrich der Weltliteratur: Mitten in einem nüchtern erzählten Satz über einen Kriegsüberfall heißt es in Heinrich von Kleists Novelle Die Marquise von O. :„––, dass sie, ohne es zu wissen, in andere Umstände gekommen sei.”
Ein abrupter Schnitt – dort, wo eigentlich das Entscheidende stehen müsste. Statt Klarheit: Leerstelle.
Die Handlung beginnt in einer norditalienischen Festung. Während russische Truppen die Stadt stürmen, gerät die Marquise von O., eine junge, verwitwete Mutter, in höchste Gefahr – bis ein Offizier, Graf F., sie scheinbar heldenhaft rettet. Wenige Tage später verschwindet er. Alles scheint überstanden. Doch Wochen danach erkennt die Marquise entsetzt: Sie ist schwanger. Ohne Erinnerung. Ohne Einwilligung. Und ohne jemanden, der ihr glaubt. Ihr Vater verstößt sie, die Mutter schweigt. Was wie ein medizinisches Wunder erscheinen mag, wird zum sozialen Todesurteil. Die Marquise wählt den einzigen Ausweg, der ihr bleibt: den Schritt in die Öffentlichkeit. Per Zeitungsanzeige bittet sie den unbekannten Vater, sich zu melden. Die Antwort folgt prompt – es ist der Retter selbst. Der Mann, der sie im Moment der Ohnmacht missbraucht hat, bittet nun um ihre Hand. Was also tun, wenn Sprache versagt? Wenn Recht, Moral und Logik kollabieren?
Der berühmte Gedankenstrich markiert nicht nur einen erzählerischen Bruch, sondern auch einen kulturellen. Die Vergewaltigung wird nicht ausgesprochen, sondern ausgeklammert. Das, was geschehen ist, bleibt unausgesprochen, nur angedeutet – und genau darin liegt die verstörende Kraft des Textes. Kleist zeigt, wie sexualisierte Gewalt an Frauen sprachlich wie strukturell unsichtbar gemacht wird. Die Leerstelle im Satz ist kein literarisches Ornament, sondern ein Symptom: Sie zeigt, wo Sprache versagt – und wie tief die Gewalt reicht, wenn selbst das Erzählen daran scheitert.
Regie: Ildikó Gáspár
Bühne und Kostüm: Lili Izsák
Musik: Flóra Lili Matisz
Video: András Juhász
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Jasmin Maghames
Wir weisen darauf hin, dass dieses Theaterstück sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Traumabewältigung thematisiert.
In diesem Stück kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz.
ab Klasse 11
Dauer: 1 Stunde 55 Minuten, keine Pause
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Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater
nach dem Roman "Die Wand" von Marlen Haushofer
Bühnenfassung von Clemens Maria Schönborn"Ich kann mir erlauben, die Wahrheit zu schreiben; alle, denen zuliebe ich mein Leben lang gelogen habe, sind tot."
Die Katastrophe kommt, weil wir sie träumen. Und wir träumen sie, weil wir sie fürchten und uns nach ihr sehnen. Wenn die Katastrophe eintritt, hören die peinigenden Phantasien auf. "Dass man weder empfinden noch denken darf, sondern handeln muss, ist die beste Therapie, wenn der Mensch an den Produkten des eigenen Vorstellungsvermögens irre wird." (Wolfgang Pohrt)
Regie / Bühne: Clemens Maria Schönborn
Kostüme: Tabea Braun
Musik: Max Knoth
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Bernd Isele
Dauer: 1 Stunde 5 Minuten, keine Pause
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Die Physiker
Eine Komödie in zwei Akten
von Friedrich Dürrenmatt
Stellen Sie sich vor, Sie entdecken die Weltformel. Eine Erkenntnis, die in den falschen Händen den Untergang der Menschheit bedeuten könnte. Was tun? Verkünden? Verbergen? Oder den Wahnsinn vortäuschen, um die Welt zu retten?Der Physiker Möbius entscheidet sich für den inszenierten Wahnsinn. Um diese Formel vor Missbrauch zu schützen, zieht er sich in ein Sanatorium – unter der Leitung von Dr. Mathilde von Zahnd – zurück. Dort kommt es zu zwei mysteriösen Morden an Krankenschwestern. Die Täter scheinen schnell gefunden. Doch bald zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint. Dürrenmatt schrieb sein Stück im Schatten des Kalten Krieges und der atomaren Bedrohung und doch ist das Stück heute aktueller denn je. Die „Weltformel“ bleibt Symbol für jene wissenschaftlichen Erkenntnisse, deren Folgen sich nicht mehr kontrollieren lassen. In einer Zeit, in der Wissen Macht bedeutet – und Macht selten moralisch ist – stellt das Stück die unbequeme Frage: Wer trägt Verantwortung für das, was denkbar ist? Mit Werken wie Romulus der Große, Der Besuch der alten Dame und Die Physiker wurde Dürrenmatt zu einem der prägenden Dramatiker des 20. Jahrhunderts.
Regisseur Bastian Kraft, der am Deutschen Theater Berlin bereits Max Frischs Biografie: Ein Spiel , George Bernard Shaws Pygmalion sowie Tod eines Handlungsreisenden (2017), Der Besuch der alten Dame (2014) inszenierte, widmet sich dem Dürrenmatt-Klassiker, mit feinem Gespür für das Tragikomische und einem präzisen Blick auf die Abgründe unter der Oberfläche. Die Handlung entfaltet sich mit der Spannung eines Kriminalstücks; jede Szene ein Auslöser für die nächste, wie in einer Kettenreaktion. Im Zentrum steht die zentrale Frage: Ist eine Katastrophe noch aufzuhalten, wenn sie erst einmal als Möglichkeit in den Raum gestellt wurde? Und so wird Dürrenmatts Stück selbst zur dramatischen Kettenreaktion, in der das Unvermeidliche unaufhaltsam Form annimmt.
Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüm: Jelena Miletić
Musik: Björn SC Deigner
Video: Jonas Link
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
empfohlen ab Klasse 10
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, 0 Pausen
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Kirill & Friends Company: Apocalypse Tomorrow
von Mikhail Durnenkov und Ensemble
Was macht man ein paar Tage vor dem Weltuntergang?Sechs Fremde mit unterschiedlichem Hintergrund sitzen gemeinsam in der Falle, während die Apokalypse näher rückt. Angst, Hoffnung, Schuldgefühle, unerwartete Solidarität – und jede Menge Humor – prallen in dieser physischen Theatergeschichte über die letzten Momente vor dem Ende aufeinander.
Apocalypse Tomorrow verwebt Text, Bewegung und Musik zu einer düster-komischen und emotionalen Reise über Zeit, Verlust und die Entscheidungen, die wir treffen.
In der Regie von Evgeny Kulagin und mit Choreografie von Ivan Estegneev verbindet Apocalypse Tomorrow physisches Theater, Musik und Text. Der Text der Aufführung entstand in einem kollektiven Improvisationsprozess unter der Leitung des Dramatikers Mikhail Durnenkov und schuf einen Raum, um Ängste, Hoffnungen und Emotionen zu erforschen, die sich oft der Sprache entziehen.
Regie: Evgeny Kulagin
Choreografie: Ivan Estegneev
Bühne: Ksenia Peretrukhina
Musik: Anthony Rouchier
Sound Designer: Viacheslav Kasianov
Licht: Ilya Pashnin, Daniil Moskovich
Dramaturgie: Anna Shalashova
auf Englisch, ohne Untertitel
ab 18 Jahren
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, 0 Pausen
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Schicklgruber
von Neville Tranter und Jan Veldman
Mit diesem vage österreichisch klingenden Namen, Schicklgruber , weiß auf Anhieb kaum jemand etwas anzufangen. Dabei hieß so ursprüngliche eine später unter einem Künstlernamen sehr bekannt gewordene Persönlichkeit: Schicklgruber war der bürgerliche Name von Adolf Hitler. Das Stück von Jan Veldman und Neville Tranter schildert Hitlers letzte Tage kurz vor seinem Selbstmord im Führerbunker in Berlin. Trotz der düsteren Thematik ist dieses Puppenstück aber natürlich ganz im Tranter-Stil ein grotesk-skurriler Abend, der zwar ins Herz der Finsternis führt, aber auch die beruhigende Tatsache zeigt, dass der Tod vor nichts und niemandem Halt macht – selbst vor dem Bösen nicht.Die beiden Puppenspieler Neville Tranter und Nikolaus Habjan verbindet über die Generationen hinweg seit vielen Jahren eine Freundschaft. Mit The Hills are Alive, das in der vergangenen Spielzeit im Deutschen Theater zu sehen war, erfüllten beide sich einen langgehegten Traum und standen das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Und im April 2024 erlebten wir einen bewegenden Moment, als Neville Tranter nach einer letzten Hills-Vorstellung seinen Abschied von der Bühne nahm. Der Altmeister des Klappmaul-Puppenspiels war in den 70er Jahren maßgeblich daran beteiligt, die Kunstform Puppenspiel für ein erwachsenes Publikum zu erschließen. Nach seiner aktiven Zeit als Puppenspieler übergibt er nun sein vielleicht bekanntestes Stück und die darin mitspielenden Puppen als Regisseur in die Hände von Nikolaus Habjan (und Manuela Linshalm), der damit das Werk seines Mentors weiterführt.
Regie: Nikolaus Habjan, Neville Tranter
Puppenbau: Neville Tranter
Bühne: Julius Theodor Semmelmann
Kostüme: Lisa Zingerle
Dramaturgie: Karla Mäder
Koproduktion zwischen dem Deutschen Theater und dem Theater in der Josefstadt Wien
empfohlen ab Klasse 10
Wir bitten Lehrende sich im Vorfeld des Theaterbesuches mit dem geschichtlichen Kontext der Handlung auseinanderzusetzen.
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
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Unter Vögeln
von Caren Jeß
Die Autorin Caren Jeß veröffentlichte 2019 ihr dramatisches Kompendium Bookpink , eine Sammlung von sieben Miniaturen über menschliche Abgründe, soziale Gefüge und gesellschaftliche Debatten, deren Protagonisten Vögel waren. Nach dem ATT-Atelier 2024 wächst das Bookpink -Universum weiter – Caren Jeß stellt die Neuankömmlinge in der Vogelwelt, die unserer allzu ähnlich ist, vor: voll Machtfantasien, fragilen Ordnungen und dem seltsamen Verschwinden von Fantasie.Da ist der Adler, der sein Küken verachtet. Eine Mutter ohne weibliche Form, aber mit strengem Weltbild: Stärke zählt, Schwäche schadet dem Ruf. Also ab mit dem kleinen, „missratenen” Sohn ins Reservat für auffällige Arten. Neue Eier, neue Hoffnung, alte Härte.
Dann Frau Pétain, ein quirliges Kolibriweibchen, das sich sterilisieren lassen will, um ihr Leben selbst zu bestimmen. Doch der Eingriff misslingt – und die ärztliche Zaunkönigin findet das sogar ganz richtig so.
Und Nikki die Kanarie: leuchtend gelb, gefangen in einer Voliere, die eher wie ein hübscher Käfig als ein Zuhause wirkt. Ihr Mensch Cord liegt im Sterben, das Zimmer ein Kaleidoskop aus Glas und Licht. Am Fenster wartet der Zilpzalp auf den Moment, in dem sich die Tür öffnet und Nikki vielleicht wieder singt.
Unter Vögeln ist ein Abend über Macht, Fürsorge, Fantasie – und darüber, was passiert, wenn man Vögel zu ernst nimmt. Oder genau ernst genug.
Regie: Jorinde Dröse
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Juliane Kalkowski
Musik: Lars Wittershagen
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Jasmin Maghames
empfohlen ab Klasse 11
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, 0 Pausen
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Böhm
von Paulus Hochgatterer
Dirigenten sind faszinierende Menschen: Musikalisch von höchster Sensibilität, gebieten sie als gottähnliche Alleinherrscher über riesige Klangkörper. Sie müssen sowohl Empfindsamkeit als auch Führungsstärke mitbringen und sind bisweilen tyrannische, selbstherrliche Despoten, deren Seelenregungen oder Fingerzeige eine Hundertschaft in Bewegung zu setzen vermögen. So wie Karl Böhm, einer der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Zwischen Geburt und Begräbnis liegen fast 87 Lebensjahre, die von einem tiefen Zwiespalt geprägt sind: Einerseits war Böhm ein großer Künstler, andererseits war er ein Mensch, der sich mit dem Nationalsozialismus gemein machte, um seine Karriere voranzutreiben.Auf Fürsprache Hitlers wurde Böhm 1934 an die Semperoper in Dresden berufen, um Nachfolger des Dirigenten Fritz Busch zu werden, den das NS-Regime zum Rücktritt und zur Emigration genötigt hatte. 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde Böhm Direktor der Wiener Staatsoper. 1945 entfernten ihn die alliierten Besatzungsbehörden wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime aus dem Amt des Direktors und belegten ihn mit einem Auftrittsverbot. Nach Ende der Besatzungszeit bis 1956 wurde er dann ein zweites Mal mit diesem Amt betraut.
Der begnadete Puppenspieler und Puppenbauer Nikolaus Habjan beschäftigt sich in Böhm erneut mit dem finstersten Kapitel europäischer Geschichte, das ihn auch in anderen Stücken umtreibt, wie z.B. in F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig . Böhm stammt aus der Feder des Wiener Autors Paulus Hochgatterer, der Nikolaus Habjan und dessen Puppen die Rollen auf den Leib geschrieben hat.
Regie: Nikolaus Habjan
Regiemitarbeit: Martina Gredler
Bühne: Julius Theodor Semmelmann
Kostüme: Cedric Mpaka
Dramaturgie: Karla Mäder, Elisabeth Geyer
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
voraussichtlich empfohlen ab Klasse 9
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Prima Facie
von Suzie Miller
Aus dem Englischen von Anne RabeTrotz Bestnoten, Einser-Abi und ausgezeichnetem Bachelor-Abschluss: Zwei Drittel aller Studierenden der Top Law School werden ihr Studium nicht abschließen. Von denen, die es schaffen, wird nur die Hälfte als Jurist:in arbeiten. Und nur fünf davon als Anwält:in. Aber Tessa hat es geschafft. Aus dem Arbeiterkind, das sich seinen Platz hart erkämpft, wird eine erfolgreiche Strafverteidigerin, die mit Stolz ihre Rosshaarperücke trägt. Wie alle Strafrechtsanwälte glaubt Tessa an das Gesetz, an das System und an die Unschuldsvermutung, die für sie keine Floskel ist, sondern das Fundament einer zivilisierten Gesellschaft. Deshalb verteidigt auch sie die Angeklagten, sucht nach Lücken in der Anklage und prüft akribisch die Aussagen von Opfern und Zeugen. Und Tessa ist eine der Besten in ihrem Job.
Ob Drogenprozesse, Korruptionsvorwürfe oder sexuelle Übergriffe: Tessa geht es um die juristische Wahrheit und den Beweis, mithilfe dessen ihre Angeklagten vor dem Gesetz für „unschuldig“ erklärt werden. Im Kreuzverhör spielen Sympathien keine Rolle, jede und jeder muss sich den scharfen Fragen der Anwältin stellen, auch Opfer vermeintlicher sexueller Übergriffe, deren Aussagen vor Gericht analysiert und auseinandergenommen werden. Bis zu dem Tag, an dem etwas passiert, was Tessa nie für möglich gehalten hätte: Ihr Kollege, mit dem sie eine Affäre hat, wird nach einem Date sexuell übergriffig. Während ihr Leben vor ihren Augen zusammenbricht, wird Tessa von der Strafverteidigerin zur Anklägerin und erlebt die Vorgänge im Gerichtssaal von der anderen Seite.
"Prima facie" ist ein juristischer Terminus, der auf Deutsch Anscheinsbeweis heißt und so viel bedeutet wie "bis auf Widerruf" oder "solange sich keine neuen Evidenzen einstellen". Kann das System, an das Tessa so sehr geglaubt hat, sie schützen – oder lässt es sie am Ende im Stich?
Der preisgekrönte Monolog der australischen Autorin Suzie Miller wurde 2019 in Sidney uraufgeführt und hat bereits erfolgreich im Londoner Westend und jüngst am Broadway Premiere gefeiert.
Regie: András Dömötör
Bühne und Kostüme: Moïra Gilliéron
Musik: Tamás Matkó
Dramaturgie: Jasmin Maghames
Wir weisen darauf hin, dass dieses Theaterstück auch sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung und Traumabewältigung thematisiert.
In diesem Stück kommen Stroboskop-Effekte zum Einsatz.
Dauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
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Die Räuber. Der Ort der Geschichte ist Deutschland
ein Schauspiel von Friedrich Schiller
Die Welt ist aus den Fugen. Nicht nur, dass die Vorboten der französischen Revolution die Gesellschaft durch Klassenkämpfe und Gewalt erschüttern, auch die familiäre Ordnung des alten Grafen von Moor droht zu zerbersten. Franz, der zweitgeborene Sohn, fühlt sich um die väterliche Gunst betrogen und will Rache nehmen. Er ersinnt eine Intrige gegen den älteren, begünstigten Bruder Karl, woraufhin jener vom Vater verstoßen wird. Gekränkt von der Zurückweisung des Vaters schließt sich Karl einer Bande von Räubern an, um gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft zu kämpfen. Während sich Karl für die Freiheit des Einzelnen und die Emanzipation vom tyrannischen Staat einsetzt, offenbart Franz die dunklen Seiten des Machtstrebens. Die Situation gerät außer Kontrolle, der Kampf um individuelle Freiheit wird zum Zündstoff eines schonungslosen Zerstörungswerks. Hass, Selbstbezogenheit und entfesselte Gewalt greifen um sich.Als Schillers Schauspiel Die Räuber am 13. Januar 1782 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt wurde, reagierte das Publikum geradezu elektrisiert. Schillers neuer Bühnenton wirkte rasant, wortgewaltig und respektlos. „Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraum! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme. Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Thüre. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht!”
Am Deutschen Theater spürte die Regisseurin Claudia Bossard bereits in ihrer gefeierten Uraufführung von Rainald Goetz‘ Baracke dem Zusammenhang von Familie und Gewalt im bürgerlichen Milieu nach. Indem sie Schillers berühmten Klassiker als mentalitätsgeschichtliches Zeitdokument liest, setzt sie ihre Auseinandersetzung mit der deutschen bürgerlichen Gesellschaft fort und ergründet das Zusammenspiel von Kunst, Ethik und Politik im Terror der Festung Familie.
Regie: Claudia Bossard
Bühne: Elisabeth Weiß
Kostüm: Andy Besuch
Musik: Annalena Fröhlich
Licht: Cornelia Gloth
Dramaturgie: Daniel Richter
empfohlen ab Klasse 11
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
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Liebe, einfach außerirdisch
von René Pollesch
Unsere Mission wird beendet??? Nein, Wir müssen ZURÜCK??? NEIN!!!!!!! Ich kann nicht glauben, dass man uns abberuft. Glaubst du, ich werde sie nicht vermissen, die Leute, die ich hier liebgewonnen habe? Die Art, wie die Menschen ihren Blick abwenden, wenn ich auf sie zugehe? Oder die da oben im zweiten Rang, die mich sowieso nicht sehen?Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Video: Roman Kuskowski
Dramaturgie: Bernd Isele
Licht: Matthias Vogel
Dauer: 1 Stunde 25 Minuten, keine Pause
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Der Liebling
von Svenja Viola Bungarten
Die gigantischen Konzerne Never und Immer ringen um die Monopolstellung auf dem Markt und um die Erfindung des nächsten innovativen Frauenhygieneartikels. Die CEOs Franka und Bettina wollen die Firma der jeweils anderen aufkaufen und sich gegenseitig an den Kragen. Ihre Kinder buhlen um das Erbe und um die Zuneigung ihrer Mütter, während deren Vertraute, Beraterinnen und Praktikantinnen eigene Karrierechancen wittern. Vielschichtige Intrigen und Affären entspinnen sich, genauso wie unerwartete Allianzen.Inspiriert von popkulturellen Referenzen wie den Filmen The Favourite, Der Teufel trägt Prada oder der Serie Succession untersucht die Dramatikerin Svenja Viola Bungarten Spielarten von Macht und Solidarität unter Frauen. Was sind die Kosten von Erfolg? Auf welche Weisen arbeiten Frauen am Patriarchat mit? Was macht Macht mit Feminismus, und welche Macht braucht Feminismus?
Auf die Bühne gebracht wird der Text in der Regie von Anita Vulesica, die sich in der Spielzeit 2023/24 bereits mit der Inszenierung von Georges Perecs Die Gehaltserhöhung am Deutschen Theater auf tiefgründige und zugleich irrwitzige Weise mit dem Themenkomplex von Arbeit und Lohn befasst hat.
Regie: Anita Vulesica
Bühne: Henrike Engel
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Carolina Bigge
Choreografie: Mirjam Klebel
Video: Phillip Hohenwarter
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Lilly Busch
empfohlen ab Klasse 10
Dauer: 2 Stunden, keine Pause
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Ach, Mom!
Eine nichteuklidische Seifenoper von Nico Sauer
Es beginnt in einem Wohnzimmer, wie in jeder Sitcom. Und endet im Delirium.Ach, Mom! ist eine choreografierte Multicam-Inszenierung für vier Schauspieler:innen, bei der Techniken aus der musikalischen Komposition auf das Vokabular des Schauspiels übertragen werden. Komplexe Erzählmuster entstehen nicht durch Handlung, sondern durch rhythmische Überlagerung, Phasenverschiebung und fein getimte Körperinteraktionen. Gesten werden von ihren Funktionen entkoppelt, Objekte verlieren ihre Subjekte, Stimmen schweben zwischen Lip-Sync und realer Sprache. Die Kamera übernimmt nicht länger die Rolle des neutralen Beobachters, sondern emanzipiert sich – zoomt, verpasst, insistiert. Was als Sitcom beginnt, endet im Rausch einer neuen, grotesken Theatersprache.
Ach, Mom! ist keine Erzählung über Familie – sondern eine Partitur über ihre Zeichen. Ein Delirium aus Rhythmen, Blicken, Routinen und Brüchen. Eine Sitcom, die sich selbst zum Explodieren bringt, um aus ihren Trümmern ein neues Modell performativer Erzählung zu bauen.
Der Komponist, Multimediakünstler und Regisseur Nico Sauer untersucht in seinen Projekten zwischen Musiktheater, bildender Kunst und Performance die Grenzen musikalischer Komposition und theatraler Genres und konnte mit seinem Projektvorhaben Ach, Mom! die Jury des Open Calls überzeugen.
„Ich bin es gewohnt durch's Raster zu fallen.” Nico Sauer spricht im Interview über Verblüffung, das Wandeln zwischen den Sparten und das Loslassen lernen.
Regie: Nico Sauer
Ausstattung: Maria Magdalena Emmerig
Dramaturgie: Johann Otten
empfohlen ab Klasse 11
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Tagebuch eines Wahnsinnigen
von Nikolai Gogol
aus dem Russischen von Kai BorowskyPoprischtschin ist ein kleiner Beamter im Staatsdienst. Jeden Tag müht er sich in seinem grauen Alltag ab, ist unglücklich in seinem Beruf und auch noch hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er träumt vom sozialen Aufstieg und zieht sich mehr und mehr aus der ihn demütigenden Realität zurück, um sich schließlich komplett in eine Scheinwelt zu flüchten.
Nikolai Gogol beschreibt in Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen die Situation eines Mannes, der keine Chance mehr hat auf Karriere und Aufstieg in der Gesellschaft, sich aber weigert, dies zu akzeptieren. Stattdessen versucht er, seinen Minderwertigkeitskomplex durch ein bis zum Größenwahn gesteigertes Omnipotenzgefühl zu bewältigen. Samuel Finzi spielt den Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine neue Karriere startet.
Regie: Hanna Rudolph
Bühne: Mareile Krettek
Kostüme: Geraldine Arnold
Musik: Jacob Suske
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
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Fake Jews
von Noam Brusilovsky
1995 erscheint bei Suhrkamp ein Band mit Erinnerungen eines lettischen Holocaustüberlebenden. Die Veröffentlichung erhält zahlreiche Preise und wird als bewegendes Zeitdokument bestens besprochen. Bis nur drei Jahre später ein schweizerisch-jüdischer Journalist aufdeckt: Der Autor dieser angeblichen Memoiren ist weder Jude, noch war er je vom Terror der Nationalsozialisten betroffen, sondern schreibt aus einer erfundenen Perspektive, hat sich seine jüdische Biographie also nur ausgedacht.Allerdings: Diese Aneignung einer jüdischen Opferbiografie ist keineswegs ein Einzelfall, und was aufgrund der fiktiven Biografie des Binjamin Wilkomirski anschließend als „Wilkomirski-Syndrom” beschrieben wird, erfährt seit dem zweiten Weltkrieg regelrecht Konjunktur. Insbesondere im Land der Täter und der nicht flächendeckend aufgearbeiteten Familiengeschichten finden sich zahlreiche Figuren, die sich einen Vorteil durch die Behauptung einer Verfolgungsbiographie versprechen, unter ihnen eine bekannte Bloggerin, ein langjähriger Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde bei Hamburg oder ein einflussreicher Journalist.
In einer Gegenwart, in der die eigene Identität für die Sichtbarkeit und Relevanz einer Aussage zunehmendes Gewicht erhält, werden bestimmte Biographien zum Privileg: Ist die Aneignung jüdischer Identität also ein Karrierevorteil? Ein Verkaufsargument? Oder wird vielmehr nicht allzu genau überprüft, ob das Behauptete stimmt, wenn es historisch so sensibel ist? Noam Brusilovsky untersucht diese Fragen in einem Monologprojekt und beleuchtet die blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur in einer sich zunehmend polarisierenden Gegenwart.
Regie: Noam Brusilovsky
Ausstattung: Julia Plickat
Musik: Tobias Purfürst
Dramaturgie: Johann Otten
Dauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
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Sonne und Beton
nach dem Roman von Felix Lobrecht
Ein Sommer zwischen Plattenbauten. Hitze, Langeweile, Gewalt. Zu wenig Geld, zu wenig Platz in der Familie. Und ab und zu auch Schule. Der 16-jährige Lukas wird in einen Konflikt zwischen Dealergruppen verstrickt. Gibt der Klügere nach? Oder tritt der Klügere nach? Beides scheinen schlechte Optionen. Ein neuer Mitschüler aus Marzahn-Hellersdorf hat eine geniale Idee und in einem schwindelerregenden Moment beschließen Lukas und seine Freunde, die nagelneuen Computer zu stehlen, die der Senat seiner „Problemschule“ gestiftet hat – ohne dass die Jungs zu Ende denken, wie man sie eigentlich unauffällig zu Geld machen könnte. Ein rasanter Wettlauf gegen alle Wahrscheinlichkeiten beginnt.Autor Felix Lobrecht ist Comedian und Host eines der erfolgreichsten deutschen Podcasts: Gemischtes Hack. Sein autobiografisch inspirierter Kult-Roman erzählt im Neuköllner Slang zugleich humorvoll, drastisch und berührend vom Aufwachsen in Berlin-Gropiusstadt. DT Jung* bringt Sonne und Beton in einer mobilen Uraufführung von Karsten Dahlem nach ganz Berlin: in die Klassenzimmer der verschiedensten Bezirke, genauso aber auch ins Jugendzentrum, in den Nachbarschaftsgarten oder die Vereinskantine. Wir packen die Inhalte und Figuren ein und bringen das Theater in alle Ecken dieser Stadt. Abgerundet wird die Aufführung mit einem anschließenden Nachgespräch vor Ort.
Regie: Karsten Dahlem
Ausstattung Justina Jaszczuk
Musik: Hajo Wiesemann
Dramaturgie: Lilly Busch
Assistenz, Theaterpädagogik: Caroline Ader
Künstlerische Vermittlung: Viola Novak
empfohlen ab Klasse 8
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Sonne und Beton kommt zu Ihnen!
Sie möchten diese Produktion von DT Jung* mit Ihrer Klasse, im Jugendclub, Stadtteilzentrum oder Nachbarschaftsgarten erleben? Theater Mobil bringt das Theater direkt zu Ihnen in die Schule und an andere Orte.
Dauer: 90 Minuten, inklusive Nachgespräch
Kosten: 6 Euro pro Schüler:in
Sollten Einzelne sich den Preis nicht leisten können, unterstützen die DT Freunde den Besuch!
Bitte beachten Sie: Die mobilen Aufführungen im Oktober sind bereits alle vergeben.
Über weitere Termine informieren wir Sie hier sowie im monatlichen DT Jung* Newsletter. Jetzt anmelden und als Erste:r von neuen Vorstellungsterminen erfahren.
empfohlen ab Klasse 8
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Leichter Gesang
von Nele Stuhler
„Ich verstehe Bus / Ich verstehe U-Bahn / Ich verstehe Bus-Bahn-Hof / Ich versteh an Halte-stelle!”Was bedeutet es, etwas zu verstehen oder nicht zu verstehen? Welche Sprache braucht es für Verständigung? Und was geschieht, wenn genau dieser Versuch das Verstehen, das Missverstehen selbst zum Thema eines Theaterabends wird? Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr begeben sich gemeinsam mit Schauspieler:innen des DT und des inklusiven RambaZamba Theaters auf eine poetische Forschungsreise: ins Innere des Sprechens, des Schreibens und in das produktive Missverständnis.
Leichter Gesang ist ein Theatertext, der nicht vorgibt, alles zu wissen, sondern sich bewusst im Nicht-Wissen verortet. Der in der Sprache selbst sein Material findet und sie gleichzeitig in Frage stellt. Nele Stuhler arbeitete dabei auch mit Elementen der Leichten Sprache, ohne sie eins zu eins zu übernehmen. Stattdessen nutzte sie deren Prinzipien. Herausgekommen ist eine Sprache, die zugleich einfach und komplex ist. Eine Sprache, die allen fremd ist und damit alle gleichermaßen einlädt, sich ihr zu nähern. Eine Inszenierung über Sprache, über ihre Macht und ihre Grenzen. Über das, was verständlich erscheint; und was sich im nächsten Moment wieder entzieht. Die Begriffe neu sortiert, Fragen stellt, statt Antworten zu geben. Ein Text, der erklingen will, im Sprechen, im Singen, im Spiel. Und der dabei erfahrbar macht, dass Verständigung nicht im Beherrschen von Sprache liegt, sondern im gemeinsamen Versuch.
Verstehen? Nicht verstehen! In unserem Spielzeitmagazin sprechen Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr über ihr Projekt Leichter Gesang und die Frage, wie ein Stücktext neue Begegnungen ermöglichen kann.
Regie: FX Mayr
Bühne: Anna Wohlgemuth
Kostüm: Korbinian Schmidt
Musik: Matija Schellander
Licht: Thomas Langguth
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
Projektmitarbeiterin: Inklusive Kunstpraxis Joy von Wienskowski
Dauer: 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
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fünf minuten stille
von Leo Meier
Drei Menschen finden sich in einem Raum wieder, den sie nicht mehr verlassen können. Alles, was sie wollen, sind fünf Minuten Ruhe. Dem Wind im Kornfeld lauschen. Den Vögeln im Geäst. Vielleicht sogar dem eigenen Herzschlag.Fünf Minuten ohne Meinungen, ohne Haltungen. Doch das stetige Rauschen der Welt zum Verstummen zu bringen, erweist sich als schwerer als gedacht. Kaum kehrt Stille ein, drängt sich die Welt von draußen wieder dazwischen – mit all ihren Stimmen, Gewissheiten und Widersprüchen. In einem jedoch scheinen sie sich einig: Die Hölle, das sind die anderen da draußen.
Leo Meiers Stück zwei herren von real madrid wurde 2022 beim Heidelberger Stückemarkt mit dem Publikumspreis sowie dem SWR2-Hörspielpreis ausgezeichnet. Sein Stück auf der suche nach dem verlorenen bagger ist zu den Autor*innenTheaterTagen 2026 am Deutschen Theater eingeladen.
Regie: Giulia Lancellotti
Bühne: Diana Berndt
Kostüme: Anna Weidemann
Komposition & Sound: Marina Lukashevich
Licht: Peter Grahn
Dramaturgie: Christopher-Fares Köhler
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Einsame Menschen
von Gerhart Hauptmann
Familie Vockerat lebt in einem Haus direkt am Müggelsee und eigentlich ist alles perfekt. Das Paar Johannes und Käthe hat gerade ein Kind bekommen. Johannesʼ Mutter Martha ist angereist, um ihre Schwiegertochter durchs Wochenbett zu begleiten. Doch das Glück will sich nicht richtig einstellen. Käthe versinkt im postnatalen Tief, Johannes fühlt sich verpflichtet, es allen recht zu machen und zugleich seine eigenen beruflichen Ziele zu verwirklichen. Martha beobachtet sorgenvoll, wie das Paar auseinanderdriftet. Als Johannesʼ Jugendfreundin Braun wie gewohnt zu Besuch kommt, bringt sie unerwartet einen weiteren Gast mit: Arno, der willkommene Abwechslung verspricht und alle in seinen Bann zieht. Schnell entsteht eine innige Freundschaft zwischen Johannes und Arno. Bei dem jungen Vater wird eine Sehnsucht wach, die seinen Lebensentwurf ins Wanken bringt.Basierend auf Gerhart Hauptmanns Drama widmet sich Daniela Löffner dem fragilen Schwebezustand, der entsteht, wenn vermeintliche Gewissheiten sich auflösen und Entscheidungen noch ausstehen. Mit wem möchte ich leben und wie? Wieviel Verbindlichkeit braucht es, um nicht einsam zu sein?
Fassung: Daniela Löffner
Regie: Daniela Löffner
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Carolin Schogs
Musik: Matthias Erhard
Dramaturgie: Sima Djabar Zadegan, Juliane Koepp
Licht: Thomas Langguth
Dauer: 3 Stunden, eine Pause
Mit englischen Übertiteln
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Man will hoffen, dass diese Sex-Szene nicht den einzigen Unterschied zu durchschnittlichen Stadttheaterniveau darstellt. Wobei natürlich nichts gegen Erotik in entsprechender Arbeitskleidung einzuwenden ist. Aber angesichts der zahlreichen Preise und Nominierungen der Regisseurin Daniela Löffner sollte mehr zu erwarten sein.
Im Rückblick ist es eigentlich eine Inszenierung auf durchschnittlichem Stadttheaterniveau. Wäre da nicht... ja, wäre da nicht diese explizite und intensive Nackt- und Liebesszene. Wohl die graphischste, die ich je auf einer Bühne gesehen habe. Und dann auch noch ganz diversity-konform zwischen zwei Männern. Von dieser Inszenierung wird mir vor allem im Gedächtnis bleiben, wie Kohler und Trebs nach der Pause ihre Zuneigung, Leidenschaft und Erotik füreinander aufbauen und ausleben. Löffner geht dabei an die Grenze dessen, was auf einer Bühne noch darstellbar ist. Mit Kohler und Trebs hat sie zwei mutige Schauspieler, die beim Liebesspiel ebenfalls persönliche Grenzen auszuloten scheinen, wie weit sie im Theater gehen können oder wollen. Der intimste und ehrlichste Theatermoment, den ich je auf einer Bühne gesehen habe, war der, als man beim splitternackten Enno Trebs seine aufkommende sexuelle Erregung deutlich erkennen konnte. Da hier dann wohl die Grenze des Darstellbaren auf der Bühne verläuft, zog er zwar zügig seine Unterhose an, um es zu kaschieren, aber das war für mich ein Theatermoment, der an Ehrlichkeit und Authentizität nicht zu toppen war. Hier war Theater dann keine Illusion mehr sondern Realität. Von daher Chapeau an diese beiden großartigen Darsteller für so viel Privates, Persönliches und Intimes in dieser Inszenierung.
Man will hoffen, dass diese Szene nicht den einzigen Unterschied zum durchschnittlichen Stadttheaterniveau darstellt. Wobei natürlich nichts gegen Erotik in entsprechender Arbeitskleidung einzuwenden ist. Aber angesichts der zahlreichen Preise und Nominierungen der Regisseurin Daniela Löffner sollte mehr zu erwarten sein.
Junges DT: Die Schule
Ein interaktives Rätselgame des Jungen DT
Die 16-jährige Laura findet am letzten Schultag vor dem Lockdown eine Nachricht in ihrem Spind. Eine Mitschülerin ist in Gefahr und bittet sie um Hilfe. Aber Laura kann die Rätsel, die sie in ihren Schulheften findet, nicht lösen. Da sie an ihrer Schule niemandem mehr trauen kann, bittet sie vier Außenstehende um Hilfe…In dem interaktiven Spiel mit Liveperformer_innen erhalten die Zuschauer_innen über Zoom, Telegram und Webseiten immer tiefere Einblicke in düstere Machenschaften der Schule. In Anlehnung an Escape Rooms und Detektivspiele entfaltet sich ein Mikrokosmos korrupter Cliquen-Anführer, illegaler Veranstaltungen und verängstigter Schüler_innen. Solidarität ist hier keine Tugend. Aber wer hat ein Motiv? Wer hat zu viel zu verlieren? Und wer hat gar keine Skrupel?
Das Spiel ist für vier Spieler_innen konzipiert. Um teilzunehmen, brauchen Sie einen PC, ein Smartphone mit der Messenger-App Telegram und eine stabile Internetverbindung.
Bitte geben Sie beim Ticketkauf unbedingt Ihre Wohnadresse, E-Mail und Telefonnummer an. Einige Materialien erhalten Sie vor Spielbeginn per Post und über Telegram. Wenn Sie mit einer oder mehreren Personen zusammenspielen wollen, geben Sie auch deren Adressen und Mobilnummern beim Ticketkauf an. Ihre Daten werden nur im Rahmen der Aufführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben!
Tickets: 10 / ermäßigt 5 Euro
Dauer: ca. 90 Minuten
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an info@jungesdt.de.
Leitung Nelly Gypkens, Lasse Scheiba Assistenz Nora Josif Mit Mina Guschke, Songül Ince, Lilly Sorgenfrey, Elias Leonard Thurow, Karolin Weber, Amon Wendel, Tessa Wyrostek
Junges DT: Die Schule bewerten:
Bewertungen & Berichte Junges DT: Die Schule
Das TheaterGame des Jungen DT ist unglaublich liebevoll gemacht und bietet Rätsel auf unterschiedlichen Ebenen, die gemeinsam im Team gelöst werden können. Man bekommt z.B. einen Schulhefter nach Hause geschickt, in dem sich Hinweise verstecken, die man kombinieren muss mit denen, die die Mitspieler bei sich intdecken. Man begegnet Performen live im Chat, per Zoom und sogar am Telefon. Extrem gut ausgedacht, lebendig und engagiert gespielt, dazu noch eine gute, stimmige Geschichte. Unbedingt empfehlenswert als unterhaltsamer Abend mit Freunden und (dann) neuen Bekannten!
Das TheaterGame des Jungen DT ist unglaublich liebevoll gemacht und bietet Rätsel auf unterschiedlichen Ebenen, die gemeinsam im Team gelöst werden können. Man bekommt z.B. einen Schulhefter nach Hause geschickt, in dem sich Hinweise verstecken, die man kombinieren muss mit denen, die die Mitspieler bei sich intdecken. Man begegnet Performen live im Chat, per Zoom und sogar am Telefon. Extrem gut ausgedacht, lebendig und engagiert gespielt, dazu noch eine gute, stimmige Geschichte. Unbedingt empfehlenswert als unterhaltsamer Abend mit Freunden und (dann) neuen Bekannten!
Deutsches Theater Berlin
Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum. Hinter seiner eleganten klassizistischen Fassade beherbergt das 1849 gegründete Theater in der Schumannstraße heute drei Bühnen: Das Große Haus mit ca. 600 Plätzen, die Kammerspiele mit ca. 230 Plätzen sowie die 2006 neu eröffnete Box - eine kompakte Blackbox im Foyer der Kammerspiele mit 80 Zuschauerplätzen. Auf dem Spielplan stehen zum einen Klassiker und moderne Klassiker von Autoren wie Shakespeare, Schiller, Tschechow, Sartre, Ibsen und Goethe, zum anderen werden Stücke zeitgenössischer Autoren wie Lukas Bärfuß, Dea Loher, Wolfram Lotz, Roland Schimmelpfennig, Ferdinand Schmalz und Nis-Momme Stockmann gezeigt und zur Uraufführung gebracht. Einmal im Jahr finden am Deutschen Theater die Autorentheatertage statt, ein 14-tägiges Festival der zeitgenössischen Dramatik.Deutsches Theater Berlin bewerten:
Bewertungen & Berichte Deutsches Theater Berlin
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- Premiere: Deutscher Herbst
- Bunbury. Ernst sein is everything!
- Der erste fiese Typ
- Die Gehaltserhöhung

- Heimsuchung
- Polaris
- Gift

- Parzival
- Die drei Leben der Hannah Arendt

- Die Marquise von O. und –
- Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater
- Die Physiker
- Kirill & Friends Company: Apocalypse Tomorrow
- Schicklgruber

- Unter Vögeln
- Böhm

- Prima Facie

- Die Räuber. Der Ort der Geschichte ist Deutschland
- Liebe, einfach außerirdisch
- Der Liebling

- Ach, Mom!
- Tagebuch eines Wahnsinnigen
- Fake Jews
- Sonne und Beton
- Leichter Gesang

- fünf minuten stille
- Das Deutsche Theater in Berlin zählt zu den bedeutendsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum.
- Uraufführung: Die Hexen von Bernau
- Wir spielen Alltag
- Ach Jott, wat sind die Männer dumm!
- Hildegard Knef: Ich glaub’, ‘ne Dame werd’ ich nie
- Diva Berlin
- 100 Tage
- Adam Schaf hat Angst
- Die Dietrich - Eine Schöpfungsgeschichte
- Thomas Mann: Mario und der Zauberer
- Kurt Tucholsky: Gegen einen Ozean pfeift man nicht an
- Das Theater Unter den Linden
- Das THEATER IM PALAIS BERLIN ist ein musikalisches Salontheater, das sich im historischen Palais am Festungsgraben mitten in Berlin vor allem den Themen und Geschichten rund um die Hauptstadt widmet.
SatireTheater Potsdam Potsdam, Charlottenstraße 31
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