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Ausstellungen | Ausstellung

Wolf Biermann. Ein Lyriker und Liedermacher in Deutschland

Deutsches Historisches Museum

Es lässt sich wohl ohne Übertreibung von Wolf Biermann als bekanntestem Liedermacher Deutschlands, Ost und West, sprechen. Seine Ausweisung aus der DDR 1976 war ein politischer Einschnitt und das Eingeständnis großer Ratlosigkeit der Parteiführung der SED. Anders als weniger bekannte Künstlerinnen und Künstler war Biermann zu populär geworden, um ihn in Haft zu nehmen und er war zu unberechenbar, um ihm öffentliche Auftritte zu erlauben. Viele seiner Lieder, Balladen und Gedichte haben den aktuellen Anlass ihrer Entstehung überdauert. „Warte nicht auf bessre Zeiten“, „Ermutigung“, „Ballade vom preußischen Ikarus“ sind Klassiker geworden. Der Ansatz der Ausstellung zu Leben und Werk von Wolf Biermann ist ein kulturgeschichtlicher. Die Wahl ergibt sich aus der besonderen Stellung, die die Kultur in der DDR einnahm. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte die Berufung auf die Kulturnation, zunächst in Anbindung an die Weimarer Klassik, später als „sozialistische Kulturnation“ (Erich Honecker) zum Selbstbild des Staates. In einem Staat ohne freie Medien vertrat der Kulturbereich den öffentlichen Raum. Das verschaffte der Kunst Sichtbarkeit und Anerkennung, machte sie aber auch zum Objekt von staatlicher Kontrolle und Zwang.
Ausstellungen

neue Veranstaltung

Deutsches Historisches Museum

Ausstellungen | Ausstellung

Zineb Sedira.
Dreams Have No Titles

Staatliche Museen zu Berlin

Zineb Sediras „Dreams Have No Titles" bespielte den französischen Pavillon auf der 59. Biennale von Venedig und wird nun im Hamburger Bahnhof erstmals in Deutschland gezeigt. In dem Zusammenspiel aus Film, Skulptur, Fotografie und Performance verwebt die französisch-algerische Künstlerin Teile ihrer eigenen Biografie mit der Geschichte aktivistischer Filme im Kontext von Frankreich, Algerien und Italien. Sedira (geb. 1963) konzipiert den Ausstellungsraum als Filmset für einen Live-Dreh, der Fiktion und Dokumentation, Persönliches und Kollektives verbindet. In „Dreams Have No Titles" (deutsch: Träume haben keine Titel) beschäftigt sich die Künstlerin nicht nur mit einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der avantgardistischen Filmproduktion der 1960er- und 1970er-Jahre. Sie präsentiert auch eine mahnende Geschichte über das Scheitern eines emanzipatorischen Traums, der bis heute für viele Menschen ein unerfülltes Versprechen bleibt. Anlässlich der 59. Biennale von Venedig erschien die Publikation „Dreams Have No Titles“ von Zineb Sedira. Kuratiert von Yasmina Reggad sowie Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und mit Unterstützung des Institut Français Paris und Germany und des französischen Kulturministeriums. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: ineb Sedira, Dreams Have No Titles, Venedig Biennale 2022, Set Design „Way of Life“ © Thierry Bal)
Ausstellungen | Installation

Library of MaerzMusik

MaerzMusik

Die diesjährige Festivalausgabe lädt täglich ab 14:00 Uhr zu offenem Austausch und persönlichem Studium in die „Library of MaerzMusik“ ins Festspielhaus ein. In dieser modularen Festivalbibliothek tauschen Komponist*innen, Künstler*innen und Autor*innen Ideen aus, geben Einblicke in ihre Arbeitspraxis und teilen ihr Wissen in interaktiven Formaten, Vorträgen und künstlerischen Interventionen. Weitere Informationen über das Bibliotheksprogramm werden in Kürze bekanntgegeben. Eintritt frei
Ausstellungen | Ausstellung

Nandita Kumar: From Paradigm to Paradigm, Into the Biomic Time

MaerzMusik

Die in der daadgalerie ausgestellte Installation von Nandita Kumar (Fellow Musik & Klang 2022) erinnert spielerisch an eine Zeitungspresse, die in einer Endlosschleife feststeckt. Die Arbeit kommentiert das ständige Wiederkäuen von falschen und manipulativen Fakten, mit denen Einzelpersonen und Organisationen die öffentliche Meinung beeinflussen, um ihre eigenen Interessen zu schützen. Sie ist eine Mahnung, dem Echo der Geschichte genau zuzuhören und die unstimmigen Töne der Vergangenheit nicht gedankenlos nachzuspielen. Angesichts der Herausforderungen und ökologischen Folgen des Klimawandels beschäftigt sich Nandita Kumar mit der Diskrepanz zwischen dem Wissen von Wissenschaft, Politik und breiter Bevölkerung. Während Fake News die Klima- und Umweltwissenschaften seit Jahrzehnten plagen und den „Fortschritt“ verlangsamen oder ganz zum Erliegen bringen, haben die Informationsflut, die Komplexität und der Mangel an Bedeutung dazu geführt, dass sich die Menschen zu ängstlich und machtlos fühlen, um einen echten ökologischen Wandel zu bewirken. Kumars Arbeit dekonstruiert die politische Rhetorik im Zusammenhang mit verschiedenen Umweltthemen, indem sie Aussagen von einflussreichen Einzelpersonen, PolitikerInnen und Organisationen zusammenstellt. Unter Verwendung ebenjener Methoden von Datenmanipulation und Fake News wurden die Aussagen durch einen „Haiku“-Generator umgewandelt, der per Algorithmus zu jeder unwahren Aussage ein Gedicht erstellt. Die daraus resultierenden einundneunzig Haikus, die einen musikalischen Code bilden, werden in einer etwa zwölf Meter langen Partitur für Pianola wiedergegeben. Eine digitale Begleitpublikation ermöglicht den Besuchenden, jedes der Gedichte mit seiner ursprünglichen Aussage in Verbindung zu bringen, während weiterführende Essays die Wahrheit hinter diesen Unwahrheiten erläutern. Die Klanginstallation wurde kollaborativ während Kumars Aufenthalt im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms des DAAD entwickelt und umfasst fünf Klangreisen, die die Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Leere repräsentieren. Sie gipfelt in einer Performance, bei der die Haikus zusammen mit dem Pianola vorgetragen werden, sowie einer Collage aus gefundenen Klängen und live entstehender Geräuschemacherei aus Müll und recycelten Objekten. „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“ – Mark Twain Mit: Merche Blasco, Christian Kesten, Felicity Mangan, Alex Nowitz, Ute Wasserman Projektentwicklung Pooja Das, Mitrecherche & Koautorin (Publikation) Tim Rutherford Johnson, Lektorat der Buchpublikation Priyanka Tagore, Haiku-Redakteurin Shikha Usgaonker, Grafikdesign Subhadeep Biswas, Technik Matt Gingold, Pianola-Code Eintritt frei
Ausstellungen | Ausstellung

Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789

Deutsches Historisches Museum

Dazugehören – oder nicht? Diese Frage löst starke, auch widerstreitende Gefühle aus. Die Staatsbürgerschaft bündelt viele dieser Gefühle. Sie ist ein Status des Rechts, der Menschen zusammenführt und zugleich trennt. Sie stiftet nationale und politische Gemeinschaft, aber sie markiert auch einen Unterschied und Vorrang gegenüber denen, die außerhalb der Gemeinschaft stehen. Die Staatsbürgerschaft geriet durch ihre Verbindung mit dem modernen Nationalstaat zum Gegenstand von Kämpfen um Zugehörigkeit und Teilhabe. Sie teilte Rechte auf staatliche Daseinsvorsorge und politische Mitbestimmung zu und bestimmte, wer als Wehrpflichtiger sein Leben für den Staat einsetzen musste. Die Staatsbürgerschaft trug somit zur Konstruktion nationaler, kollektiver Identitätsvorstellungen bei und wurde zum zentralen Instrument der Verteilung von Lebens- und Überlebenschancen in den europäischen Staaten des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung zeigt in einem Durchgang vom ‚langen‘ 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart den Bedeutungswandel und die Mobilisierungskraft von Staatsbürgerschaft: Sie stieg zur dominanten Form politischer Zugehörigkeit im Zeitalter des Nationalstaats auf, wurde von Diktaturen als Instrument ethnischer und politischer Selektion eingesetzt und nimmt in der Unionsbürgerschaft der supranationalen Europäischen Union neue Gestalt an. Dies zeigt die Ausstellung, anhand dreier Länder Europas – Deutschland, Frankreich und Polen –, die als Nachbarstaaten in existentieller Weise durch scharfe Konflikte und enge politische Kooperation miteinander verflochten waren. Die Ausstellung wird von Prof. Dr. Dieter Gosewinkel kuratiert.
Ausstellungen | Ausstellung

Kleine Figuren - große Kunst

Staatliche Museen zu Berlin

Workshop (mehrtägig) / Kinder 6 – 12 Jahre Du erkundest die Ausstellung „Klasse und Masse“ im Alten Museum und erfährst, in welchem Kontext die Figuren hergestellt wurden. Einige Figuren waren wertvolle Einzelstücke, andere gab es in großer Zahl. Durch prächtige Bemalungen stechen einzelne hervor. Lass dich inspirieren, gestalte Einzelstücke und Figuren in Serie. Teilnahmegebühr für alle drei Tage: 36 € Begrenzte Teilnehmerzahl. Online-Buchung erforderlich. Bitte beachten Sie die jeweils am Veranstaltungstag gültigen Aktuellen Informationen für Besucher*innen während der Corona-Pandemie. Treffpunkt: Infostand im Alten Museum Kosten: 36 € Anmeldung: erforderlich Di – Do / 11–14 Uhr
Ausstellungen | Ausstellung

Broken Music Vol. 2

Staatliche Museen zu Berlin

Die Schallplatte – Musik, gepresst in eine schwarze Scheibe aus Kunststoff. Ihre Geschichte ist eine wechselvolle. Von Beginn an faszinierte sie durch den ihr eigenen Widerspruch: ein fester Gegenstand, der jedoch körperlosen Klang enthält. Früh erkannten Künstler*innen die kreativen Möglichkeiten der Schallplatte und verwandelten sie in ein künstlerisches Objekt: Sie entwarfen Hüllen für Plattenfirmen und dokumentierten in den Rillen der Schallplatten den Sound ihrer Kompositionen, Performances, Lesungen und Installationen, wobei sie den akustischen Inhalt und das visuelle Erscheinungsbild meist als Einheit verstanden. 1989 startete in West-Berlin eine Wanderausstellung, die am Puls der Zeit war. Die Person dahinter: Ursula Block, Inhaberin von „gelbe MUSIK“ (1981–2014), einem kleinen, aber weltbekannten Plattenladen in Berlin-Wilmersdorf, in dem alle vorbeischauten, die in die Stadt kamen, darunter einflussreiche Künstler*innen und Musiker*innen wie John Cage, Yoko Ono, Sonic Youth und Björk. Es war die Blütezeit der Schallplatte und Blocks Ausstellung „Broken Music. Artistsʾ Recordworks“ fand ein begeistertes Publikum. Die Schallplatte galt seitdem als ein Leitmedium des vielfältigen Austauschs von Kunst und Musik. Anknüpfend an diese bahnbrechende Ausstellung, verfolgt „Broken Music Vol. 2“ die Beschäftigung von Künstler*innen mit der Schallplatte in den letzten sieben Jahrzehnten. Anhand von 700 Tonträgern, vorgestellt in zehn Kapiteln, beleuchtet die Ausstellung die Entwicklung der Schallplatte als Medium der Kunst von der Nachkriegszeit bis heute und stellt Verbindungslinien her zum Feld der Musik in Komposition und Improvisation, Pop, Punk und Club. Erweitert wird das Panorama durch Klangarbeiten aus der umfangreichen Sammlung der Nationalgalerie, darunter raumfüllende Soundinstallationen und immersive Medienarbeiten. Auf diese Weise zeigen sich zwischen der Schallplatte und den Bereichen Musik, Performance und Soundart Wechselwirkungen, durch die Farben zu Tönen und Klänge zu Bildern werden. Künstler*innen von Andy Warhol bis Barbara Kruger gestalteten ikonische Cover; Christina Kubisch und Susan Philipsz schaffen intensive Soundinstallationen; aufgenommene Performances und Lesungen von Anne Imhof bis Jimmie Durham machen die Schallplatte für ein späteres Publikum erlebbar. Einst Massenmedium, wurde die Schallplatte im digitalen Wandel fast schon abgeschrieben, ihre Faszination aber hat sie nie verloren. Heute erhält sie als Nischenprodukt und Sammelobjekt wieder steigende Aufmerksamkeit. In vielfacher Hinsicht feiert „Broken Music Vol. 2“ die Widerstandsfähigkeit der Schallplatte. Zugleich ist die Ausstellung eine Hommage an alle Künstler*innen und Vinyl-Enthusiast*innen in Berlin und darüber hinaus, die sich nach wie vor diesem Objekt verschrieben haben. Die Schallplatten in „Broken Music Vol. 2“ stammen aus der Sammlung der Nationalgalerie, der es 2019 mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Ernst von Siemens Musikstiftung gelang, einen umfangreichen Bestand an Schallplatten von Ursula Block zu erwerben. Dank der Unterstützung der Freunde der Nationalgalerie sowie zahlreicher Schenkungen konnte dieses Konvolut nun ergänzt und aktualisiert werden. Kuratiert von Sven Beckstette und Ingrid Buschmann, wissenschaftliche Mitarbeitende am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Mit Werken und Schallplatten von u. a.: Saâdane Afif, Fatima Al Qadiri, Kai Althoff, Laurie Anderson, Katja Aufleger, Jean-Michel Basquiat, Harry Bertoia, Claus Böhmler, Henning Christiansen, Pauline Curnier Jardin, Katharina Fritsch, Dominique Gonzalez-Foerster, Douglas Gordon, Romuald Hazoumè, Anne Imhof, Rolf Julius, Milan Knížák, Käthe Kruse, Christina Kubisch, Hans Peter Kuhn, Bernhard Leitner, Robert Lippok, Christian Marclay, Luzy McKenzie, Michaela Melián, Piotr Nathan, Carsten Nicolai, Emeka Ogboh, Nam June Paik, Raymond Pettibon, Susan Philipsz, Wolfgang Tillmans, Jorinde Voigt, Andy Warhol, Lawrence Weiner Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Ausstellungen | Ausstellung

Gestickte Gärten

Staatliche Museen zu Berlin

Die Sonderpräsentation im Buchkunstkabinett des Pergamonmuseums gewährt Einblicke in einen Teilbereich der reichen Textiltradition des Osmanischen Reichs: Neben Teppichen und Geweben spielten die weniger bekannten Stickereien vor allem in häuslichen Kontexten der Städte eine große Rolle. Sie waren Teil der Aussteuer einer jeden jungen Frau und wurden gleich einem Schatz verwahrt. Die Ausstellung zeigt mit reichen Stickereien veredelte Handtücher, Servietten und Gürteltücher aus der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert aus der Sammlung Borgs. Die kostbaren Arbeiten entstanden in der Regel in häuslicher Arbeit, einige besonders aufwendige Stickereien sind Werkstattarbeiten professioneller Stickerinnen. Stickereien mit hohem Prestigewert Gestickt wurde an einem rechteckigen Stickrahmen auf vier Beinen, vor den sich die Stickerin auf den Boden setzen konnte. Besonders fein gewebte Stoffe aus Seide, Leinen und Baumwolle kamen hier zum Einsatz. Die mit Naturfarben gefärbten Stickfäden waren meist aus Seide, hinzu kam die Verwendung von Silber- oder Goldlahn. In der Regel wurde eine Bordüre an den Kurzseiten der Tücher bestickt. Die Stickereien sind dabei so hochwertig gearbeitet, dass sie von beiden Seiten identisch aussehen und es keine Vorder- oder Rückseite gibt. Es ist anzunehmen, dass diese feinen Handtücher und Servietten niemals benutzt worden sind. Sicher scheint hingegen, dass sie vor allem als Aussteuerschatz einer Braut von Bedeutung waren und als solcher zur Schau gestellt wurden. Tradition und Variation Motive, Muster und Techniken dieser Stickereien wurden über Jahrhunderte weitergegeben, wobei sich neben traditioneller Ornamentik auch Trends und Moden feststellen lassen. So finden etwa ab dem 18. Jahrhundert vermehrt europäische und chinesische Vorlagen und Sticktechniken Anwendung. Bei der Betrachtung der Motive fällt die große Vorliebe für Blumen und Pflanzendarstellungen auf. Ein ausgeprägtes Interesse hierfür ist in der osmanischen Kunst bereits ab dem 16. Jahrhundert verbreitet und findet sich auf nahezu allen Materialien und in unterschiedlichen Techniken, seien es Fliesen aus Iznik, Samtstoffe aus Bursa oder die Miniaturmalerei der osmanischen Buchkunst. In den Stickereien sind die Muster derweil freier interpretiert und entfernen sich mitunter weit vom klassischen osmanischen Hofstil. Gleichzeitig lassen sich regionale Techniken und Motive bestimmen. Eine Sonderpräsentation des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Handtuch, bestickt mit Darstellungen von Häusern und Gärten, Detail, Türkei, Ende 18. Jahrhundert © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische Kunst / Claus Uhlendorf)
Ausstellungen | Ausstellung

Phantome der Nacht. 100 Jahre Nosferatu

Staatliche Museen zu Berlin

Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ feierte 1922 im Marmorsaal des Zoologischen Gartens in Berlin Premiere und ist heute längst Teil der Populärkultur geworden – von Horrorfilmen bis hin zur Fernsehserie „Die Simpsons“. „Phantome der Nacht. 100 Jahre Nosferatu“ in der Sammlung Scharf-Gerstenberg widmet sich der Beziehung dieser Ikone des deutschen Stummfilms zur bildenden Kunst. André Breton galt „Nosferatu“ als ein surrealistisches Schlüsselwerk. Umgekehrt ist der Film nicht ohne kunsthistorische Vorbilder zu denken. In den Entwürfen für die Ausstattung befinden sich Motive, die an die Radierungen Francisco de Goyas erinnern, an die deutsche Romantik oder an die phantastische Kunst und Literatur des frühen 20. Jahrhunderts. Anleihen bei Caspar David Friedrich sind ebenso zu erkennen wie bei Alfred Kubin, Stefan Eggeler oder Franz Sedlacek. Darüber hinaus wirft die Ausstellung einen Blick auf die Auswirkungen „Nosferatus“ im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Alltagskultur.   Kuratiert von Jürgen Müller, Frank Schmidt und Kyllikki Zacharias, Leiterin der Sammlung Scharf-Gerstenberg. Im Rahmen der Ausstellung findet ein umfassendes Begleitprogramm, u. a. mit Vorträgen von Jürgen Müller, Frank Schmidt, Mark Benecke sowie Knut Elstermann und Kristina Jaspers statt. In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz gibt es zudem einmal monatlich die Möglichkeit in der Remise des Museums Blut zu spenden. Es erscheint ein Katalog im Sandstein Verlag (ca. 256 Seiten, 21 x 27 cm, Buchhandelspreis 38 Euro, Museumspreis 28 Euro). Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie. Medienpartner der Ausstellung ist Der Tagesspiegel. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Friedrich Wilhelm Murnau, Nosferatu, Film Still, 1922 © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden)
Ausstellungen | Ausstellung

Seen By #18
„Let’s See What We Find“

Staatliche Museen zu Berlin

Technologien, die schöpferisch-imaginative Erzeugnisse wie Texte, Musikkompositionen und Bilder hervorbringen, waren lange Zeit Gegenstand unerreichbar erscheinender Science-Fiction-Erzählungen. Heute sind sie nicht nur real, sondern bereits im Begriff, den Bereich künstlerischer Produktion wesenhaft zu verändern. An diesem Scheidepunkt der Kunstgeschichte versammelt die 18. Ausgabe von Seen By insgesamt zehn Positionen, die fernab von Kulturpessimismus und dennoch kritisch die Entwicklung technischer Kreativität und die sich daraus ergebenen Möglichkeiten künstlerisch erforschen. Der rasende Fortschritt KI-basierter Kunstmaschinen Viele Künstler*innen, die damit aufgewachsen sind, dass die Entwicklung einer individuellen künstlerischen Bildsprache eine jahrelange Auseinandersetzung mit Inhalten, Methoden, Material und Technik voraussetzt, empfinden den rasenden Fortschritt von KI-Systemen als existenzielle Bedrohung ihres Berufsfeldes. Der online nutzbare Text-zu-Bild-Generator DALL-E 2 ist beispielsweise heute schon in der Lage, in kürzester Zeit ästhetisch anspruchsvolle Bilder zu erzeugen, die, sofern gewünscht, einer hochauflösenden Fotografie erstaunlich nahekommen. Wenn nun jede*r mit einem Internetzugang und einer originellen Idee innerhalb von Sekunden auf Knopfdruck ein ansehnliches Bild erstellen kann, gibt es dann überhaupt noch die Notwendigkeit, ausgebildete Spezialist*innen dafür zu bezahlen? Dass sich Künstler*innen in Reaktion auf eine noch ungewisse Zukunft, in der Maschinen ein immer größer werdender Anteil kreativer Verantwortung zugesprochen wird, am Altbewährten festklammern, erscheint in Hinblick auf das ohnehin prekäre Arbeitsfeld der Kunst nachvollziehbar. Jenseits von Verdrängungsangst bietet das noch undefinierte Feld jedoch die Möglichkeit es forschend mitzugestalten. Reflexion der künstlerischen Produktion zwischen Mensch und Maschine Die beteiligten Künstler*innen aus sechs unterschiedlichen Klassen der Universität der Künste Berlin setzen in ihrer Arbeit eine Bandbreite von Techniken ein, die von Digitaldruck über Videoinstallation bis hin zu Textil, Skulptur und Malerei reicht. Was die Mehrheit dieser Positionen verbindet, ist, dass sie im Zuge von Kollaborationen zwischen Mensch und Maschine entstanden sind. Mithilfe von Software-Algorithmen und neuesten KI-Technologien wurden in diesem Prozess zunächst Bilder, Videos, Texte und Töne generiert, die die Künstler*innen nach weiteren Verarbeitungsschritten des Sichtens, Auswählens, Bearbeitens und Kombinierens zu einem Teil ihrer Arbeiten gemacht haben. Eine genaue Beschäftigung mit den ausgestellten Werken lässt schließlich erahnen, wie mannigfaltig die künstlerischen Einsatzmöglichkeiten der sich so rasant entwickelnden Technik sind: Es wird der Zwischenbereich von Genres und Medien erforscht, über Landschaft nachgedacht, nach neuen Tönen gesucht, der Lernprozess künstlicher Intelligenzen reflektiert, nach den Grenzen und Gefahren der Systeme gefragt, mit ihren Fehlern gespielt und spekulativ in eine von KI geprägte Zukunft geblickt. Mit Arbeiten von Felix Ansmann & Kani Lent, Vero Haas, Phina Hansen, Barbaros Kisakol, Lena Kocutar, Paula Oltmann, Joachim Perez, Matthias Planitzer, Ana Tomic und Martin Haug & Moritz Zeisner Kuratiert von Sebastian Peter Die Ausstellungsreihe „Seen By“ Seen By #18 ist Teil der Ausstellungskooperation „Seen By“ der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kuratorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken. (Bild: Paula Oltmann, „Ich sehe was, was du nicht siehst“, Detail, 2022, Installationsansicht © Hans Noffke)
Ausstellungen | Ausstellung

Fortschritt als Versprechen. Industriefotografie im geteilten Deutschland

Deutsches Historisches Museum

Dramatisch beleuchtete Produktionshallen, scheinbar endlose Fließbänder, breite Lächeln auf rußverschmierten Gesichtern – hinter diesen wohl bekanntesten Motiven der Industriefotografie stehen Versprechen: die Aussicht auf mehr Konsum, schönere und funktionellere Produkte, höhere Arbeits- und Lebensqualität – kurz: Fortschritt. Mit dem gezielten Einsatz von Auftragsfotografie schufen Unternehmen und Betriebe in West- und Ostdeutschland wirkungsmächtige Narrative zu ihrer systematischen Repräsentation nach innen und außen. Erstmals werden diese beeindruckenden Fotografien im Kontext der zeitgenössischen Verwendung – nämlich in aufwendig gestalteten Printmedien der Stahl,- Chemie-, Textil- und Automobilindustrie – in einer Ausstellung gezeigt und auf ihre Funktion untersucht.
Ausstellungen | Ausstellung

Roads not Taken. Eine andere deutsche Geschichte

Deutsches Historisches Museum

Für die Übergangszeit bis zur Eröffnung der neuen ständigen Ausstellung wird ab Dezember 2022 bis voraussichtlich Mitte 2025 im Pei-Bau auf ca. 1.000 m² die Ausstellung „Roads not Taken. Eine andere deutsche Geschichte“ zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt anhand von Schlüsselobjekten einen Überblick über die deutsche Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Der Titel „Roads not Taken“ ist programmatisch zu verstehen: Ausgehend von konkreten Daten der deutschen Geschichte werden die tatsächlichen historischen Ereignisse vor dem Hintergrund möglicher anderer Geschichtsverläufe präsentiert, die in entscheidenden, oftmals dramatischen Wendepunkten ebenfalls angelegt waren. Mit diesem außergewöhnlichen Ansatz sind Fragen nach langfristig prägenden Strukturen verknüpft, aber auch nach der Bedeutung einzelner Persönlichkeiten oder der Rolle des Zufalls in der Geschichte. Grundlegend für die Idee der Ausstellung ist das Ziel, Bekanntes in neuem Licht zu sehen und den Blick für die grundsätzliche Offenheit von Geschichte zu schärfen. Unter der Projektleitung von Fritz Backhaus wird die Ausstellung von Julia Franke, Stefan Paul-Jacobs und Dr. Lili Reyels kuratiert.
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Ayumi Paul: The Singing Project

Martin-Gropius-Bau Berlin

Seit Sommer 2021 entfaltet sich Ayumi Pauls The Singing Project als singende Skulptur und kollektive Praxis im Gropius Bau. Das Projekt nimmt nun eine neue räumliche Gestalt an: Fünf frei zugängliche, als offene Partitur konzipierte Räume bringen Teile von Pauls wachsendem Archiv zusammen und sind gleichzeitig ein Ort, der sich durch das gemeinsame Singen formt. Was wäre, wenn ein Ausstellungshaus ein Ort fortwährenden Gesangs wäre?“ - Ayumi Paul Fünf frei zugängliche Räume bilden im ersten Obergeschoss des Gropius Bau einen Ort des gemeinsamen Singens und bringen Teile von Ayumi Pauls wachsendem Archiv zusammen. Die Besucher*innen sind dazu eingeladen, in Verbindung mit Notizen, Klang- und Traumstudien (Written in Water, 2021–fortlaufend), gestickten Partituren (I Hear You, 2006–fortlaufend) und Salzliedern (Here as well as elsewhere, 2022–fortlaufend) zu treten und den Raum mit der eigenen Stimme zu formen. Zusätzlich ist die Serie Sounding Seeds (2022–fortlaufend) zu hören, eine Reihe von Soundarbeiten mit Stimm- und Atemmeditationen, die im Rhythmus der Jahreszeiten während Pauls bisheriger Zeit als Artist in Residence entstanden sind. In einer Reihe von Workshops und Gatherings werden zudem in Kollaboration mit anderen Künstler*innen und den Besucher*innen Verbindungen zwischen der Stimme und verschiedenen feministischen Bewegungen, ökologischen und sozialen Anliegen wie der Bodenregeneration, der Fürsorge für Verstorbene und der Trauerarbeit hergestellt. (Bild: Ayumi Paul, 2022; © Ayumi Paul, Foto: Debora Mittelstaedt)
Ausstellungen | Ausstellung

Wu Tsang: Of Whales

Martin-Gropius-Bau Berlin

Of Whales ist das Ergebnis von Tsangs multidisziplinärer Forschung zu Herman Melvilles Roman Moby Dick (1851). Of Whales entwirft surreale Meeresumgebungen, die in Echtzeit von einer Virtual-Reality-Engine erzeugt und von einem 16-Kanal-Soundtrack aus Horn, Saxophon, Klarinette und Kontrabass begleitet werden. Die Klanglandschaft erfüllt den gesamten Lichthof und lädt Besucher*innen dazu ein, über Verwandtschaftlichkeit mit Wasserlebewesen und Verhältnisse des natürlichen Wandels nachzudenken. Die Installation ist Teil der Ausstellung YOYI! Care, Repair, Heal. (Bild: Wu Tsang, Of Whales, 2022 courtesy: Wu Tsang, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Antenna Space, Shanghai; Cabinet, London © Nicholas Turki)
Ausstellungen | Ausstellung

Sandra Mujinga.
I Build My Skin With Rocks

Staatliche Museen zu Berlin

Im Oktober 2021 erhielt Sandra Mujinga den Preis der Nationalgalerie 2021, der mit einer Ausstellung und einer begleitenden Publikation verbunden ist. So wird die Künstlerin die Historische Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin mit einer neuen Video-Installation bespielen, die den Titel „I Build My Skin With Rocks“ trägt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht ein fantastisches hybrides Wesen, dessen Erscheinungsbild von Mujingas Interesse am Prinzip des Weltenbaus (Worldbuilding) im Science-Fiction-Genre sowie von ihren Recherchen über die Überlebensstrategien von Tieren geprägt ist. Diese Strategien schließen sowohl körperliche Mutationen als auch veränderte Verhaltensweisen ein, die vor der immer bedrohlicher werdenden Präsenz von Menschen in ihrem Lebensraum schützen sollen. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation im Distanz Verlag mit Beiträgen von Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen, die die Praxis von Sandra Mujinga vielseitig beleuchten. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Preis der Nationalgalerie 2021, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2021 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Sandra Mujinga / Mathias Völzke)
Ausstellungen | Ausstellung

Helmut Newton. Brands

Staatliche Museen zu Berlin

Die Sonderausstellung „Helmut Newton. Brands“ der Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie zeigt über 200 Fotografien, darunter viele unbekannte Motive aus Newtons Kooperationen mit international renommierten Marken wie Swarovski, Saint Laurent, Wolford, Blumarine oder Lavazza. Newton unterschied kompositorisch und stilistisch nicht zwischen dem Zeitschrifteneditorial und den unmittelbaren Aufträgen solcher Kunden, häufig vermittelt über Werbeagenturen. Selbstironisch nannte er sich „A Gun for Hire“ – und so hieß auch die posthume Ausstellung seiner kommerziellen Fotografie, die 2005 zunächst im Grimaldi-Forum in Monaco und anschließend im Museum für Fotografie zu sehen war. Die Ausstellung knüpft an „A Gun for Hire“ an und präsentiert Newtons Aufnahmen, die vor allem in den 1980er- und 90er-Jahren für zahlungskräftige Werbeagenturen und Industriekunden entstanden sind, meist in und um Monaco. In den vorderen drei Ausstellungsräumen begegnen uns Modebilder im Luxussegment, beispielsweise Newtons Versionen der damals aktuellen Mode von Yves Saint Laurent, Haute Couture oder Prêt-à-porter-Entwürfe. Seine fotografischen Inszenierungen sind von Saison zu Saison so unterschiedlich und individuell wie die Damenbekleidung selbst und entführen zuweilen in ferne und phantastische Sphären. Auftragsarbeiten und langjährige Kollaborationen Daneben werden Newtons Auftragsarbeiten für Wolford ausgestellt, die 1993 und 1994 als Kalender für exklusive Kunden publiziert wurden. Genutzt wurden diese Fotografien auch für Strumpfhosenverpackungen wie für riesige Formate auf Billboards, Linienbussen und Hausfassaden. Die Frauen in den Strumpfhosen und enganliegenden Bodys werden so mitunter zu Giganten im öffentlichen Raum. Weiterhin finden sich in den ersten drei Räumen der Ausstellung Werbebilder unterschiedlicher Designer für die amerikanische Luxuskaufhauskette Neiman Marcus sowie Beispiele aus Newtons langjähriger, enger Zusammenarbeit mit Anna Molinari und deren Label Blumarine, unter anderem mit den Modellen Monica Bellucci, Carla Bruni oder Carré Otis, realisiert in Nizza und Monaco 1993 und 1994. Ergänzt wird die Präsentation durch Fotografien weiterer Kollaborationen, u.a. mit dem Modeschmuckhersteller Swarovski, Volkswagen und Chanel. Mitte der 1970er-Jahre realisierte Newton sogar zwei Werbefilme für das berühmte Parfüm Chanel No 5 mit Catherine Deneuve. Polaroids, analoge Kontaktbögen ausgewählter Werbe-Shootings, Look Books der Modekunden sowie einige Anzeigen in Magazinen sind in Vitrinen ausgebreitet und verweisen auf die unterschiedliche Verwendung von Newtons Werbefotografie. Die Zusammenarbeit mit Modefirmen jenseits des Editorials begann in Newtons Werk bereits recht früh. Von 1962 bis 1970 arbeitete er beispielsweise für Nino-Moden aus Nordhorn, das damals größte deutsche Textil-Unternehmen, oder 1968 für den Londoner Biba-Katalog. Im gleichen Jahr übernahm er einen Auftrag des französischen Automobilherstellers Citroën. So inszenierte Newton jahrzehntelang Alltags- und Luxusprodukte und wurde mittels seiner visuellen Umsetzungen und deren Veröffentlichungen zum Verbindungsglied zwischen den Produzenten und Konsumenten. Seine Bildgeschichten waren universell verständlich, konnten also problemlos in unterschiedlichen, nationalen Magazinen des gleichen Verlags veröffentlicht werden, gleichgültig ob als Editorial oder als Werbung. Die Werkgruppen von Helmut Newton sind erstmals Bestandteil einer Überblicksausstellung zu seiner Werbefotografie. In diesem meist unterschätzten und gleichzeitig so wirkungsmächtigen Bereich angewandter Fotografie geht es um die zweckmäßige Visualisierung von konkreten Produkten, im Fall von Newton um Damenstrumpfhosen, Abendkleider, Kaffeepulver, Fernsehgeräte, Sägeblätter, Tafelsilber, Rotwein, Autos, Armbanduhren, Modeschmuck und Zigarren. Mal wurden die Gegenstände von Newton exponiert, ja sprichwörtlich auf einen Sockel gehoben, mal marginalisiert. Letztendlich stellt die angewandte, kommerzielle Fotografie, die für Werbezwecke verwendet wurde, einen der wichtigsten Aspekte in Newtons Werk dar. Eine Sonderausstellung der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Staatliche Museen zu Berlin. (Helmut Newton, Monica Belluci, Blumarine, Nice 1993 © Helmut Newton Foundation)
Ausstellungen | Ausstellung

Vision Seemacht

Staatliche Museen zu Berlin

Nach über 170 Jahren wird ein in Vergessenheit geratenes Juwel der Berliner Gemäldegalerie dem Publikum wieder zugänglich gemacht: das „Marinestück Dreimaster auf leicht bewegter See“ von Olfert de Vrij (1635–1699). Die präzise ausgeführte Malerei war durch Fehlstellen, starke Vergilbungen und verfärbte Übermalungen kaum mehr wahrnehmbar, der erbärmliche Zustand Grund für jahrzehntelange Deponierung. Nach einer umfangreichen Restaurierung ist das Bild nun wieder in voller Schönheit zu bewundern – und wird zu diesem Anlass in einer eigenen Studioausstellung gewürdigt. Vision in schwarz-weiß Das Meisterwerk ist sowohl für die Kunstgeschichte als auch für die brandenburgische Geschichtsschreibung bedeutsam: Es zeigt eine für die Marinemalerei charakteristische, hochspezialisierte Technik und entstand vermutlich im Auftrag des Großen Kurfürsten. Gemalt wurde es von dem heute weitgehend unbekannten Maler Olfert de Vrij (1635–1699). Er war als Jurist, städtischer Beamter und Amateurmaler in der nordholländischen Stadt Hoorn tätig. Obwohl de Vrij kein professioneller Künstler war, zählt er zu den begabtesten und technisch versiertesten Marinemalern sogenannter „penschilderijen” (Federstücke) des 17. Jahrhunderts. Dargestellt sind zwei Handelsfregatten. Aufgrund der erkennbaren Wappen lassen sie sich als jene Schiffe identifizieren, die 1662–63 in Amsterdam für Friedrich Wilhelm von Brandenburg, den Großen Kurfürsten, gebaut wurden. Inszenierte Ambitionen Die Ausstellung präsentiert erstmalig die beiden einzigen heute öffentlich zugänglichen Werke Olfert de Vrijs. Sie beleuchtet seine eindrucksvolle Maltechnik und die aufwendige Restaurierung des Berliner Seestücks, die erst 2021 abgeschlossen werden konnte. Zeichnungen aus dem Berliner Kupferstichkabinett stellen die Werke in den Kontext der niederländischen Marinemalerei. Zugleich setzt sich die Ausstellung mit den historischen Hintergründen und den unermüdlichen Bemühungen des Großen Kurfürsten auseinander, Brandenburg als Seemacht zu etablieren. Davon zeugen neben einer weiteren niederländischen Marinedarstellung des 17. Jahrhunderts von Lieve Verschuier aus dem Schloss Oranienburg auch Golddukaten des Berliner Münzkabinetts. Anlässlich der Sonderpräsentation findet eine Vortragsreihe statt, die unterschiedliche Aspekte rund um das Berliner Gemälde aufgreifen und das Bild von verschiedenen Seiten her beleuchten wird. Eine Sonderausstellung der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Olfert de Vrij, Dreimaster auf leicht bewegter See, Detail, 1665, nach der Restaurierung © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie)
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Monica Bonvicini. I do You

Staatliche Museen zu Berlin

Die Neue Nationalgalerie widmet der Künstlerin Monica Bonvicini in der oberen Halle eine Einzelausstellung. Zu sehen sind neue, ortsbezogene architektonische Installationen, skulpturale Objekte, performative und klangliche Arbeiten sowie eine Auswahl bekannter Werke aus ihrem international renommierten Œuvre. Die Schau bietet eine völlig neue Raumwahrnehmung, die im Zusammenspiel von Sehen, Hören und direkter körperlicher Interaktion mit einigen Werken erfahrbar wird. Bereits 1998 setzte sich Bonvicini mit der Skulptur „2 Tonnen Alte Nationalgalerie“ mit dem massiven städtebaulichen Umbauprozess auseinander, der zu dieser Zeit in Berlin stattfand. Viele der Umbauten dienten nicht nur der Reparatur und Erneuerung, sondern auch der Auseinandersetzung mit der politischen Geschichte der wachsenden Metropole. Mehr als zwanzig Jahre später beschäftigt sich die Künstlerin nun mit dem ikonischen Gebäude der Neuen Nationalgalerie. Erforschung der verborgenen Mechanismen der westlichen „Moderne“ Bonvicini erforscht die verborgenen Mechanismen der westlichen „Moderne“, ihre sexuellen Aufladungen sowie die damit einhergehenden Überhöhungen und Mythisierungen. Die der Architektur und dem Museum fest eingeschriebenen Geschlechterverhältnisse und Gesellschaftsordnungen werden von der Künstlerin auf ironische und spielerische Weise entlarvt, demaskiert und destabilisiert. Bonvicinis Skulpturen sind hier als Einladungen zu verstehen, in neue Erfahrungsräume einzutreten. Veränderung der Architektur Mies van der Rohes In ihrer Ausstellung „I do You“ verändert Monica Bonvicini Mies van der Rohes Architektur der Moderne durch radikale architektonische Eingriffe. Das Zusammenspiel mit performativen Interventionen und skulpturalen Werken ergibt eine vielschichtige Erzählung, die dazu auffordert, überholte Kategorien zu hinterfragen und einige bislang übersehene Aspekte des Museums zu untersuchen. Bonvicini macht das Gebäude und damit den öffentlichen Raum zur Verhandlungsebene des Privaten: Wie gehen wir im Raum miteinander um? Welche Strukturen und Machtverhältnisse sind in den Boden, die Wände oder die transparente Glasfassade eingeschrieben? Wie so oft in ihren Interventionen wird der Raum der Neuen Nationalgalerie grundlegend neu definiert: Bild- und Klangwelten, Spiegelungen und Brechungen bilden ein Ensemble verschiedener Stimmen. Die Umgebung transformiert sich in dieser multisensorischen Dissonanz, einer Störung, die sich selbst behauptet und zugleich destabilisiert. Kuratiert von Joachim Jäger und Irina Hiebert Grun Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie mit freundlicher Unterstützung der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Monica Bonvicini, SCALE OF THINGS (to come), Detail, 2010, Courtesy the artist © Monica Bonvicini und VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Anders Sune Berg)
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Design Lab #13: Material Legacies

Staatliche Museen zu Berlin

Für den 13. und vorerst letzten Teil seiner experimentellen „Design Lab"-Reihe hat das Kunstgewerbemuseum Designforscher*innen des Exzellenzclusters „Matters of Activity. Image Space Material“ der Humboldt-Universität zu Berlin eingeladen, Berührungspunkte und Brüche zwischen traditionellem Handwerk und jüngsten Entwicklungen an der Schnittstelle von Materialforschung, Design, Technik und Architektur zu erkunden. Das Ausstellungsprojekt bringt Artefakte aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums mit Work-in-Progress-Installationen von Designer*innen und Forscher*innen des Exzellenzclusters zusammen, um einen Dialog über die historischen, gegenwärtigen und zukünftigen Bedingungen von Materialität anzustoßen. „Material Legacies“ entfaltet die vielfältigen Wechselbeziehungen, die aus und mit Materialien entstehen. Materielle Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Durch die Auseinandersetzung mit einer Reihe unterschiedlicher Materialien und Techniken problematisiert die Ausstellung einerseits nicht-nachhaltige Vergangenheit und Gegenwart und entwirft andererseits die Vorstellung von möglichen materiellen Zukünften. Das geschieht in der Auseinandersetzung mit formverändernden Oberflächen und phasenverändernden Textilien sowie mit den Prozessen Kalkbildung, Mineralisierung und Sedimentation. Materialien im Kontext Im Projekt wurde jedes der Exponate in seinem soziokulturellen, wirtschaftlichen und politischen Kontext untersucht. Dabei standen Fragen wie „Wie können wir übrig gebliebenes Material besser nutzen?“, „Was können wir von der Übertragung biologischer Prozesse auf die Materialverarbeitung lernen?“ und „Was lehren uns Materialien und Artefakte über unser Verhältnis zur Umwelt?“ im Vordergrund. Beteiligte Forscher*innen Michaela Büsse, Mason Dean, Karola Dierichs, Michaela Eder, Lorenzo Guiducci, Johanna Hehemeyer-Cürten, Heidi Jalkh, Agata Kycia, Claudia Mareis, John A. Nyakatura, Felix Rasehorn, Iva Rešetar, Patricia Ribault, Christiane Sauer, Igor Sauer, Maxie Schneider, Robert Stock, Josephine Shone, Emile de Visscher, Charlett Wenig. Das Exzellenzcluster „Matters of Activity. Image Space Material“ „Matters of Activity. Image Space Material“ ist eine interdisziplinäre Forschungsgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Grundlagen für eine neue Kultur der Materialien zu schaffen. Sie ist an der Humboldt-Uni-versität zu Berlin angesiedelt und forscht an der Schnittstelle von Biologie und Technik, Geist und Material, Natur und Kultur. Das Exzellenzcluster „Matters of Activity“ wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Weitere Informationen: www.matters-of-activity.de Über die Reihe „Design Lab“ Die Ausstellungsreihe „Design Lab“ lädt seit 2019 ausgewählte Designstudios, Studierende und Forscher*innen ein, aktuelle Projekte vorzustellen und in einen Diskurs mit der Sammlung des Kunstgewerbemuseums zu treten. Kuratiert wird die Reihe von Claudia Banz, Kuratorin für Design am Kunstgewerbemuseum. „Design Lab“ wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz. Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Matters of Activity. Image Space Material“ der Humboldt-Universität zu Berlin.

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