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Literatur | Lesung

Stefan Schwarz:
Ist der immer so?

Satire Theater Potsdam

Geschichten aus dem leeren Nest Nicht völlig korrekter Humor für alle Menschen zwischen Akne und Arthose. Stefan Schwarz, geboren 1965 in Potsdam, ist Journalist und Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und für das Fernsehen, vor allem aber Kolumnenbände wie «Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut» (2008) und Romane wie «Das wird ein bisschen wehtun» (2012) oder «Oberkante Unterlippe» (2016). Zuletzt erschienen „Voller Wermut blicke ich auf mein Leben zurück“ (2020), „Da stimmt was nicht“ (2021) und „Bis ins Mark“ (2022). Seine Lesungen genießen Kultstatus. 25,00 €
Literatur

Monika Gruber, Andreas Hock:
Willkommen im falschen Film

Culturall.info - Buchtipps

Neues vom Menschenverstand in hysterischen Zeiten Ja, sind denn alle endgültig verrückt geworden? Kaum ist die Pandemie vorbei, geht der Wahnsinn weiter , wie Monika Gruber und Andreas Hock feststellen müssen. Egal, ob grüne Wärmepumpenfetischisten oder notorische PS-Protzer, verblendete Woke-Aktivisten oder ideologisierte Lehrer, besserwisserische Medienmacher und weltfremde Politiker: hier bekommt jeder sein Fett weg , der den gesunden Menschenverstand gegen Hysterie oder ein paar Gendersternchen eingetauscht hat. Gewohnt frech, scharfsinnig und bitterböse widmen sich die beiden wieder dem Zustand der Gesellschaft und legen zum Trost ein sehr, sehr lustiges Buch vor denn manchmal hilft gegen den Wahnsinn unserer Zeit nur noch Auswandern, Alkohol oder: Humor. »Ein kleines böses Buch zur Lage der Nation. Und zugleich eine Impfung gegen Hysterie und Panikmache.« Stern »Ein echtes Lesevergnügen, das nur die nicht komisch finden werden, die verlernt haben, über sich selbst zu lachen.« Münchner Merkur »Ein lustiger, kluger Appell für endlich mehr Miteinander.« Focus »Ein Kracher!« Frau im Spiegel
Literatur

Dirk Oschmann:
Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

Culturall.info - Buchtipps

»Der Osten hat keine Zukunft, solange er nur als Herkunft begriffen wird.« Was bedeutet es, eine Ost-Identität auferlegt zu bekommen? Eine Identität, die für die wachsende gesellschaftliche Spaltung verantwortlich gemacht wird? Der Attribute wie Populismus, mangelndes Demokratieverständnis, Rassismus, Verschwörungsmythen und Armut zugeschrieben werden? Dirk Oschmann zeigt in seinem augenöffnenden Buch, dass der Westen sich über dreißig Jahre nach dem Mauerfall noch immer als Norm definiert und den Osten als Abweichung. Unsere Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden von westdeutschen Perspektiven dominiert. Pointiert durchleuchtet Oschmann, wie dieses Othering unserer Gesellschaft schadet, und initiiert damit eine überfällige Debatte.
Literatur

Martin Suter:
Melody

Culturall.info - Buchtipps

In einer Villa am Zürichberg wohnt Alt-Nationalrat Dr. Stotz, umgeben von Porträts einer jungen Frau. Melody war einst seine Verlobte, doch kurz vor der Hochzeit – vor über 40 Jahren – ist sie verschwunden. Bis heute kommt Stotz nicht darüber hinweg. Davon erzählt er dem jungen Tom Elmer, der seinen Nachlass ordnen soll. Nach und nach stellt sich Tom die Frage, ob sein Chef wirklich ist, wer er vorgibt zu sein. Zusammen mit Stotz’ Großnichte Laura beginnt er, Nachforschungen zu betreiben, die an ferne Orte führen – und in eine Vergangenheit, wo Wahrheit und Fiktion gefährlich nahe beieinanderliegen. Hardcover Leinen 336 Seiten erschienen am 22. März 2023 978-3-257-07234-1 € (D) 26.00 / sFr 35.00* / € (A) 26.80
Literatur

Mathias Brodkorb: Gesinnungspolizei im Rechtsstaat?

Culturall.info - Buchtipps

Der Verfassungsschutz als Erfüllungsgehilfe der Politik. Sechs Fallstudien Wird der Verfassungsschutz zu einer Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung? Mathias Brodkorb legt den Finger in die Wunde. Dabei spart er auch das heikle Thema eines möglichen Parteiverbots der AfD nicht aus. Trotz aller Skandale, in die das Bundesamt für Verfassungsschutz im Laufe seiner Geschichte verwickelt war, genießt es in der deutschen Medienöffentlichkeit großes Vertrauen. Wer als »Beobachtungsfall« oder gar als »gesichert rechts- oder linksextrem« eingestuft und damit an den Pranger gestellt wird, ist öffentlich stigmatisiert und wird tendenziell vom demokratischen Diskurs ausgeschlossen. Da der deutsche Inlandsgeheimdienst keine exekutiven Befugnisse hat, ist er für die Gesinnungsprüfung der von ihm Beobachteten zuständig. Mathias Brodkorb analysiert in seinem neuen Buch die rechtlichen Grundlagen, Struktur und Aufgaben des deutschen Inlandsgeheimdienstes und zeigt in sechs Fallstudien, wie der Verfassungsschutz nicht nur oftmals von seiner Aufgabe hermeneutisch überfordert ist, sondern sich zunehmend politisch instrumentalisieren lässt. Mitunter agiert er dabei selbst verfassungswidrig. Demokratische Willensbildung beruht auf freiem Diskurs, der von keiner staatlichen Instanz politisch gelenkt wird. Der Verfassungsschutz aber deutet legitime Grundrechtsausübung häufig als gefährlichen politischen Extremismus. Seit der Corona-Pandemie gilt selbst robust vorgetragene Kritik an der Regierung als Fall für den Inlandsgeheimdienst. Damit wird er zur Gefahr für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft. Eine grundlegende Reform oder gar Auflösung der skandalträchtigen Behörde scheint dringend geboten. Autor(en): Mathias Brodkorb.
Literatur | Lesung

Akademie-Forum: Ali Al-Kurdi

Pierre Boulez Saal

Ali Al-Kurdi, Vortrag Larissa Bender, Übersetzung und Lesung Prof. Dr. Kai Wiegandt, Moderation Farah Sulaiman, Flöte Im Schamaya-Palast, einst eines der luxuriösesten Gebäude des jüdischen Viertels in der Altstadt von Damaskus, werden Ahmad und seine Familie untergebracht, palästinensische Flüchtlinge, die sich von nun an mit knapp 50 weiteren Familien den Palast als Flüchtlingsunterkunft teilen. In George, einem christlichen Palästinenser, findet Ahmad einen guten Freund. Gemeinsam tauchen sie in das Leben in Damaskus ein und gehen den menschlichen Beziehungen in der Altstadt mit all ihrer religiösen und ethnischen Vielfalt nach – bis Ahmad eines Tages verschwindet und die große Politik das Leben der beiden einholt. Ali Al-Kurdis Roman, der von Larissa bender ins Deutsche übersetzt wurde, erzählt vom Elend der palästinensischen Flüchtlinge, von der Lage der syrischen Juden nach der Gründung Israels, vom alltäglichen Leben der Menschen in Damaskus und von Liebesgeschichten zwischen Flüchtlingen und jüdischen Frauen. Ali Al-Kurdi, geboren 1953 in Damaskus, ist ein palästinensischer Schriftsteller und Journalist. Aufgrund seiner politisch-kulturellen Tätigkeiten und seiner Nähe zur linken Bewegung in Syrien stand er ab den 1970er Jahren im Visier der syrischen Geheimdienste und wurde mehrfach zum politischen Gefangenen. Allein von 1982 an war er neun Jahre inhaftiert, zuerst im Geheimdienstgefängnis in Damaskus, danach in den berüchtigten Gefängnissen Tadmur und Saidnaya. 1998 veröffentlichte er auf Arabisch den Kurzgeschichten-Band Die Parade der Wildenten, 2010 erschien mit Der Schamaya-Palast sein erster Roman. Heute lebt er in Weimar. Larissa Bender ist Literaturübersetzerin aus dem Arabischen, Journalistin mit Schwerpunkt Syrien und arabische Literatur, Arabischdozentin, Moderatorin, Workshopleiterin, Gutachterin für arabische Literatur sowie Beraterin für Verlage und Kulturveranstalter. 2018 erhielt sie für ihr Engagement als Brückenbauerin in die arabische Welt das Bundesverdienstkreuz. Mit einem musikalischen Beitrag von Farah Sulaiman (Flöte) In deutscher und arabischer Sprache. Der Eintritt ist frei, eine Registrierung ist erforderlich.
Literatur | Lesung

Eine unwahrscheinliche Existenz. Stimmen junger deutsch-jüdischer Literatur nach dem 7. Oktober 2023

Deutsches Theater Berlin

MIT Slata Roschal, Dmitrij Kapitelman, Leni Karrer, Alexander Estis und Daria von Loewenich Der Schrecken des terroristischen Überfalls der Hamas auf Israel lässt sich kaum in Worte fassen. Dennoch kann sich gerade die deutschsprachige Literatur nicht vor diesem Ereignis verschließen – ebenso wenig wie vor dem jetzt aus allen gesellschaftlichen Poren dringenden Antisemitismus. Auch bleiben – anders als nach Beginn des Ukraine-Krieges – Benefiz-Veranstaltungen zugunsten der israelischen Bevölkerung bislang rar. In unserer Solidaritätslesung kommen nun junge literarische Stimmen zu Gehör: Texte von Slata Roschal, Dmitrij Kapitelman und Alexander Estis gehen in verschiedenster Weise auf die Ereignisse in Nahost, auf aschkenasische Familiengeschichten oder auf Aspekte jüdischer Lebensrealität in Deutschland ein – voller Trauer und Ironie, Bitterkeit und Lebensfreude, Nachdenklichkeit und Chuzpe. Es lesen gemeinsam Alexander Estis, Dmitrij Kapitelman, Slata Roschal, Leni Karrer und Ensemblemitglied Daria von Loewenich. Initiiert und kuratiert von Slata Roschal und Alexander Estis in Kooperation mit dem DT, unterstützt vom DT Freundeskreis. Sämtliche Honorare und Erlöse des Abends gehen zugunsten des Freundschaftsverbandes The parents circle, der sowohl aus palästinensischen als auch israelischen Angehörigen besteht, die im Nahostkonflikt ein Familienmitglied verloren haben. Der Verein setzt sich für ein Ende des Blutvergießens ein und betreibt u. a. Aufklärungsarbeit. Eintritt frei
Literatur | Lesung

Bjarne Mädel, Fritzi Haberlandt und Matthias Brandt lesen "Bin nebenan. Monologe für zuhause"

Deutsches Theater Berlin

Geschichten über wackelige Lebensfundamente und sanierungsbedürftige Innenräume, über vereinsamte und verunsicherte Menschen, die in ihren kleinen Paralleluniversen Überlebenskämpfe mit sich, ihrer Umwelt und für ihre Würde ausfechten. Ingrid Lausund erzählt mit Humor und Scharfsinn von der Sehnsucht nach einem funktionierendem Zuhause. Bjarne Mädel hat mit Lausunds Texten ein Hörbuch-Projekt realisiert und für diese Lesung nun drei dieser zwölf Monologe ausgewählt.
Literatur | Lesung

Zwischenfälle – Wolfram Koch und Werner Eng lesen Daniil Charms

Deutsches Theater Berlin

Es spielt die Einmannkapelle Ingo Günther Als im Februar 2022 Russland die Ukraine überfiel, wurde den dortigen Medien verboten, die Worte Krieg, Aggression oder Invasion in diesem Zusammenhang zu benutzen, sonst drohe die Liquidierung durch ein Gerichtsurteil oder gigantische Geldstrafen. Stellt man sich in diesen Tagen mit einem weißem Blatt Papier in Russland auf einen öffentlichen Platz, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, verhaftet zu werden. Das alles erinnert auf furchtbare Art an die Zeit Daniil Charms, der sein Leben lang Angst hatte, von Stalins Geheimpolizei abgeholt zu werden. Mehrmals wurde er inhaftiert, schließlich verhungerte er während der Leningrader Blockade in einer Gefängnispsychatrie. ‹Mich interessiert nur Quatsch, nur das, was gar keinen praktischen Sinn hat. Mich interessiert das Leben nur in seiner unsinnigen Erscheinung!›, schrieb der Autor. Bei Künstlertreffen gab er sich wie eine Figur aus seinen Schriften und saß oft oben auf einem Schrank, hatte einen grünen Hund auf die Wange tätowiert und deklamierte seine Texte von dort aus. Alogisch oder absurd waren jedoch eigentlich nicht seine Texte, in denen er auf den gewaltigen Umbruch von der zaristischen Epoche in die kommunistische wie auf deren Übergang in die stalinistische Zeit reagierte, sondern das Leben selber. Die Schauspieler Wolfram Koch und Werner Eng werden gemeinsam mit dem Musiker Ingo Günther eine Leseperformance mit Texten des russischen Schriftstellers zeigen. Wolfram Koch erinnern Charms’ Texte in ihrer Verzweiflung und ihrer Art gleichzeitig herrlich schwarzhumorig darüber lachen zu können, an Karl Valentin und Samuel Beckett. Im Zentrum des Abends steht die Textsammlung Zwischenfälle, die beide schon lange begleitet. Das Buch ist eine Ansammlung von abstrusen Stories und ein wilder Ritt durch die unterschiedlichsten literarischen Genres: Gedichte, kurze und ganz kurze Geschichten, Anekdoten und Dramolette wechseln sich ab. Musikalisch werden sie dabei vom Theatermusiker und Komponisten Ingo Günther ergänzt, der seit Jahrzehnten mit Herbert Fritsch zusammenarbeitet. Mit seinem Keyboard wird er improvisatorisch den Abend umrahmen, die Texte begleiten und so den Geist der russischen Grotesken Charms’ musikalisch aufspüren: kaputte Polka, betrunkene Walzer – verzerrt, grotesk und natürlich hochkomisch.
Literatur | Buchpräsentation

Deutsche Buchpremiere "Prima Facie"

Deutsches Theater Berlin

MIT Suzie Miller (Autorin), Pegah Ferydoni (Hörbuchstimme und Lesung) und Tessa Hart (Moderation) Das Gesetz ist dazu da, ALLE Menschen zu beschützen. Oder? Tessa Ensler ist die auffälligste unter den jungen Strafverteidiger:innen Londons. Sie entstammt nicht einer jener angesehenen Familien mit old money. Sie hat sich aus einem Klima häuslicher Gewalt befreit und aus der Arbeiter:innenklasse hochgearbeitet. Heute verteidigt sie unter anderem Männer, die wegen sexueller Übergriffe angeklagt sind. Ihre Art, Zeuginnen – die mutmaßlichen Opfer – ins Kreuzverhör zu nehmen, ist legendär und wird zu ihrer Eintrittskarte in den inner circle der Anwaltskammern. Es scheint, als hätte sie es geschafft. Doch dann passiert etwas, das ihren Glauben an das Gesetz tief erschüttert, und sie entscheidet sich, selbst in den Zeug:innenstand zu treten. Suzie Miller, geboren in Melbourne, hat Jahre lang als Strafverteidigerin gearbeitet, mit besonderem Augenmerk auf sexuellen Missbrauch. Ihr Stück, auf dem ihr Roman basiert, gewann alle großen Preise Australiens sowie den Olivier Award, die wichtigste Auszeichnung im britischen Theater. "Prima facie" ist ihr erster Roman. Der Eintritt ist frei. Eine Veranstaltung von Literatur LIVE und Deutsches Theater Berlin / DT Kontext in Kooperation mit dem Kjona Verlag und speak low Prima Facie erscheint am 29. Januar 2024 im Kjona Verlag (ISBN 978-3-910372-21-4), 352 Seiten; das gleichnamige Hörbuch, gelesen von Pegah Feridony, erscheint bei speak low (ISBN: 978-3-948674-27-4).
Literatur | Lesung

Contemplations into the Radical Others: Laboratory Part 1

MaerzMusik

Im Rahmen des Rechercheprojekts „Contemplations into the Radical Others“ gehen Künstler*innen und Expert*innen in einem interdisziplinären Laboratorium verschiedenen Fragen zum Schaffen von Lucia Dlugoszewski und der Verwaltung ihres Nachlasses nach. Fast ein Vierteljahrhundert nach ihrem Tod steht die Aufarbeitung des umfassenden Schaffens von Lucia Dlugoszewski weiterhin an ihrem Anfang. Im Rahmen des zweiten Teils des von MaerzMusik initiierten Projekts „Contemplations into the Radical Others“ erörtert deshalb ein Laboratorium dringende Fragen zur Nachlassverwaltung und ihrer akademischen und nicht-akademischen Rezeption. Wie lässt sich die Arbeit einer sich dermaßen fließend zwischen den Disziplinen bewegenden Künstlerin kategorisieren? Wie ist ihr Schaffen zwischen Musik und Tanz, Klang und Bewegung methodisch zu erschließen? Welche Spezifika gibt es hinsichtlich ihrer Arbeit mit Schlagwerk zu beachten? Wem gehört ihr Archiv, wer kann einen Anspruch auf die über hundert von ihr entworfenen Instrumente anmelden? Fragen wie diese diskutieren die am Projekt teilnehmenden Künstler*innen gemeinsam mit Dlugoszewski-Expert*innen in einem offenen, interdisziplinären Austausch. „Contemplations into the Radical Others“ ist ein von MaerzMusik gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik, der Erick Hawkins Dance Company, Katherine Duke und Agnese Toniutti lanciertes Rechercheprojekt zu Lucia Dlugoszewski. Nach einer ersten Ausgabe im Vorjahr wird die Auseinandersetzung mit der im Jahr 2000 verstorbenen Komponistin weiter vertieft. Die auch als Dichterin aktive Dlugoszewski studierte Ende der 1940er-Jahre bei Edgard Varèse, Grete Sultan und John Cage, beeindruckte Arnold Schönberg mit ihrem Klavierspiel und suchte in der Arbeit am präparierten Klavier nach Wegen, neue Klänge zu erschaffen. Daneben entwarf sie über hundert Instrumente, von denen einige für „Contemplations into the Radical Others“ von Musikfabrik-Mitglied Thomas Meixner rekonstruiert wurden. Dlugoszewskis Auseinandersetzung mit dem scheinbar Mondänen wie auch dem radikal Anderen setzte auf die Unmittelbarkeit von Musik. Dabei arbeitete sie nicht nur hinter den Kulissen als Komponistin für die Erick Hawkins Dance Company, sondern trat – in poetischer Manier – oftmals auch auf der Bühne neben den Tänzer*innen auf. Ihr Werk wird in Kollaboration mit dem Kölner Ensemble Musikfabrik mit demselben Duktus in den Vordergrund gerückt, in dem sie es einst konzipierte: als Ausdruck der Freiheit von Klang, der wiederum dem Publikum Momente der Freiheit bieten sollte. Im zweiten Teil von „Contemplations into the Radical Others“ präsentiert das Ensemble einige ihrer Stücke erstmals in Europa, nachdem die Partituren aus vorhandenen Aufnahmen aufwendig rekonstruiert wurden. Neben einem Konzertabend mit der Musikfabrik, drei auf Dlugoszewski reagierende Auftragswerke sowie eines umfassenden Laboratoriums, in dem ihre Musik, ihr Klang und ihre Philosophie ausgiebig untersucht und diskutiert werden soll, schließt das diesjährige Programm Auftritte der Pianistin Toniutti sowie der Choreograf*innen Duke und Edivaldo Ernesto mit Mitgliedern der Erick Hawkins Dance Company und in Berlin ansässigen Tänzer*innen ein. Ebenso werden im Rahmen des Projekts drei Auftragswerke von Bethan Morgan-Williams, Mazyar Kashian und Elena Rykova aufgeführt, die künstlerisch auf Dlugoszewski antworten. „Contemplations into the Radical Others“ ist ein Langzeitprojekt von MaerzMusik in Kooperation mit der Erick Hawkins Dance Company, dem Ensemble Musikfabrik, Agnese Toniutti und vielen anderen.
Literatur | Lesung

Akademie Forum: Susan Neiman

Pierre Boulez Saal

Prof. Dr. Susan Neiman, Vortrag Prof. Dr. Roni Mann, Moderation Vashka Delnavazi, Viola Seit sie denken kann, ist Susan Neiman erklärte Linke. Doch seit wann ist die Linke woke? In ihrer von Leidenschaft und Witz befeuerten Streitschrift untersucht sie, wie zeitgenössische Stimmen, die sich als links bezeichnen, ausgerechnet die Überzeugungen aufgegeben haben, die für den linken Standpunkt entscheidend sind: ein Bekenntnis zum Universalismus, den Glauben an die Möglichkeit des Fortschritts und die klare Unterscheidung zwischen Macht und Gerechtigkeit. Dabei setzt sie sich mit der identitätspolitischen Kritik an der Aufklärung als rassistisch, kolonialistisch und eurozentristisch auseinander und stellt fest: Die heutige Linke beraubt sich selbst der Konzepte, die für den Widerstand gegen den weltweiten Rechtsruck dringend gebraucht werden. Susan Neiman ist Direktorin des Einstein Forums in Potsdam. Sie wurde in Atlanta geboren und studierte Philosophie an der Universität Harvard und der Freien Universität Berlin. Bevor sie 2000 die Leitung des Einstein Forums übernahm, war sie Professorin für Philosophie an der Yale University und der Universität von Tel Aviv. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Slow Fire: Jewish Notes from Berlin (1992), The Unity of Reason: Rereading Kant (1994), Evil in Modern Thought: An Alternative History of Philosophy (2002), Fremde sehen anders (2005), Moral Clarity: A Guide for Grown-up Idealists (2008), Why Grow Up? Subversive Thoughts for an Infantile Age (2016), Learning from the Germans. Race and the Memory of Evil (2019) und Left Is Not Woke (2023). Mit einem musikalischen Beitrag von Vashka Delnavazi (Viola) In englischer Sprache. Der Eintritt ist frei, eine Registrierung ist erforderlich.
Literatur | Lesung

Akademie-Forum: Etgar Keret

Pierre Boulez Saal

Etgar Keret, Vortrag Prof. Dr. Kai Wiegandt, Moderation Eesa Khoury, Violine In seinen autobiographischen Texten über seine Mutter porträtiert Etgar Keret sowohl das alltägliche Leben in Israel als auch traumatische Kriegserfahrungen, die vom Leben seiner 1934 in Polen geborenen Mutter inspiriert sind. Diese Kurzgeschichten wurden im Jüdischen Museum Berlin mit Objekten aus der Sammlung des Museums sowie mit Auftragswerken präsentiert, die von zeitgenössischen Künstler:innen in Zusammenarbeit mit dem Autor gestaltet wurden. Die Lesung bezieht auch neue Texte aus seiner demnächst erscheinenden Kurzgeschichtensammlung ein. Etgar Keret wurde 1967 im israelischen Ramat Gan geboren. Er hat Romane, Kurzgeschichten und andere Bücher veröffentlicht und zählt zu den wichtigsten Autoren der zeitgenössischen israelischen Literatur. Seine Werke wurden in 49 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Platinum Prize der Israeli Association of Book Publishers, den er mehrfach erhielt, sowie der Jewish Quarterly-Wingate Prize (2008), der Charles Bronfman Prize (2017) und der Sapir Preis (2018), Israels bedeutendste literarische Auszeichnung, die ihm für sein jüngstes Buch Fly Already verliehen wurde. Als Drehbuchautor und Regisseur gewann er 2007 zusammen mit seiner Frau Shira Geffen die Goldene Kamera bei den Filmfestspielen in Cannes für ihren gemeinsamen Film Jellyfish. Seit zwei Jahren publiziert er auf Substack den wöchentlichen Newsletter Alphabet Soup. Er lebt mit seiner Familie in Tel Aviv und unterrichtet an der Ben Gurion Universität des Negev. Mit einem musikalischen Beitrag von Eesa Khoury (Violine) In englischer Sprache. Der Eintritt ist frei, eine Registrierung ist erforderlich.
Literatur | Lesung

Akademie-Forum: Ali Al-Kurdi

Pierre Boulez Saal

Ali Al-Kurdi, Vortrag Prof. Dr. Kai Wiegandt, Moderation Farah Sulaiman, Flöte Im Schamaya-Palast, einst eines der luxuriösesten Gebäude des jüdischen Viertels in der Altstadt von Damaskus, werden Ahmad und seine Familie untergebracht, palästinensische Flüchtlinge, die sich von nun an mit knapp 50 weiteren Familien den Palast als Flüchtlingsunterkunft teilen. In George, einem christlichen Palästinenser, findet Ahmad einen guten Freund. Gemeinsam tauchen sie in das Leben in Damaskus ein und gehen den menschlichen Beziehungen in der Altstadt mit all ihrer religiösen und ethnischen Vielfalt nach – bis Ahmad eines Tages verschwindet und die große Politik das Leben der beiden einholt. Ali Al-Kurdis Roman erzählt vom Elend der palästinensischen Flüchtlinge, von der Lage der syrischen Juden nach der Gründung Israels, vom alltäglichen Leben der Menschen in Damaskus und von Liebesgeschichten zwischen Flüchtlingen und jüdischen Frauen. Ali Al-Kurdi, geboren 1953 in Damaskus, ist ein palästinensischer Schriftsteller und Journalist. Aufgrund seiner politisch-kulturellen Tätigkeiten und seiner Nähe zur linken Bewegung in Syrien stand er ab den 1970er Jahren im Visier der syrischen Geheimdienste und wurde mehrfach zum politischen Gefangenen. Allein von 1982 an war er neun Jahre inhaftiert, zuerst im Geheimdienstgefängnis in Damaskus, danach in den berüchtigten Gefängnissen Tadmur und Saidnaya. 1998 veröffentlichte er auf Arabisch den Kurzgeschichten-Band Die Parade der Wildenten, 2010 erschien mit Der Schamaya-Palast sein erster Roman. Heute lebt er in Weimar. Larissa Bender ist Literaturübersetzerin aus dem Arabischen, Journalistin mit Schwerpunkt Syrien und arabische Literatur, Arabischdozentin, Moderatorin, Workshopleiterin, Gutachterin für arabische Literatur sowie Beraterin für Verlage und Kulturveranstalter. 2018 erhielt sie für ihr Engagement als Brückenbauerin in die arabische Welt das Bundesverdienstkreuz. Mit einem musikalischen Beitrag von Farah Sulaiman (Flöte) In deutscher Sprache. Der Eintritt ist frei, eine Registrierung ist erforderlich.
Literatur | Lesung

Ulrich Matthes liest: Kurzgeschichten von Joy Williams

Deutsches Theater Berlin

"Joy Williams ist einfach ein Wunder." Raymond Carver "Joy Williams ist ein Geschenk." Bernd Ulrich, Die ZEIT "Unmöglich, schon beim ersten Lesen all die dunklen, überbordenden Geheimnisse dieser Literatur zu erfassen… Doch mir fehlt der Mut, die Geschichten ein zweites Mal zu lesen." Bret Easton Ellis In ihrer Heimat, den USA, gilt Joy Williams als eine der besten und aufregendsten Schriftstellerinnen des Landes. Vielfach ausgezeichnet, ist ihr Sammelband Stories nun auf Deutsch im dtv Verlag erschienen.
Literatur | Festival

Internationales Literaturfestival Berlin

Elf Tage im September übernimmt die internationale Literaturszene jedes Jahr das Kulturleben Berlins - mit Lesungen, Gesprächen, Workshops und Begegnungen.
Literatur | Buchpräsentation

Auf den Brettern der Welt – Das Deutsche Theater Berlin

Deutsches Theater Berlin

Mit Esther Slevogt Moderation: Knut Elstermann Selten spiegeln sich Sternstunden und Abgründe eines Landes so prägnant in der Geschichte eines Theaters wie im Fall des Deutschen Theaters Berlin: angefangen von Aufbruch und Emanzipation des deutschen Bürgertums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem dieses Theater seine Gründung verdankt, hin zum Verhängnis der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, in das dieses Bürgertum im Nationalsozialismus stürzte. Im anschließenden Kalten Krieg war es die wichtigste Bühne in der DDR, von der während der politisch-gesellschaftlichen Wende von 1989/90 entscheidende bis in die Gegenwart reichende Impulse ausgingen. All dies schildert Esther Slevogt in ihrem sprachlich genau, elegant erzählten und wunderbar inszenierten Buch Auf den Brettern der Welt. Auf den Brettern der Welt - Das Deutsche Theater Berlin erschien im Aufbau Verlag
Literatur | Buchpräsentation

Der Schlüssel zum großen Tor

Deutsches Theater Berlin

im Gespräch: Dr. Marija Vulesica (Historikerin und Herausgeberin) und Dr. Nora Pester (Publizistin) es liest: Franziska Machens Juli 1941 in einer Zelle des Gestapo-Gefängnisses in Wien: Der Oberrabbiner von Thessaloniki, der Wiener Rechtsanwalt Dr. Strauss und der Ich-Erzähler aus Zagreb teilen sich die bereits viel zu enge Zelle, als an einem Montag der polnische Wissenschaftler Dov Tarnopolski zu ihnen gebracht wird. Tarnopolskis Ankunft, seine Worte und Kräfte stellen ihre Vernunft auf die Probe und fordern die geltenden Naturgesetze heraus. Er "zaubert" Zigaretten, Kuchen und ein Radio hervor; er widersetzt sich den Aufsehern und seine Anwesenheit wirft die Frage nach dem Schlüssel auf, der den Juden Europas die Freiheit bringen könnte. Hinko Gottlieb (1886-1948) war kroatischer Rechtsanwalt, Zionist, Schriftsteller und Dichter. Im Mai 1941, kurz nach dem deutschen Überfall auf das Königreich Jugoslawien, wird er von der Gestapo nach Wien verbracht. In den Jahren 1942 und 1943 ist er in den italienischen Konzentrationslagern Porto Ré und Kampor interniert. Hier schreibt Gottlieb, organisiert Theateraufführungen und übernimmt geistliche Tätigkeiten, wobei das Manuskript von Der Schlüssel zum großen Tor in den Wirren des Krieges verloren geht. Im März 1945 flieht er mit Ehefrau Ruža Gottlieb nach Palästina, wo er den Roman rekonstruiert und ins Deutsche übersetzt. Fast 80 Jahre später erscheint das Werk jetzt in seinem deutschsprachigen Original. Dr. Marija Vulesica ist Historikerin und Alfred Landecker Lecturer an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Schriften zur Geschichte des Antisemitismus, des Holocaust und der Jüdischen Geschichte in Südosteuropa. Dr. Nora Pester ist Publizistin, Eigentümerin und Verlegerin des Hentrich & Hentrich Verlages, wo der Schlüssel zum großen Tor Anfang Oktober 2023 erscheint. Eine Veranstaltung der Humboldt Universität zu Berlin, in Kooperation mit der Alfred Landecker Foundation, dem Hentrich&Hentrich Verlag und dem Deutschen Theater Berlin.
Literatur | Buchpräsentation

Das Ende ist nah

Deutsches Theater Berlin

Lesung und Gespräch Moderation: Jonas Schönfeldt Über die Hoffnung, in einer fremden Sprache Schutz zu finden Während der Proteste im Iran 2009 ist der ehemalige Student A. gezwungen, sein Land zu verlassen. Die Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend voller Gewalt nimmt er mit. Aus einem Künstler wird ein Flüchtling in Österreich, der offen verachtet wird und in Lagern und Heimen nicht nur Einsamkeit und Verzweiflung, sondern auch Hunger und Demütigung ertragen muss. In Wien trifft er auf Sarah, die sich Hals über Kopf in ihn verliebt. A., der sich nicht öffnen kann, ist für sie Studienobjekt und Halt zugleich, obwohl er selber Halt sucht. Eindringlich und mit großer literarischer Kraft erzählt Amir Gudarzi vom Durchhaltewillen eines Menschen auf der Flucht. Ein bedeutender Roman über Fremdheit und Außenseitertum, über Mut, die Macht der Sprache, Liebe. "Gudarzis Roman zielt ins Herz der Gewalt, der unsichtbaren und unhörbaren, der gleißenden wie der rohen. Es sind die Worte eines jungen Mannes, der aus Teheran und vor seiner Muttersprache flieht, der den Schmerz der erlittenen Repressionen nicht los wird. Seine Haut kann er nicht retten, aber eine Hoffnung und seine Geschichte ." Julia Franck Amir Gudarzi, 1986 in Teheran geboren, ging auf die damals einzige Theaterschule im Iran und studierte danach szenisches Schreiben. Seit 2009 lebt er im Exil in Wien, wo er als vielfach ausgezeichneter (inzwischen) österreichischer Dramatiker und Autor arbeitet. 2021 war er Stipendiat im Literarischen Colloquium in Berlin und erhielt den Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien, 2022 wurden ihm der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker:innen und der Christian-Dietrich-Grabbe-Preis verliehen, in der Spielzeit 2023/24 ist er Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Das Ende ist nah ist sein erster Roman.
Literatur | Buchpräsentation

Kapitulation

Deutsches Theater Berlin

Seit Jahren ist László Carassin erfolglos. Noch nie hat er mit seinen Gedichten Geld verdient, doch dann wird er mit dem Sparkassen-Kunstpreis ausgezeichnet. Als die Preisverleihung im Wolfsburger Ritz-Carlton zur Farce gerät, beschließt László, noch am selben Abend sein altes Leben an den Nagel zu hängen und mit den 7.500 Euro Preisgeld in großem Stil neu anzufangen. Was folgt, ist eine nicht enden wollende Reise, eine Suche nach Identitäten und Lebensentwürfen, die nur eines gemeinsam haben: ihr verlässliches Scheitern. László versucht sich als Kapitalist an der bulgarischen Riviera, als Frührentner am Balaton, als Großkünstler in Nikosia und als bedingungslos Liebender in Odessa. Schließlich ist das Preisgeld aufgebraucht, alle Pläne liegen in Schutt und Asche. Mit László Carassin schenkt Michel Decar uns eine der mitreißendsten literarischen Figuren seit Holden Caulfield. Endlich leidet, liebt, lungert und lustwandelt wieder jemand bis zum bittersüßen Ende – und mit einem unbedingten Glauben ans Leben. "Gut, Amalfi ist das hier nicht, sagte Onkel Bernát, vielleicht auch nicht Antibes. Und wenn schon! Wer braucht schon Antibes? Schmeckt das Leitungswasser da vielleicht besser? Strahlen die Sterne in Antibes heller? Wohl kaum!" Quelle: März Verlag

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