Ausstellungen / Museum
Staatliche Museen zu Berlin
Berlin, Genthiner Straße 38
- Ausstellungseröffnung: Zurück in Berlin
- InterNationalgalerie#1: Nationalmuseum in Warschau
- Mirae kh Rhee: Weiterreichen
- 100 Beste Plakate 25. Deutschland Österreich Schweiz
- Tierisch gut! Fauna und Flora in Kunst aus Japan
- Helmut Newton‘s One-off Album
- Rooms / Stages
- Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus
- Many Shades of Grès - Mode wird Kunst
- CHANEL Commission: Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours
- Fujiko Nakaya. Nebelskulptur
- Ruin und Rausch. Berlin 1910–1930
- Intermezzo. Revisiting Helmut Newton
- Schwerer Stoff
- Zinn vom Mittelalter bis zum Jugendstil
- Neue Frau, Neues Sehen - Die Bauhaus-Fotografinnen
- ErzählStoff - Neue Perspektiven auf Literatur
- Shilpa Gupta. What Still Holds
- Skandal! Hermione von Preuschen und der Mors Imperator
- Schicksal in den Sternen. Die Anfänge des Tierkreises
- Brancusi
- Ghostbuster: Zhong Kui, der Geisterjäger. Hier zum Schutz der Familie
- Giulia Andreani: Sabotage
- Gebaute Gemeinschaft
- Saâdane Afif: Five Preludes
- An das wir uns festhalten
- Sich verwandt machen
- Die Pazzi-Verschwörung
- Zeitreise ins alte Tiergartenviertel
- Museum in Bewegung. Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert
- Die Ziguangge: Halle des Purpurglanzes
- Ausstellungseröffnung: Fokus Schinkel. Ein Blick auf Leben und Werk
- Ausstellungseröffnung: Haus Lemke - Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich
- Tür zur Geschichte
- Tausendmal Berlin
- Berliner Skulpturenfund
- Geschichte(n) Tansanias
- Das Taufbecken von Siena
- Forum Hamburger Bahnhof
- Unendliche Ausstellung
- Die Prinzessinnen sind zurück!
- Gerhard Richter. 100 Werke für Berlin
- Sammlungspräsentation: Die Kunst des 19. Jahrhunderts
- Schätze aus dem Rhein. Der Barbarenschatz von Neupotz
- Klartext. Zur Geschichte des Bode-Museums
- Online-Angebote der Staatlichen Museen zu Berlin
- Ideal und Form.
- SMB-digital
- Museumsshops der Staatlichen Museen Berlin
- Museum and the City: Der Blog der Staatlichen Museen zu Berlin
- Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit
- Altes Ägypten
- Pergamonmuseum. Das Panorama
- Kulturkontakte. Leben in Europa
- alle Museen im Überblick
Ausstellungen / Museum
Stadtmuseum Berlin
Berlin, Poststraße 13-14
- Wenn ich König*in wäre…
- Dara Tûyê – درخت توت – Der Maulbeerbaum
- Aufbruch in die Moderne
- BerlinZEIT
- Berlins Mitte
- Leben im Mittelalter
- Berlin global
- Online-Fotoschau: Leonore Schwarzer
- Beletage & Zuckerwatte
- Märkisches Museum
- [Probe]Räume
- Berliner Leben im Biedermeier
- Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze
- Museumsdorf Düppel
- Architektur begreifen
- BERLIN GLOBAL - Humboldt Forum
- Foto-Grafisches Kabinett
- Museum Ephraim-Palais
- Museum Knoblauchhaus
- Museum Nikolaikirche
- Sammlung Online
- Themeninseln im Freilichtmuseum
- Acht Standorte, eine Geschichte
Ausstellungen / Museum
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Berlin, Marienfelder Allee 66-80
Ausstellungen / Werkstatt/Workshop
Brandenburgischer Kunstverein Potsdam e.V.
Potsdam, Brendenburgerstraße 5 (Luisenforum)
Ausstellungen / Museum
Rochow-Museum im Schloss Reckahn
Lehnin / OrT Reckahn, Reckahner Dorfstraße 27
Ausstellungen
| Ausstellung
Ausstellungen
| Ausstellung
Mirae kh Rhee:
Mirae kh Rhee:
Weiterreichen
Staatliche Museen zu Berlin
Was sehen wir in Museen? In Vitrinen und hinter Absperrungen erscheinen die Dinge vor allem statisch. Mirae kh Rhee beschäftigt sich damit, wie die Objekte an ihren heutigen Platz gelangten. Die Künstlerin hinterfragt, wer warum was sammelt(e) und welche Botschaften über Sammlungen unterschiedlichster Art vermittelt werden. Nicht zuletzt durch die Mobilität von Menschen haben Sammlungsobjekte ebenso wie jene, die sie kreierten, bemerkten, bewahrten und weitertrugen, eine bewegte Geschichte hinter sich! Mirae kh Rhee ist eine interdisziplinär und forschungsbasiert arbeitende Künstlerin, die in Deutschland, Kalifornien und Süd-Korea tätig ist. Von ihrer eigenen diasporischen Identität ausgehend, untersucht sie in ihrer künstlerischen Arbeit Themen wie Sammelpraktiken und -geschichten, erzwungene Migration oder kulturelle Aneignung und erzählt autoethnografische Geschichten. Die aktuelle Präsentation ist Teil eines Langzeitprojekts, das das Konzept der Kuriositätenkabinette aus der Perspektive eines transnationalen Feminismus und mit dekolonisierenden Ansätzen betrachtet. Darin beleuchtet Mirae kh Rhee etablierte Sammlungserzählungen und blickt kritisch auf Sammelpraktiken zwischen Europa und Asien. Sie analysiert elitäre Sammlungskonzepte, die der Demonstration von Macht und der Konstruktion von Identität dienen. Ausstellungsbesuchende sind eingeladen, sich mit ihrer eigenen Praxis des Sammelns auseinanderzusetzen. Nach Ausstellungseröffnung erscheint eine Broschüre, die auf dieser Seite auch als Download zur Verfügung gestellt wird. Die Ausstellung wird kuratiert von Uta Rahman Steinert, Museum für Asiatische Kunst, in Kooperation mit der Künstlerin. Eine Sonderausstellung des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen des Projekts Kollaboratives Museum (CoMuse) im Humboldt Forum, Raum 318 und 319 (Bild: Mirae kh Rhee, The Artist and Her Books, 2022 © Mirae kh Rhee / Foto: Aleks Slota)
Ausstellungen
| Ausstellung
InterNationalgalerie#1:
InterNationalgalerie#1:
Nationalmuseum in Warschau
Staatliche Museen zu Berlin
Zum Auftakt einer neuen Kabinett-Reihe in der Alten Nationalgalerie ist das Nationalmuseum in Warschau zu Gast auf der Museumsinsel. 1876 eröffnete der preußische König feierlich die „National-Galerie“ auf der Museumsinsel. Entgegen der auf dem Giebel befindlichen Aufschrift „Der deutschen Kunst“ war die Sammlung von Beginn an international und wurde zu einer der wichtigsten deutschen Sammlungen französischer Avantgarde ausgebaut. In ihrer neuen Reihe „InterNationalgalerie“ lädt die Alte Nationalgalerie über die nächsten Jahre kontinuierlich Nationalgalerien und -museen aus aller Welt ein, um mit einem Schaufenster im Haus präsent zu sein und sich entlang von besonders aktuellen Themen und Fragen dem internationalen und dem Berliner Publikum vorzustellen. Den Auftakt der Reihe macht das Nationalmuseum in Warschau unter dem Titel „Die Erfindung der Mythen“. Die Präsentation findet im 1. Ausstellungsgeschoss statt. (Bild: Jan Matejko, Portrait dreier Kinder des Künstlers, 1870 Foto: fot. Piotr Ligier / Muzeum Narodowe w Warszawie)
Ausstellungen
| Ausstellung
Tür zur Geschichte
Staatliche Museen zu Berlin
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums wird ein historischer Raum neugestaltet. Er macht die wechselvolle Baugeschichte der Alten Nationalgalerie neu erlebbar. Die Alte Nationalgalerie, seit 1999 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Museumsinsel, ist ein einzigartiges Baudenkmal, dass die vielfältige Geschichte der Sammlung widerspiegelt. Schon 2001 wurde im Zuge der Generalsanierung ein historischer Raum im ersten Ausstellungsgeschoss für das Publikum zugänglich gemacht. Ehemals Teil einer über 300 m² großen Skulpturenhalle, bewahrt der Raum Spuren aus 150 Jahren Baugeschichte – von der Gründung über den Einbau der sogenannten Justi-Kabinette bis hin zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Anlässlich des Jubiläums der Nationalgalerie wird dieser Raum neu gestaltet und der Blick in die Geschichte der Nationalgalerie um ein Kabinett erweitert. Besucherinnen und Besuchern können visuell in den historischen Raum eintauchen. Das zugeordnete Kabinett gibt Einblicke in die Sammlungsgeschichte anhand dreier Monumentalwerke der Nationalgalerie. Zudem sind die Besuchenden im Modul „Meine Nationalgalerie“ eingeladen, sich Themen zu wünschen. (Bild: Werner Tübke, Große Wiese, Tafel 4 aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland, 1979–1981 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2025)
Ausstellungen
| Ausstellung
Tausendmal Berlin
Staatliche Museen zu Berlin
Berlin ist ein Ort ständiger Bewegung und Aushandlung, an dem sich künstlerische, politische und migrantische Wege begegnen. Anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums präsentiert der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart eine neue Sammlungspräsentation zur Berliner Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute. Über 70 Werke von mehr als 50 Künstler*innen, darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen, spiegeln Berlins Mythos von Hedonismus und Subkultur im internationalen Kontext. Berlin ist mit der historischen Teilung der Stadt, konkurrierenden Erzählungen und der Komplexität unterschiedlicher Zugehörigkeiten verbunden. Kunst, die in Berlin entsteht, ist gleichzeitig Spiegelbild des politischen Weltgeschehens. Hier lebende und arbeitende internationale Künstler*innen machen Berlin zum Mikrokosmos globaler politischer Bewegungen und Krisen. Diesem Wechselspiel der Kunst mit der Stadt widmet sich die neue Sammlungspräsentation mit Werken von Cemile Sahin, Katharina Grosse, Mona Hatoum, Rirkrit Tiravanija, Katharina Sieverding, Thomas Struth, Danh Vo und vielen mehr. Für die neue Sammlungspräsentation setzt der Hamburger Bahnhof den langjährigen Austausch mit der Kunstsammlung des Bundes fort. Die Sammlungspräsentation wird zusätzlich durch eine Reihe von Neuerwerbungen ergänzt. Bekannte Hauptwerke von Robert Rauschenberg oder Isa Genzken sind mit selten und zum Teil noch nie gezeigten Werken zu sehen. Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart und Charlotte Knaup, Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Die Ausstellung wird unterstützt von den Hamburger Bahnhof International Companions e. V. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Cemile Sahin, BB – Born to Bloom, Detail, 2025 Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin/ Paris/Seoul Stills © Cemile Sahin)
Ausstellungen
| Ausstellung
100 Beste Plakate 25. Deutschland Österreich Schweiz
Staatliche Museen zu Berlin
Die einhundert besten Plakate des Jahres 2025 sind da! Vom 12. Juni bis 5. Juli 2026 werden die Gewinnermotive des Wettbewerbs „100 Beste Plakate 25“ am Kulturforum ausgestellt. Sie zeigen das Neueste und Aufregendste im aktuellen Grafikdesign. Der Wettbewerb „100 Beste Plakate D A CH“ feiert dieses Jahr sein 25. Jubiläum. 2001 wurde er im Zusammenschluss der drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz neu gegründet. Seit 2008 ist die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin ausrichtender Partner für die Erstpräsentation der jährlichen Gewinnerschau in der Hauptstadt. Auch 2026 war die Beteiligung am Wettbewerb hoch, mit 2.297 Einzel- und Serienplakaten des Vorjahres, eingereicht von 676 Studios und Gestalter*innen. Das Kulturplakat ist stark vertreten. Internationale Jury Wie stets lag die Auswahl der „100 Besten Plakate“ in den Händen einer international besetzten Jury. Diesmal wählten folgende Designer*innen aus: Enrico Bravi (Wien), Malte Martin (Paris), Sascia Reibel (Berlin), Sven Tillack (Stuttgart) und Annik Troxler (Riehen bei Basel). Die Jury prämierte 30 Arbeiten aus Deutschland, 62 aus der Schweiz und 8 aus Österreich, von Auftragswerken bis zu studentischen Projekten. Gestalterisch zeigt sich 2025 als ein selbstbewusster Jahrgang, der in minimalistischer Typografie und Schwarz-Weiß ebenso überzeugend auftritt wie in großen Bildgesten und expressiven Farbkonstellationen. Grafikdesign mit Botschaft Die diesjährige Jury hat sich jedoch nicht nur auf formalästhetische Qualitäten konzentriert, sondern auch ein Schlaglicht auf gesellschaftskritische Inhalte gesetzt: Es wird in kräftigen Lettern und lauten Farben zum Umdenken und Widerstand aufgefordert, für Menschenwürde und queere Rechte protestiert, Mut zur Wut gemacht. Zum 1. Mai demonstrieren untergehakte Buchstaben für „Solidarität statt Hetze“, ein „Für Alle“ aus Spitze verbildlicht sozialdemokratische Ziele und eine Blüte aus Händen die Schönheit des kollektiven human touch. „Buy Buy Culture“ und „Degrowth“ fordern Alternativmodelle zum Kapitalismus, während sich der Text der klimakritischen Ausstellung „keep cool“ in kleinste Schattenflächen drängen muss und Greenpeace den Countdown einläutet. Das gut gestaltete Plakat zeigt wieder seine Kraft als politischer Botschaftsträger. Materialitäten Faszinierend ist die Fülle an (analogen) Materialien und Techniken, die Eingang in die (digitale) Plakatgestaltung finden. Die experimentelle Bandbreite ist groß: Von Stroboskop-Bildern aus Olivenöl, Schmutz und Kreide über Fingerschrift in Tusche bis hin zu Pen-Plottern. Eine Plakatserie arbeitet mit Kressesamen, um „Unsere Klimaziele“ in ein lebendiges Bild zu übersetzen. Beim Drucken kommen Risografie und Siebdruck ebenso zum Einsatz wie Kraftpapier und Glanzlacke. Für den „Salon d’Amour“ dienten komplexe Collagen aus Fotos textiler Performance-Masken als Plakatmotive. Grafikdesign umarmt künstlerische Praxis ganz ohne Berührungsängste. Tour und Jahrbuch Vom 12. Juni bis 5. Juli 2026 werden die „100 Besten Plakate 25“ bei freiem Eintritt am Kulturforum präsentiert. Nach diesem Auftakt in Berlin gehen sie ab Juli 2026 auf Tournee in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie in Korea und an weitere Orte. Zur Ausstellung erscheint das Jahrbuch „100 Beste Plakate 25 D A CH“ bei Slanted Publishers. Buch und Erscheinungsbild sind gestaltet von Ira Ivanova und Lou Hillereau (Berlin). Veranstaltungen Im Rahmen der Ausstellung finden zwei öffentliche Veranstaltungen am Kulturforum statt. Der Eintritt ist kostenlos. Freitag, 19. Juni 2026, 18 Uhr 100 Beste Plakate 25 – Meet the Designers Dialogischer Ausstellungsrundgang mit Grafikdesigner*innen der prämierten Entwürfe Mittwoch, 1. Juli 2026, 18 Uhr Nah dran! Grafikdesign von cyan seit 1992 Ein Abend im Gespräch mit Daniela Haufe und Detlef Fiedler Die 100 Besten Plakate werden präsentiert von der Sammlung Grafikdesign der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Wettbewerbsveranstalter 100 Beste Plakate e. V. Eine Ausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem 100 Beste Plakate e. V. (Bild: 100 Beste Plakate 25 Deutschland Österreich Schweiz, Keyvisual Design: Ira Ivanova @i_ira und Lou Hillereau @louhllr, D-Berlin)
Ausstellungen
| Ausstellung
Tierisch gut!
Tierisch gut!
Fauna und Flora in Kunst aus Japan
Staatliche Museen zu Berlin
Tiere und Vögel zählen auch in Japan neben Pflanzen, Landschaften und Menschen zu den populärsten Themen der Kunst. Von Tigern über Affen bis hin zu Elefanten und Mäusen bringt diese Auswahl aus der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst einen veritablen Zoo auf Bildern, Graphiken, Keramiken und Lackobjekten zusammen, der sich auch bei sommerlichen Temperaturen entspannt in den klimatisierten Museumsräumen im Humboldt Forum genießen lässt. Tiger, die mit ihrem Fauchen Wind hervorrufen, und Drachen, die aus den Wolken Regen bringen, stehen in Ostasien für die Kontrolle der Elemente und der wilden Natur. Sie sind daher eng mit der Darstellung von Macht verbunden. Mäuse und Ratten werden für ihre Intelligenz und die Fähigkeit bewundert, selbst in den entlegensten Ecken den lebensnotwendigen Reis aufzuspüren. Da Reis in Japan bis in das 19. Jahrhundert auch als Zahlungsmittel diente, wurden sie zu einem Symbol für Wohlstand. Andere Tiere, wie etwa die Pferde, die nach dem ostasiatischen Tierkreis das Zeichen des Jahres 2026 verkörpern, dienten als Nutztiere, als Freunde und Begleiter der Menschen. Ungesattelt auf der Weide stehen sie aber auch für unbändige Freiheit und ungezügelte Energie. All diese und viele weitere Qualitäten lassen sich auf den von Menschenhand gefertigten Darstellungen unserer tierisch guten Mitbewohner dieses Planeten entdecken. Eine Wechselpräsentation des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum, Raum 318, „Kunst aus Japan“ (Bild: Gan Ku (1749/1756-1838), Tiger, Detail, 1822, rechter Stellschirm eines Paares zu je 6 Paneelen, Tusche und Farben auf Papier © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst, Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann / Jörg von Bruchhausen)
Ausstellungen
| Ausstellung
Rooms / Stages
Staatliche Museen zu Berlin
Nach der großen Ausstellung „Body Performance“, die 2019 in der Helmut Newton Foundation zu sehen war, findet nun die daran anknüpfende Ausstellung „Rooms / Stages“ statt – mit einer bewussten Verschiebung der Aufmerksamkeit vom performativen Akt auf den Raum selbst. Für Kinofilme werden im Vorfeld eines Drehs sogenannte „location scouts“ losgeschickt, um nach konkreten Orten zu suchen, die für bestimmte Szenen geeignet sind. Im fertigen Film liegt das Hauptaugenmerk unserer Wahrnehmung schließlich weniger auf den Bühnenräumen, als vielmehr auf den Schauspieler*innen und der Darstellung ihrer Rollen sowie auf der Komplexität des Filmgeschehens insgesamt. Im Medium Fotografie nehmen wir in den meisten Fällen einen Raum als Bildmotiv ebenfalls kaum wahr, es sei denn, der Raum selbst wird von den Fotograf*innen zum Hauptmotiv erklärt. Die Künstler*innen der aktuellen Gruppenausstellung werden mit jeweils einer Werkgruppe vorgestellt. Sie beziehen den Raum bewusst in ihre inszenierten Porträts ein, lassen die Menschen oder Tänzer*innen über Langzeitaufnahmen auch wieder daraus verschwinden; oder sie thematisieren ganz pur menschenleere Innenräume, etwa das eigene Atelier mit wechselndem, verschobenem Mobiliar oder Museen wie in Versailles oder Dresden, in die wir unweigerlich ein bestimmtes Geschehen imaginieren können. Neben gerahmten Fotografien werden manche Raumkompartimente der Ausstellungsräume durch Wandtapeten mit großformatigen Bildmotiven visuell pointiert. Wir sehen aufwendige räumliche Interventionen, die nur für eine Fotografie entstanden sind, unwirtliche und zugleich perfekt gestaltete U-Bahn-Gänge in Berlin und London sowie Tanz- und Theaterbilder. Helmut Newton, dessen Werk durch die wechselnden Präsentationen in seiner Berliner Stiftung immer wieder neu kontextualisiert wird, hat die verschiedensten Orte in Bühnen verwandelt, wie im zweiten Teil der Gruppenausstellung zu sehen ist. Dazu gehören luxuriöse Hotelzimmer und -lobbys in Paris, Mailand oder New York auf seinen Modefotografien der 1960er, 70er- und 80er-Jahre oder – wie in einer 180-Grad-Wendung – schroffe Außenraum-Situationen in Monte Carlo oder gar seine dortige Garage. Auf diese Weise hat er in den 1990er-Jahren, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, die exklusivsten Modeentwürfe hart kontrastiert. Newton arbeitete wie ein Filmregisseur und Set-Designer in Personalunion auf den von ihm geschaffenen Bühnen. In der aktuellen Ausstellung werden die modebasierten Interieurs sowie manche seiner Bühnenfotografien gezeigt, die beispielsweise 1983 in Wuppertal bei Pina Bausch im Auftrag des Magazins „The New Yorker“ oder ab Mitte der 1980er-Jahren für die Programmhefte des Balletts von Monte Carlo entstanden sind. All das begegnet uns motivisch in Form riesiger Wandtapeten sowie einer Fülle von Polaroids in den Vitrinen davor. Eine Sonderausstellung der Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie (Bild: Jana Sophia Nolle, #1 Berlin 2020_22, Living Room © Jana Sophia Nolle / © VG Bild-Kunst Bonn 2026)
Ausstellungen
| Ausstellung
Helmut Newton‘s One-off Album
Staatliche Museen zu Berlin
Der dritte Teil der Sommerausstellung ist einem Album von Helmut Newton gewidmet, das der Fotograf 1999 für den Sammler Gert Elfering zusammengestellt hat und inzwischen in die Nicola Erni Collection gelangt ist. Die Sammlerin zeigt das Unikat außerhalb ihrer Schweizer Ausstellungsräume nun zum ersten Mal in Berlin. Es handelt sich um 112 kleinformatige Originalabzüge in Schwarz-Weiß und Farbe sowie unterschiedlichen Bildformaten, die von Newton und Elfering ausgewählt, auf einem Trägerkarton geklebt und handschriftlich mit einem Titel oder einer ergänzenden Geschichte zum jeweiligen Bildmotiv versehen wurden. Die montierten Fotografien wurden damals nicht gebunden, sind inzwischen einzeln gerahmt und können nun, Seite an Seite, betrachtet werden. Es handelt sich um ikonische Modefotografien ebenso wie bislang noch nie gezeigte Arbeitsfotos, die am Rande seiner Modeshootings entstanden, um Polaroids und Werbeaufnahmen. Anlässlich der Ausstellung erschien im Februar 2026 das Buch „Helmut Newton: One-off“ im Phaidon Verlag, mit Texten von Philippe Garner, Gert Elfering, Matthias Harder und Nicola Erni; ISBN: 978-1-83729-151-9 Eine Sonderausstellung der Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild (re): Helmut Newton, Père Lachaise, Tomb of Talma, Paris 1977 © Helmut Newton Foundation, Courtesy Nicola Erni Collection)
Ausstellungen
| Ausstellung
Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus
Staatliche Museen zu Berlin
Die Alte Nationalgalerie würdigt im Jahr 2026 mit Paul Cassirer (1871–1926) einen der wichtigsten Kunsthändler seiner Zeit. Mit einer außergewöhnlich dichten und kontinuierlichen Ausstellungstätigkeit förderte der in Berlin ansässige Galerist Paul Cassirer maßgeblich die Verbreitung des französischen Impressionismus in Deutschland. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh erlangten durch ihn erstmals größere Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum. Mit der Präsentation ihrer Werke prägte Cassirer die deutsche Kulturlandschaft nachhaltig und stieß leidenschaftlich geführte Diskussionen in der Öffentlichkeit an. Zahlreiche Schlüsselwerke fanden durch seine Vermittlung Eingang in bedeutende deutsche Sammlungen und Museen, darunter auch in die Bestände der Nationalgalerie. Cassirer beschränkte sein Engagement nicht allein auf die Vermittlung französischer Kunst. Er setzte sich ebenso für den deutschen Impressionismus ein und unterstützte die Berliner Secession, hier Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt. Gleichzeitig förderte er mit Edvard Munch und August Gaul bedeutende Wegbereiter der klassischen Moderne, während mit Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner und Paula Modersohn-Becker auch die junge Avantgarde Eingang in das Programm seiner Galerie fand. Die Ausstellung Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus zeigt entlang von über 100 herausragenden Werken des Impressionismus und der klassischen Moderne das beeindruckende Engagement Paul Cassirers für die Kunst. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreich bebilderte Begleitpublikation. Kuratorisches Team Die Ausstellung wird kuratiert von Josephine Klinger. Co-Kuratorin und Projektleitung: Franziska Lietzmann Eine Sonderausstellung der Alten Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, ermöglicht durch die FREUNDE der Nationalgalerie. Gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz. (Bild: Ansicht der Ausstellung "Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus" © Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie / David von Becker)
Ausstellungen
| Ausstellung
Many Shades of Grès - Mode wird Kunst
Staatliche Museen zu Berlin
Aufsehenerregende Mode von einer der wichtigsten Wegbereiterinnen der Haute Couture im 20. Jahrhundert sowie davon inspirierte Outfits nach studentischen Entwürfen – das Kunstgewerbemuseum (KGM) präsentiert erstmals im deutschsprachigen Raum das faszinierende Werk der französischen Modedesignerin Madame Grès (1903–1993). Im Mittelpunkt steht die 25 Modelle umfassende Grès-Kollektion des KGM und damit eine der größten außerhalb von Paris, wo Grès zeitlebens tätig war. Unter Mitwirkung des Fachbereichs „School of Culture and Design“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin beleuchtet die Ausstellung den Kosmos der außergewöhnlichen Couturière aus unterschiedlichen Perspektiven. In neun Sektionen werden um die 150 unterschiedlichste Exponate gezeigt, die sich als Querverweise auf die 25 Modelle von Madame Grès lesen lassen, die buchstäblich im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. Es werden unter anderem Kleidungsstücke auf Büsten und Figurinen, Accessoires, Grafiken, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Textilobjekte sowie Multi-Media-Installationen (Filme, Projektionen) gezeigt. Sie werden ergänzt um studentische Positionen sowie kontextualisierende Werke – darunter Plastiken, Gemälde, Fotografien, Grafiken, Filme und virtuelle Elemente. Zur Ausstellung ist der Katalog „Grès, Paris: Made in France“ mit Texten in deutscher und englischer Sprache erschienen. Wer war Madame Grès? Ihre Karriere begann Germaine Émilie Krebs in den 1930er-Jahren, als sie – nun als Mademoiselle Alix – zusammen mit Julie Barton das Modehaus „Alix Barton“ gründete. Aus dieser Zeit stammt eines der bedeutendsten Objekte aus dem Besitz des Kunstgewerbemuseums, eine glitzernde Abendbluse aus einem Netzgewebe mit facettierten Schmucksteinen. Nach 1937 nannte sie sich Alix Grès, in die Modegeschichte ging sie schließlich als „Madame Grès“ ein. Unvergleichlich ist Grès‘ Umgang mit Stoff: Mehrere Meter werden auf wenige Zentimeter gerafft, gefaltet und drapiert und entfalten auf diese Weise ein beeindruckendes Volumen. Madame Grès, von der nur wenige Selbstäußerungen überliefert sind, ließ die Presse einmal wissen, sie würde am Modell, nicht auf dem Tisch entwerfen, ihre Schere sei ihr wichtigstes Instrument. Besonders faszinierend ist daher die Raffinesse, mit der sie einen im Grunde schlichten Schnitt zu einer hochkomplexen Skulptur am Körper entwickelt. Klassische Antike und zeitlose Eleganz Berühmt wurde sie durch ihre bodenlangen, plissierten Kleider, für die sich Grès, die – so wird es kolportiert – eigentlich Bildhauerin werden wollte, von antiken Skulpturen inspirieren ließ. Die große, bis heute andauernde Relevanz von Madame Grès, die Kleider unter anderem für Grace Kelly, Greta Garbo und Marlene Dietrich entwarf, offenbart sich in der zeitlosen Eleganz dieser auf die klassische Antike bezogenen Modelle. In unmittelbarer Gegenüberstellung mit Exponaten aus der Antikensammlung, dem Museum für Byzantinische Kunst und der Gemäldegalerie wird diesem wichtigen Aspekt in der Ausstellung Rechnung getragen. Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin mit dem Fachbereich „School of Culture and Design“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (Bild: Ausstellungsansicht „Many Shades of Grès. Mode wird Kunst“ Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / David von Becker)
Ausstellungen
| Ausstellung
CHANEL Commission: Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours
Staatliche Museen zu Berlin
Für die zweite Ausgabe der CHANEL Commission verwandelt Lina Lapelytė die Historische Halle des Hamburger Bahnhof in eine polyphone Bühne für eine partizipative Choreografie. Die Besucher*innen können direkt Teil dieser groß angelegten Auftragsarbeit werden, die im Jubiläumsjahr die einzigartige Architektur des Hamburger Bahnhofs selbst in den Mittelpunkt rückt. Die CHANEL Commission im Hamburger Bahnhof wird ermöglicht durch CHANEL Culture Fund. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Lina Lapelytė, What Happens with a Dead Fish?, 2021, Kunstenfestival des Arts Brussels © Lina Lapelytė / VG Bild-Kunst Bonn, 2025 / Bea Borgers)
Ausstellungen
| Installation
Fujiko Nakaya. Nebelskulptur
Staatliche Museen zu Berlin
Wegen des großen Publikumsinteresses präsentiert die Neue Nationalgalerie auch in diesem Jahr die ortsspezifische Nebelskulptur der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya in ihrem Skulpturengarten. Nakayas Nebelskulptur bespielt so monumental wie ephemer die ikonische Architektur Mies van der Rohes und eröffnet einen intensiven Dialog der Besuchenden mit ihrer unmittelbaren Umgebung und sich selbst. Nakayas Nebelskulpturen überschreiten die traditionellen Grenzen der Bildhauerei, indem sie vorübergehende und grenzenlose Transformationen erschaffen, die das Publikum einbeziehen und der Atmosphäre eine formbare Gestalt verleihen. Ihre Werke laden die Besucher*innen ein, den natürlichen Elementen in Echtzeit zu begegnen – in flüchtigen, ortsspezifischen Situationen, in denen sich die Grenzen zwischen Natur und künstlerischer Gestaltung auflösen. Für die Neue Nationalgalerie hat Nakaya 2025 eine neue Installation entwickelt, die den gesamten Skulpturengarten umfasst. Regelmäßig starten verschiedene Nebelformationen von ausgewählten Seiten des Gartens, vermischen sich mit den Bäumen und den feststehenden Skulpturen von Henri Laurens, Wolfgang Mattheuer oder Alicja Kwade und ziehen vom Zentrum des Skulpturengartens schließlich in den Himmel ab. Der sich bewegende Nebel erscheint in wechselnden Dichten – mal als fast greifbares Volumen, mal als durchscheinender Schleier. Die ikonische Architektur der Neuen Nationalgalerie, von Mies van der Rohe 1968 und damit nur zwei Jahre vor Nakayas erster Nebelskulptur fertiggestellt, eröffnet mit ihren vielfältigen Blickachsen neue Perspektiven auf das Werk von Nakaya. Die 90 Meter lange Glasfassade im Sammlungsgeschoss bietet bereits aus dem Innenraum einen beeindruckenden Blick auf die sich ständig verändernden Nebelformationen. Ebenso können Besucher*innen aus dem Sammlungsbereich direkt in das Nebelgeschehen eintauchen. Hinweise für Besucher*innen: Bitte beachten Sie bei der Nebelskulptur von Fujiko Nakaya Folgendes: Die Skulptur startet zur vollen Stunde zwischen 11 und 17 Uhr. Donnerstag bis 19 Uhr. Die Nebelskulptur ist für zehn Minuten aktiv. Während der Aktivierung bleiben die Türen zum Skulpturengarten geschlossen! Bitte betreten Sie den Skulpturengarten rechtzeitig. Während der Nebelphase kann die Sicht stark eingeschränkt sein. Betreten des Skulpturengartens auf eigene Gefahr. - Während dichter Nebel aufzieht, sind Hindernisse und andere Personen schwer erkennbar. Bitte bewegen Sie sich langsam und aufmerksam. Bitte bleiben Sie bei sehr starkem Nebel an Ort und Stelle, bis er sich lichtet. - Durch den Nebel kann der Boden nass und rutschig werden, bitte seien Sie vorsichtig. - Halten Sie ausreichend Abstand zu Skulpturen, Wasserbecken und anderen Besucher*innen. - Achten Sie besonders auf unebene Bodenflächen und mögliche Stolperstellen. - Begleiten Sie Kinder jederzeit und behalten Sie sie im Blick. - Fotografieren und Filmen ist willkommen. Bitte beachten sie, dass der feine Wassernebel elektronische Geräte beeinträchtigen kann. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Aufsichtspersonal. Die Künstlerin Fujiko Nakaya Fujiko Nakaya wurde 1933 in Sapporo, Japan geboren. In den 1960er-Jahren erlangte sie als Mitglied des New Yorker Kollektivs Experiments in Arts and Technology (E.A.T.) Bekanntheit und schließlich internationalen Ruhm für ihre immersiven Nebelskulpturen. Ihre erste Nebelskulptur entwickelte Fujiko Nakaya für die EXPO-Weltausstellung 1970 in Osaka, mithilfe eines Systems, das reinen Wassernebel erzeugt. Nakaya wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Praemium Imperiale (2018), dem Australian Cultural Award (1976), dem Sonderpreis des Isoya Yoshida Awards (1993), dem Merit Award des Japan Media Arts Festival (2008), dem französischen Orden Commandeur des Arts et des Lettres (2017), dem Preis des Kultusministers Japans (2020), dem Titel Person of Cultural Merit (2022) sowie dem Orden der Aufgehenden Sonne (2024). Seit 2023 ist sie Mitglied der Japanischen Kunstakademie. Wichtige Ausstellungen waren unter anderem in Pong Ta Long Thailand (2025), der Fondation Beyeler und LUMA Foundation (2025-24), im Haus der Kunst, München (2022) oder dem Guggenheim Bilbao (2019) zu sehen. Die Ausstellung wird kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, und Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie. Assistenzkuratorin: Nikola Richolt. Die Ausstellung wird ermöglicht durch Birgit und Thomas Rabe. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Nebelskultpur von Fujiko Nakaya im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie © Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz / David von Becker)
Ausstellungen
| Ausstellung
Beeple. Regular Animals
Staatliche Museen zu Berlin
Anlässlich des Gallery Weekend Berlin präsentiert die Neue Nationalgalerie eine interaktive Installation des Künstlers Beeple (Mike Winkelmann). Die Arbeit markiert eine neue Phase in Beeples Schaffen und erweitert sein Engagement mit künstlicher Intelligenz und digitaler Kunst zu einer vollständig immersiven physisch-digitalen Umgebung. Durch Tierfiguren mit den Köpfen bekannter Persönlichkeiten entwirft Beeple eine soziopolitische Allegorie zeitgenössischer Machtstrukturen. Mit dieser Präsentation wird Beeples Werk erstmals in Deutschland gezeigt. „Regular Animals“ besteht aus autonomen Robotik-Hunden, die sich frei innerhalb eines definierten Bereichs bewegen. Jede Roboterfigur ist mit einem hyperrealistischen Silikonkopf ausgestattet, der nach weltweit bekannten Persönlichkeiten modelliert ist, darunter Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Andy Warhol, Pablo Picasso und Beeple selbst. Während die Roboter den Raum durchstreifen, erfassen sie Bilder ihrer Umgebung über integrierte Kameras. Diese Bilder werden von KI-Systemen verarbeitet, die die Daten gemäß dem kulturellen, künstlerischen oder ideologischen „Stil“ jeder Figur neu interpretieren. Die Roboter erzeugen physisch gedruckte Bilder – die aus ihrem Hinterteil ausgestoßen werden – und verwandeln algorithmische Interpretation in greifbare Ergebnisse. Die Drucke werden kostenlos an die Besuchenden verteilt. Durch dieses bewusst buchstäbliche System von Beobachtung, Verdauung und Ausgabe liefert Beeple einen pointierten Kommentar dazu, wie zeitgenössische Wahrnehmung von Algorithmen und Technologieplattformen geprägt wird. „Regular Animals“ untersucht, wie Bedeutung, Autorschaft und kultureller Wert zunehmend durch unsichtbare technologische Infrastrukturen vermittelt werden. Die Arbeit wurde erstmals auf der Art Basel Miami Beach 2025 gezeigt und ist nun im Rahmen des Gallery Weekend Berlin in der Neuen Nationalgalerie zu sehen, wo die Arbeit in einen institutionellen Kontext eingebettet wird. Der Besuch der Ausstellung im unteren Foyer der Neuen Nationalgalerie ist kostenfrei. Der Künstler Beeple Beeple (geboren Mike Winkelmann, 1981) ist ein US-amerikanischer Künstler, bekannt für sein langjähriges Projekt „Everydays“, in dessen Rahmen er seit 2007 täglich ein neues digitales Kunstwerk erstellt und veröffentlicht. Seine Arbeiten kombinieren 3D-Modellierung, Animation und Satire, um zeitgenössische Kultur, Technologie, Politik und Konsumkritik zu reflektieren. Beeple erlangte internationale Bekanntheit, indem er digitale Kunst in den Mainstream-Kunstmarkt brachte, insbesondere mit dem rekordbrechenden NFT-Verkauf von „Everydays: The First 5000 Days“ im Jahr 2021, einer digitalen Collage, die bei Christie’s für 69 Millionen US-Dollar versteigert wurde. Mit „Regular Animals“ erweitert Beeple sein langjähriges Engagement mit Technologie, Kultur und Satire – diesmal in einer physisch-digitalen Hybridinstallation. Nam June Paik und Andy Warhol als Referenzen Begleitend zu „Regular Animals“ wird Nam June Paiks „Andy Warhol Robot“ (1994) gezeigt, der einen historischen Gegenpunkt zu Beeples Arbeit bietet. Paik, einer der frühesten Pioniere der Video- und Medienkunst, baute die humanoide Roboterfigur aus Fernsehgeräten, Filmkameras und Tonbandspulen zusammen und integrierte bewegte Bilder von Warhols Werken in ihren Körper. Beide Künstler beziehen sich auf Andy Warhol als zentrale Referenzfigur, da er wie kaum ein anderer die Verbindung von Kunst, Massenmedien, Celebrity-Kultur und serieller Reproduktion verkörperte – ein Bezugsrahmen, über den Nam June Paik und Beeple jeweils untersuchen, wie technologische Systeme Autorschaft, Bildproduktion und kulturelle Macht in ihren jeweiligen Epochen prägen. Während Paik Massenmedien in skulpturale Form verwandelte, erweitert Beeple dieses Erbe in das Zeitalter von KI, Algorithmen und dezentralen Netzwerken – und zeigt die Kontinuität künstlerischer Auseinandersetzung mit Technologie und Massenmedien auf. „Beeple. Regular Animals“ wird kuratiert von Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie. Kuratorische Assistenz: Ricarda Bergmann Ausstellungskoordination: Anna Viehoff Konservatorische Betreuung: Hana Streicher, Paulina Potel Kommunikation und Marketing: Markus Farr, Maribel Nicolás Cabello Bildung und Vermittlung: Felicitas Fritsche-Reyrink Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Beeple, Regular Animals, 2025, Roboter, Computer, Drucker, Silikon, Steuerungselektronik, © Beeple )
Ausstellungen
| Ausstellung
Ruin und Rausch. Berlin 1910–1930
Staatliche Museen zu Berlin
Mit „Ruin und Rausch“ nimmt die Neue Nationalgalerie ausgewählte Werke aus ihrer Sammlung der Klassischen Moderne in den Blick, die das Berlin der 1910er- und 1920er-Jahre thematisieren. Diese Jahrzehnte – geprägt von Erstem Weltkrieg und Weimarer Republik – schwankten beständig zwischen Gegensätzen: Exzess und Armut, Emanzipation und Extremismus gingen in der rasant wachsenden, kosmopolitischen Metropole Hand in Hand. Mit rund 35 Werken unterschiedlicher Stilrichtungen macht die Ausstellung diese Ambivalenzen im damaligen Berlin erlebbar. Um 1910 war Berlin im Aufbruch: Die Stadt wuchs rasant und wurde zu einem der wichtigsten Zentren der Moderne weltweit. Technischer Fortschritt in Industrie, Bauwesen und Verkehr gingen mit dem Aufkommen einer neuen Massen- und Freizeitkultur einher. Auf dem Weg vom konservativen Kaiserreich zur demokratischen Weimarer Republik wandelte sich auch das geistige Klima der Stadt, das durch starke Gegensätze geprägt war: befreiend und beängstigend zugleich, chaotisch und innovativ, glanz- und unheilvoll. Die Traumata des Ersten Weltkriegs und politische Unruhen überschatteten die sogenannten „Goldenen Zwanziger“. Auf vielen Ebenen befand sich die Metropole in Aufruhr: Freiheit, Konsum und Exzess standen wachsender Armut und Arbeitslosigkeit gegenüber. Bereits damals wurde Berlin in Anspielung auf das biblische „Babel“ als „Babylon“ bezeichnet, wo Menschen aus aller Welt zusammenkamen und moralische Grenzen überschritten. „Ruin und Rausch“ thematisiert in drei Kapiteln die Gleichzeitigkeit von Glanz und Elend, Aufstieg und Abgrund im Berlin der 1910er- und 1920er-Jahre. Den Auftakt bildet das Gemälde „Potsdamer Platz“ von Ernst Ludwig Kirchner, der bereits 1914 das zerrissene Lebensgefühl der Zeit ins Bild setzte. Nachdem Eingangs die Dynamik der wachsenden Metropole mit Blick auf Architektur, Verkehr und Nachtleben in den Blick genommen wird, widmet sich der zweite Teil der Ausstellung dem sozialen Elend und den Entbehrungen, die den Alltag der Bevölkerung überwiegend prägten. Das dritte Kapitel beleuchtet unterschiedliche Facetten der urbanen Frau, wobei Freiheitsdrang, Selbstbestimmung und queeres Leben sichtbar werden. Am Ende steht Lotte Lasersteins melancholisches Werk „Abend über Potsdam“ von 1930, das den erstarkenden Nationalsozialismus reflektiert. Die Ausstellung zeigt vorwiegend Gemälde und Skulpturen aus der Sammlung der Nationalgalerie, ergänzt durch eine herausragende Leihgabe der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg im Kunstmuseum Stuttgart: Otto Dix` Gemälde der Tänzerin Anita Berber von 1925. Alle Werke haben einen expliziten Bezug zur Stadt Berlin, sei es motivisch oder aufgrund einer biografischen Verbindung der Künstler*innen. Die Vielstimmigkeit der Zeit wird in der Ausstellung anhand von Werken so unterschiedlicher Stilrichtungen wie Expressionismus und Neue Sachlichkeit aufgefächert. Darüber hinaus sind Ausschnitte aus Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ (1927) und Walther Ruttmanns experimentellem Dokumentarfilm „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ (1927) zu sehen. An drei Hörstationen werden inhaltlich kongeniale Gedichte von Anita Berber, Mascha Kaléko und Erich Kästner bereitgestellt. Künstler*innen der Ausstellung: Josephine Baker, Anita Berber, Rudolf Belling, Otto Dix, Heinrich Ehmsen, Paul Fuhrmann, George Grosz, Hans Grundig, Thea von Harbou, Hannah Höch, Karl Hofer, Constantin Holzer-Defanti, Mascha Kaléko, Erich Kästner, Ernst Ludwig Kirchner, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, Fritz Lang, Lotte Laserstein, Tamara de Lempicka, Jeanne Mammen, Carlo Mense, Otto Nagel, Oskar Nerlinger, Ernest Neuschul, Walther Ruttmann, Renée Sintenis, Jakob Steinhardt, Georg Tappert, Lesser Ury, Gustav Wunderwald Kuratorinnen: Uta Caspary, Irina Hiebert Grun Kuratorische Assistenz: Noor van Rooijen Bildung und Vermittlung: Felicitas Fritsche-Reyrink Ausstellungskoordination: Anna Viehoff Restaurierung: Hannah Buchholz, Hana Streicher Kommunikation: Markus Farr, Maribel Nicolás Cabello Marketing: Sarah Hampel Sammlungsverwaltung: Paul Markus, Torsten Neitzel Art Handling: Lutz Bertram Ausstellungstechnik und Objektbetreuung Ausstellungsgrafik: anschlaege.de Übersetzung: Wendy Wallis Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1914, Detail © Neue Nationalgalerie. Foto: Jörg P. Anders, © VG Bild-Kunst Bonn, 2026)
Ausstellungen
| Ausstellung
Schwerer Stoff
Staatliche Museen zu Berlin
Poppige Farben auf goldenem Grund neben tiefschwarzer Brautkleidung: Donauschwäbische Trachten geben überraschende Einblicke in die einstigen Lebenswelten von Frauen und Mädchen. Diese Welt war eng, weil von dörflichen und kirchlichen Regeln bestimmt, aber auch weit, weil sie die Vielfalt einer multikulturellen Gesellschaft bot. Die Ausstellung schlägt Brücken zwischen Tradition und Moderne, Ideologie und Realität, einstigem und heutigem textilen Upcycling. Sie gibt Einblicke in das Leben von Donauschwäb*innen, die sich als Nachkommen deutschsprachiger Ausgewanderter vom späten 17. bis zum 19. Jahrhundert im Königreich Ungarn niederließen. Dort lebten sie als eine ethnische Gruppe unter vielen. 20 Kleiderensembles, zahlreiche Fotografien, Zeichnungen von Erna Piffl und weitere Objekte machen deutlich: Persönliche Erinnerungen sind in Textilien eingewebt, Lebensgeschichten untrennbar mit ihnen verbunden. Sie laden die Besucher*innen ein, in europäische Geschichte(n) über Ankommen, Existenz, Abgrenzung und Integration, Ver- und Entwurzelung einzutauchen. Publikation zur Ausstellung Zur Ausstellung gibt es eine zweisprachige (deutsch/englisch) Publikation: „Schwerer Stoff. Frauen – Trachten -Lebensgeschichten“, herausgegeben vom Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm mit Beiträgen von Henrike Hampe, 156 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen, ISBN 978-3-00-079622-7. Gefördert durch das Bundesministerium des Innern und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Eine Sonderausstellung des Donauschwäbischen Zentralmuseums, Ulm im Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin. (Bild: Alltagskleidung der Bauerntochter Elisabeth Märcz, aus Blaudruckstoffen von ihrer Mutter genäht, Murga / Murgau (Ungarn) um 1942. © Donauschwäbisches Zentralmuseum (DZM) / Oleg Kuchar)
Ausstellungen
| Ausstellung
Mastering Type
Staatliche Museen zu Berlin
Was ist der aktuelle Stand im Type Design? Welche schriftgestalterischen Ideen werden in aktuellen Masterstudiengängen entwickelt? Die Pop-up-Ausstellung „Mastering Type“ am Kulturforum präsentiert eine Auswahl herausragender Schriftentwürfe aus internationalen Masterstudiengängen der letzten zehn Jahre. Seit 2016 sind etwa 350 neue Schriften in den Masterstudiengängen entstanden, die auf einzelnen Plakaten vorgestellt wurden. Die Ausstellung zeigt eine große Auswahl aus den letzten neun Jahren und den Arbeiten des Jahres 2026. Der Eintritt ist frei. Ergänzt wird die Präsentation durch sogenannte Process Books, die Einblicke in Konzeption, Gestaltung und Entstehungsprozesse geben. Für zwei Tage verwandelt sich die Ausstellungshalle in einen begehbaren, dreidimensionalen Schriftraum. Im Rahmen der Ausstellung findet am 25. April 2026 eine Vortragsreihe statt. Type Design heute Die Ausbildung Type Design, also das Entwerfen einer Schriftart, ist ein besonderer Studiengang. Zu den für dieses Studium renommierten Orten zählen TypeMedia Den Haag (NL), Écal Lausanne (CH), Nancy (FR), Amiens (FR), Buenos Aires (AR), Reading (UK) und TypeParis (FR). Für Abschlussarbeiten werden die gestalteten Schriften im Format eines Plakats in der Größe 60 x 124 cm präsentiert, zusammen mit einem Process Book, das Konzept, Ideen und Arbeitsschritte dokumentiert. Der Titel „Mastering Type“ spielt an auf den Status des Abschlusses, ein spezialisierter Master in Grafikdesign, und meint gleichzeitig das Meistern des Entwurfs einer Schriftart. Mastering Type „Mastering Type“ ist eine Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe, die neue Schriftentwürfe aus internationalen Masterstudiengängen der Schriftgestaltung präsentiert. Organisiert wird sie von Lucas de Groot, Grafikdesigner und Dozent an der Fachhochschule Potsdam, in Zusammenarbeit mit dem Typostammtisch Berlin. 2026 feiert die Reihe ihr zehnjähriges Bestehen mit der Jubiläumspräsentation am Kulturforum. Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
Ausstellungen
| Ausstellung
Zinn vom Mittelalter bis zum Jugendstil
Staatliche Museen zu Berlin
Zinnobjekte sind als integraler Bestandteil der europäischen Kulturgeschichte im Kunstgewerbe weitverbreitet und dennoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Das Berliner Kunstgewerbemuseum zeigt in seiner Dependance in Schloss Köpenick eine Sonderausstellung, die das Zinn in seiner Verwendung vom Mittelalter bis in den Jugendstil verfolgt. Anhand von ca. 100 Kunstwerken wird dabei nicht nur die Entwicklung vom Sakralobjekt zum Gebrauchsgegenstand verdeutlicht, sondern auch die komplizierte Nutzung des Materials in der Möbelkunst Einer der prominentesten Vertreter dieser sogenannten Boullemöbel ist der Kunsttischler Johann Daniel Sommer, der Ende des 17. Jahrhunderts im württembergischen Künzelsau tätig war. In seinen Möbeln fügen sich Schildpatt, Horn und Zinn zu einem Dekor, der die Nähe zur Malerei und Goldschmiedearbeit aufweist. Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Ausstellungsansicht Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Achim Stiegel)
Ausstellungen
| Ausstellung
Intermezzo. Revisiting Helmut Newton
Staatliche Museen zu Berlin
Nach über 20 Jahren erfolgreicher Vermittlung in der Dauerausstellung „Helmut Newton’s Private Property“ im Erdgeschoss des Museums für Fotografie erweitert die Helmut Newton Foundation das Ausstellungskonzept und verändert die bisherige Präsentation radikal. Die Grundidee, in diesem Raum über das Leben von Helmut Newton und seiner Frau June zu informieren, bleibt bestehen. Der Zwischenschritt der Transformation der bisherigen Dauerausstellung bietet ein filmisches „Intermezzo“ mit Helmut Newton in einem überwältigenden Filmraum. Im Erdgeschoss projizieren acht Videobeamer einen Film auf vier Leinwände. Der Film basiert in Teilen auf dem Filmporträt, das vor drei Jahren für eine große Newton-Ausstellung in A Coruña entstand, produziert von Profirst International in Zusammenarbeit mit dem Martin Salvador Studio für die dortige MOP Foundation. Ergänzt wird es durch bislang ungezeigtes Filmmaterial. Hierfür wurden unterschiedliche Quellen herangezogen, unter anderem Material von June Newton, das vor Kurzem im hauseigenen Archiv aufgearbeitet und digitalisiert wurde. Erstmals sehen die Besucher*innen damit nun auch in Berlin Interviews mit einem Dutzend Zeitzeugen, unter anderem mit Philippe Garner, Carla Sozzani, Jenny Capitain, Violetta Sanchez oder Matthias Harder und können das Werk Newtons gänzlich neu erfahren. Der Film ist zu einem Endlos-Loop zusammengeschnitten und bietet den interessierten Besucher*innen ein überraschendes und inhaltlich verdichtetes Erlebnis. Im hinteren Teil des Ausstellungsraums im Erdgeschoss des Museums hängen weiterhin knapp 100 Ausstellungsplakate von Newton, allerdings in einem veränderten Setting und ergänzt durch mehrere Plakate unterschiedlicher Alice Springs-Einzelausstellungen. In der 16 Meter langen Vitrine unter den Postern wurden die Vintage-Magazine mit Newtons publiziertem Werk für die neue temporäre Präsentation „Intermezzo“ durch andere Mode- und Lifestylemagazine ersetzt und mit Zeitschriften-Editorials von Alice Springs kombiniert, darunter Magazine wie Jardin des Modes, Elle, Vogue, Vanity Fair, Egoïste, Stern, The New Yorker, Photo oder Paris Match. Das langsame Abschreiten der Wandvitrine offenbart einen intensiven Einblick in die Entwicklung der Modefotografie und des sich wandelnden Frauenbilds in der westlichen Welt von den späten 1950er-Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, inklusive der revolutionären gesellschaftlichen Umbrüche in den 1960er- und 1970er-Jahren und ihren visuellen Auswirkungen – bis in die Mode hinein, die bekanntlich den Zeitgeist widerspiegelt. Spotlight: Behind the Frame In den Korridoren von „Intermezzo“, werden große Texttafeln mit illustrierten Biografien zum Leben und Werk von Helmut und June Newton sowie gerahmte Porträtfotografien der beiden präsentiert. Und gegenüber der riesigen Posterwand beginnt eine neue kuratorische Idee, die später unter dem Motto „Spotlight: Behind the Frame“ in unregelmäßigen Intervallen wiederholt wird: Eine jeweils ikonische Fotografie aus dem Werk von Helmut Newton oder Alice Springs wird in den Fokus gerückt, indem ihre Entstehungs- und Distributionsgeschichte anhand von Kontaktabzügen des Shootings, den Veröffentlichungen des konkreten Bildes, ggf. Notizen, vorbereitenden Polaroids und vergleichbaren Aufnahmen beleuchtet wird. Die Reihe beginnt mit „Rue Aubriot“, der legendären Modeaufnahme Newtons aus Paris, aufgenommen in der titelgebenden Straße für die französische Vogue im Jahr 1975, sowie der ersten Fotografie im Werk von Alice Springs: das rauchende männliche Modell, ein Werbebild für Gitanes-Zigaretten, aufgenommen 1970 ebenfalls in Paris. Diese Ausstellungsidee im Miniaturformat soll später auch von Gastkurator*innen weitergeführt werden, wodurch ein externer, frischer Blick auf das Werk von Helmut Newton und Alice Springs ermöglicht wird. Die Foundation und ihre Archive werden auf diese Weise im wahrsten Wortsinn für eine Neubegegnung geöffnet. Eine Sonderausstellung der Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Helmut Newton, June with Cheetah, Ramatuelle 1976 © Helmut Newton Foundation)
Ausstellungen
| Ausstellung