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Ausstellungen | Ausstellung

Forms of Alignment

Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Forms of Alignment, kuratiert von Daniel Laufer und Constanze Murfitt, ist als künstlerisch-zeitgenössische Diskursausstellung konzipiert. Im Zentrum steht nicht die Darstellung festgeschriebener Identitäten, sondern die Frage, wie Beziehungen entstehen: zwischen Menschen und Räumen, Institutionen und Öffentlichkeit sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Fünf künstlerische Positionen arbeiten mit Raum, Sprache, Bildlichkeit, Material und sozialen Strukturen. Ihre Arbeiten untersuchen Relationen nicht nur als harmonische Verbindungen, sondern ebenso als fragile, mitunter widersprüchliche Aushandlungen. Beziehung erscheint als etwas, das nicht einfach gegeben ist, sondern hergestellt, getragen, geschützt, begrenzt und immer wieder neu verhandelt werden muss. Gerade in diesen Prozessen treten Ambivalenzen hervor: Nähe kann Schutz bedeuten, aber auch Ausschluss erzeugen; Ausrichtung kann Orientierung geben und zugleich Hierarchien und Abhängigkeiten sichtbar machen. Der denkmalgeschützte Ausstellungsort ist dabei nicht bloß Kulisse, sondern aktiver Teil der Ausstellung. Seine räumlichen, historischen und institutionellen Bedingungen – Denkmal, Öffentlichkeit, Schutz, Schwelle, Fragment und Rekonstruktion – werden als Material ernst genommen. Die Arbeiten treten mit diesen Voraussetzungen in Beziehung, reagieren auf sie, widersprechen ihnen oder verschieben ihre Bedeutung. Auf diese Weise entsteht ein Gefüge, in dem Gegenwart und Geschichte nicht voneinander getrennt erscheinen, sondern sich gegenseitig überlagern. Zugehörigkeiten werden an diesem Ort zwangsläufig mitgelesen. Sie bilden jedoch nicht das kuratorische Ordnungsprinzip. Entscheidend ist vielmehr, welche Fragen die einzelnen Arbeiten öffnen, welche Beziehungen sie herstellen und welche Spannungen sie sichtbar machen und aushalten. Forms of Alignment versteht Ausstellung daher nicht als abgeschlossenen Raum eindeutiger Aussagen, sondern als Ort der Begegnung, der Reibung und der Neuordnung. Der Titel verweist auf unterschiedliche Formen des Sich-Ausrichtens: auf körperliche, soziale, politische, räumliche und institutionelle Konstellationen. „Alignment“ meint dabei weder vollständige Übereinstimmung noch harmonische Einheit. Gemeint ist vielmehr ein vorläufiges Verhältnis, das sich aus Annäherung, Verschiebung, Widerstand und wechselseitiger Abhängigkeit bildet.
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Stolz und Vorurteil - Juden im Blick

Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Woher weiß eine KI, wie Juden aussehen? Woher wissen Sie es? Und kann es das überhaupt geben: ein Bild von Jüdinnen und Juden, das der Vielzahl jüdischer Lebenswirklichkeiten, ihrer widersprüchlichen Geschichte und Gegenwart gerecht wird? Versuche, dieses Bild zu kreieren hat es immer gegeben – in der Kunstgeschichte, in Hollywood und neuerdings auf Social-Media-Plattformen wie TikTok. Auch der Filmemacher Nico Beyer hat diesen Versuch unternommen. Seine hier gezeigten Kurzfilme sind Porträts, Miniaturen jüdischer Gegenwart in Europa, die als skizzenhafte Einblicke keinen Anspruch auf Gesamtdarstellung erheben. Trotzdem wollen sie zeigen, mit welchem Stolz, welchem Zweifel, welcher Normalität, sich ihre jüdischen Protagonisten vor der Kamera inszenieren. Das Credo der Filme: viele Bilder, statt des einen Bildes von Jüdinnen und Juden. Nur sind auch diese vielen Bilder umkämpft. Sie müssen sich vor dem Blick von außen, den Zuschreibungen einer nichtjüdischen Mehrheit, ebenso behaupten wie imj innerjüdischen Ringen um Repräsentationsansprüche.. Wer zeigt hier also wen und wie? Hörbar werden diese Behauptungskämpfe in der Audioinstallation, die die Filme von Nico Beyer umgibt. Dort finden sich alle Schwierigkeiten, die der heutige Blick auf Jüdinnen und Juden sowie ihre (Selbst-)Darstellung in Bildern mit sich bringt: verzerrende Stereotype, Hasskommentare in den sozialen Medien, KI-Fakes, antiisraelische Bildpropaganda infolge der Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und die grundsätzliche Frage, ob es unabhängig von dieser antisemitischen Bilderflut ein selbstbestimmtes, wahrhaftiges Bild von Juden geben kann.
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Preis der Nationalgalerie 2026:
Maurizio Cattelan. NIGHT

Staatliche Museen zu Berlin

Mit „NIGHT“ präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Einzelausstellung des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan in Deutschland. Die Ausstellung findet im Rahmen des Preis der Nationalgalerie 2026 statt, für den Maurizio Cattelan von einer internationalen Jury ausgewählt wurde. Sie vereint wichtige historische Werke Cattelans und neue Arbeiten in dem ikonischen Mies-van-der-Rohe-Gebäude. Die Ausstellung vereint Schlüsselwerke wie „Him“ (2001), „Novecento“ (1997), „La Rivoluzione Siamo Noi“ (2000) und das von Günter Grass’ „Die Blechtrommel“ inspirierte „Untitled“ (2003) mit neuen Arbeiten. Gemeinsam verhandeln sie zentrale Motive in Cattelans Schaffen: die fragile Grenze zwischen Unschuld und Gewalt, die Konstruktion von Identität sowie die fortwährende Präsenz historischer Erinnerung. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine eigens für die Neue Nationalgalerie entwickelte ortsspezifische Installation. Mit dieser neuen Auftragsarbeit greift Cattelan behutsam in die räumliche Ordnung des Hauses ein, verändert so die Art und Weise, wie das Gebäude genutzt und erlebt wird, und eröffnet neue Formen der Begegnung. Vertraute Ausstellungsformen treten zugunsten einer Präsentation zurück, die von Aufmerksamkeit, Reflexion und gemeinsamer Erfahrung geprägt ist. Dadurch verschieben sich die Beziehungen zwischen Werk, Publikum und Architektur. Die von Mies van der Rohe entworfene Neue Nationalgalerie in Berlin bildet hierfür einen besonderen Resonanzraum. Ihre ikonische Architektur wird nicht nur zum Ausstellungsort, sondern selbst zum aktiven Bestandteil der Inszenierung und prägt maßgeblich die Wahrnehmung und Erfahrung der gezeigten Arbeiten. In Berlin präsentiert, entfaltet sich „NIGHT“ in einem deutschen Kontext, der von vielschichtigen historischen Erfahrungen und fortwährenden Prozessen des Erinnerns geprägt ist. Während gesellschaftliche Narrative über Generationen hinweg immer wieder neu befragt werden, tritt Cattelans Werk in ein Spannungsfeld ein, in dem Bilder, Symbole und Formen der Repräsentation weiterhin aktiv verhandelt werden. Der Künstler Maurizio Cattelan Seit den frühen 1990er-Jahren zählt Maurizio Cattelan (geboren 1960 in Padua) zu den prägenden Stimmen der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten greifen vertraute Bilder auf, die tief im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und verschieben deren Bedeutung durch minimale, oft irritierende Eingriffe. Dabei widmet sich Cattelan Themen, die gesellschaftlich, historisch oder emotional besonders aufgeladen sind: Religion, Kindheit, Autorität und generationsübergreifende kollektive Traumata. Mit einer Bildsprache, die zwischen Ironie, Provokation, Überzeichnung und formaler Reduktion oszilliert, hinterfragt er etablierte Narrative und eröffnet neue Perspektiven auf Erinnerung, Glauben und gesellschaftliche Machtstrukturen. Mit „NIGHT“ kehrt Maurizio Cattelan nach Berlin zurück – zwanzig Jahre nachdem er die 4. Berlin Biennale mitkuratierte. Kuratorisches Team Die Ausstellung wird kuratiert von Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie, mit Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, in enger Zusammenarbeit mit Maurizio Cattelan. Der Preis der Nationalgalerie Der im Jahr 2000 von den FREUNDEN der Nationalgalerie initiierte Preis der Nationalgalerie hat sich in den vergangenen 25 Jahren als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland etabliert und würdigt Künstler*innen, die die nationale und internationale Kunstlandschaft nachhaltig prägen. 2026 tritt der Preis der Nationalgalerie mit dem Umzug in die Neue Nationalgalerie in eine neue Phase ein und bietet eine*r Künstler*in die einmalige Gelegenheit, eine fokussierte und ambitionierte Ausstellung in der ikonischen Glashalle zu realisieren. Das Format spiegelt den Anspruch der Nationalgalerie wider, bedeutende Kunst nach Berlin zu bringen. Die Jury für den Preis der Nationalgalerie 2026 setzt sich zusammen aus Emma Lavigne (Direktorin der Pinault-Sammlung, Paris) und Sam Keller (Direktor der Fondation Beyeler, Basel) sowie Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie). Neben den Jurymitgliedern waren auch die Kurator*innen der Nationalgalerie und die Mitglieder der FREUNDE der Nationalgalerie vorschlagsberechtigt. Die Ausstellung im Rahmen des Preis der Nationalgalerie wird ermöglicht von den FREUNDEN der Nationalgalerie und gefördert BMW. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie, Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Bild: Maurizio Cattelan, Detail, 2026 © Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Ivan Erofeev)
Ausstellungen | Ausstellung

Ryuichi Sakamoto:
seeing sound, hearing time

Staatliche Museen zu Berlin

Die Ausstellung ist die erste große Retrospektive des Komponisten und Künstlers in Europa. Ryuichi Sakamoto gilt als Pionier der elektronischen und experimentellen Musik, der die Grenzen zwischen Klang, Film, Performance und bildender Kunst immer wieder neu definierte. Seit den 2000er-Jahren entwickelte Sakamoto dreidimensionale Klangräume, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen wie Shiro Takatani und Carsten Nicolai oder dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“ zeigt sieben Werke in fünf großformatigen Installationen und eröffnet zur Berlin Art Week. Die Ausstellung rückt die Schnittstelle von Klang und Kunst ins Zentrum, die seit seiner Gründung vor 30 Jahren ein Markenzeichen des Hamburger Bahnhof ist. Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zeigt auf rund 1.500 Quadratmeter in den Rieckhallen sieben Werke in fünf großformatige Installationen des Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto. „IS YOUR TIME“ (2017), in der ein durch den Tsunami 2011 zerstörtes Klavier zum Objekt für Klänge wird, beruht auf digital umgewandelten seismologischen Daten von Erdbeben weltweit in Echtzeit. Weitere Installationen sind ausgehend von seinem Album „async“ (2017) in enger Kooperation mit dem Künstler Shiro Takatani und dem Filmmacher Apichatpong Weerasethakul entstanden. Zwei Filme von Carsten Nicolai in der Ausstellung verwenden Musik des letzten Albums „12“ von Sakamoto, ein Klangtagebuch, das er 2021 bis 2022 aufgenommen hat. Der Komponist und Künstler Ryuichi Sakamoto Ryuichi Sakamoto (1952-2023) war ein Komponist, Produzent und Künstler, geboren in Tokio. 1978 debütierte er mit dem Album „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der legendären Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Sein vielfältiges Schaffen umfasst Popalben, viele klassische Werke, zwei Opern und fast 45 Original-Film- und TV-Soundtracks. Für seine Filmmusik erhielt er zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Auch in der Kunstwelt war Sakamoto aktiv: Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt (Seoul, 2018; Peking, 2021; Chengdu, 2023–2024; Tokio, 2024–2025; Phuket, 2026; Hong Kong 2026). Als Aktivist engagierte er sich jahrzehntelang für Umweltschutz und Weltfrieden. Er gründete die Organisation „more trees“ zur Waldrettung und das „Tohoku Youth Orchestra“, um die Opfer des Tohoku-Erdbebens durch Musik zu unterstützen. Sakamoto starb am 28. März 2023. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Die Ausstellung wird kuratiert von Ingrid Buschmann, Kuratorin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zusammen mit Sachiko Namba, Kuratorin, Tokio. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November 2026, an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist. In Zusammenarbeit mit KAB Inc./KAB America Inc. und Dumb Type Office Ltd. Die Ausstellung wird unterstützt von den Hamburger Bahnhof International Companions e. V. Gefördert durch EU-Japan Fest Japan Commitee und Agency for Cultural Affairs, Government of Japan Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Ryuichi Sakamoto & Shiro Takatani, async–immersion tokyo, 2024, Installationsnansicht „Ryuichi Sakamoto | seeing sound, hearing time“, Museum of Contemporary Art Tokyo (MOT) 2024 © courtesy the artist, KAB Inc. / Takeshi Asano)
Ausstellungen | Ausstellung

fuga - Klangausstellung von Netta Weiser

Staatliche Museen zu Berlin

Netta Weiser (geboren 1991 in Israel) arbeitet an der Schnittstelle von Klanginstallation, Performance und experimentellem Radio. Der Hörraum im Humboldt Forum präsentiert ihre erste Klangausstellung in Berlin. In ihrer interdisziplinären Praxis entwickelt Weiser choreografische Zugänge zu Klang und erforscht, wie Radioübertragungen verdrängte Geschichten hörbar machen und kollektives Hören temporäre Gemeinschaften entstehen lässt. In „fuga“ verweben sich Archivklänge aus dem Ägypten der 1930er-Jahre, queere Geschichten und diasporische Erinnerungen zu einer choreografischen Hörerfahrung. „fuga“ geht aus Weisers künstlerischer Forschung im Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums in Berlin hervor. Im Zentrum ihrer Recherche stand eine Sammlung von Wachswalzenaufnahmen, die die deutsch-jüdische Komponistin Brigitte Schiffer (1909–1986) in den 1930er-Jahren in Ägypten anfertigte. Schiffer studierte Komposition und Vergleichende Musikwissenschaft in Berlin. Im Rahmen ihrer Dissertation unternahm sie Feldforschungen in der abgelegenen Oase Siwa im Westen Ägyptens. Mit einem Phonographen dokumentierte sie eine Vielzahl vokaler Praktiken der dort lebenden Amazigh-Gemeinschaft. Zu ihren Aufnahmen gehören seltene Klangdokumente, darunter Frauenlieder, Totenklagen und Arbeitsgesänge. Nach ihrer Dissertation im Jahr 1935 floh Schiffer vor dem nationalsozialistischen Regime nach Ägypten, wo sie die folgenden drei Jahrzehnte lebte und zu einer prägenden Persönlichkeit des kulturellen Lebens im kosmopolitischen Kairo wurde. Durch Klang, Performance und räumliche Komposition nähert sich Weiser Schiffers Aufnahmen als lebendige Spuren. Aus einer queeren diasporischen Perspektive aktiviert sie das Archiv neu und macht zum Schweigen gebrachte Erzählungen sowie eine subversive Geschichte von Gefühlen hörbar. Klanginstallation in zwei Teilen Die Klanginstallation entfaltet sich in zwei Teilen. Der erste basiert auf der Aufnahme einer Gruppe von Kindern, die während eines Trauerzugs in der Sahara eine Totenklage singen. Schiffer selbst komponierte 1934 ein von dieser Melodie inspiriertes Werk. In ihrer Komposition verbindet Weiser die Originalaufnahme aus Siwa mit Auszügen aus Schiffers Komposition, elektronischen Klängen, die aus den Wachswalzen gewonnen wurden, sowie Reenactments von Kindern. Gemeinsam mit dem Flötisten Roy Amotz entwickelte Weiser Improvisationen als Reaktion auf dieses Material. Der zweite Teil kreist um eine Sammlung von Gesängen von Landarbeitern während der Dattelernte in Siwa. Diese Wechselgesänge erklangen von den Spitzen der Palmen über die Gärten der Oase hinweg. Ihre Texte verweben Themen wie Migration, wirtschaftliche Not und Andeutungen queerer Liebe. Weiser arbeitete mit dem Sänger Chanan Ben Simon zusammen, der die vokalen Gesten der historischen Aufnahmen neu verkörpert und dabei die antwortende Stimme hörbar macht, die im Archiv fehlt. Das Ergebnis ist ein gerufener Liebesgesang zwischen gegenwärtigen und historischen Stimmen, eingebettet in eine Klanglandschaft aus Rauschtexturen, die aus den ursprünglichen Wachswalzenaufnahmen entwickelt wurden. Entstanden vor dem Hintergrund der anhaltenden Kriege im Nahen Osten, reflektiert die Arbeit die persönliche Auseinandersetzung der Künstlerin mit Fragen von Migration, künstlerischer Praxis in Zeiten des Kriegs sowie dem Umgang mit sich wandelnden politischen Realitäten. Die räumliche Komposition entfaltet sich in kreisförmigen Bewegungen um die Zuhörenden und betont die zyklische Wiederkehr von Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven von Zeit und Ort. Begleitet wird die Klanginstallation von einer sechskanaligen Videoarbeit von Itay Marom. In einer langsamen Bewegung durch eine einzelne Archivfotografie des Kinderchors, die in Schiffers Dissertation von 1936 reproduziert wurde, fügt die Arbeit eine visuelle Ebene von Bewegung, Textur und Erinnerung hinzu. Der Hörraum Speziell für die einzigartige akustische Architektur des Hörraums im Humboldt Forum entwickelt, aktiviert „fuga“ den Raum als choreografische Hörumgebung. Das dreidimensionale räumliche Audio-System des Hörraums lässt den Klang durch den gesamten Raum wandern und macht das Hören zu einer körperlichen und immersiven Erfahrung. So versteht „fuga“ das Archiv nicht als statisches historisches Dokument, sondern als einen Ort des Dialogs, der Transformation und als lebendiges Terrain, auf dem verkörperte Formen von Wissen erneut hervortreten können. Über die Künstlerin Netta Weiser (geboren 1991, Israel) ist eine in Berlin lebende Künstlerin und Choreografin. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Klanginstallation und experimentellem Radio. 2019 gründete sie „Radio-Choreography“, ein langfristig angelegtes künstlerisches Forschungsprojekt, das sich mit der Übersetzung von Tanz in Klang, dem Verhältnis von Live-Radio und verdrängten Geschichten sowie mit kollektivem Zuhören als choreografischer Praxis beschäftigt. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, zuletzt an der Akademie der Künste und dem KW Institute for Contemporary Art Berlin, im Tanzquartier Wien, Badischen Kunstverein Karlsruhe, an der University of Cambridge, bei der Tanznacht Berlin, im Onassis Stegi Athen, beim WDR (Westdeutscher Rundfunk), bei TONSPUR im MuseumsQuartier Wien, im Suzanne Dellal Centre for Dance Tel Aviv, im Zwerglgarten Pavillon Salzburg sowie in der Villa Medici Rom. Weiser erhielt Stipendien des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin sowie des VALIE EXPORT Center Linz. Darüber hinaus gestaltet sie eine monatliche Radiosendung auf reboot.fm – Freies Künstler*innenradio aus Berlin. Mitwirkende Künstler: Flöte: Roy Amotz Gesang: Chanan Ben Simon Video: Itay Marom Toningenieur & Elektronik: Michael Hauschke Forschungsdialog: Prof. Dr. Matthias Pasdzierny Begleitprogramm zur Ausstellung: Die Ausstellung wird begleitet von einem öffentlichen Programm mit Performances, Gesprächen, kollektiven Hör-Sessions im Humboldt Forum sowie einer begleitenden Radioserie auf reboot.fm: Geführte Listening Session zur Langen Nacht der Museen (29. August 2026, 18:30 Uhr) Klang-Performance im Hörraum (29. August 2026, 20 Uhr) Gespräch: „Brigitte Schiffer: Sounds of Exile“ (16. September 2026, 17 Uhr) Radioserie zur Ausstellung Öffnungszeiten: „fuga“ läuft im Hörraum im zweiten Obergeschoss, von Mittwoch bis Montag jeweils von 16 bis 18:30 Uhr. Besonderer Dank an Eleanor und Naomi Volaski Aram. (Bild: Hörraum im Humboldt Forum © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Alexander Schippel)
Ausstellungen | Ausstellung

InterNationalgalerie#1:
Nationalmuseum in Warschau

Staatliche Museen zu Berlin

Zum Auftakt einer neuen Kabinett-Reihe in der Alten Nationalgalerie ist das Nationalmuseum in Warschau zu Gast auf der Museumsinsel. 1876 eröffnete der preußische König feierlich die „National-Galerie“ auf der Museumsinsel. Entgegen der auf dem Giebel befindlichen Aufschrift „Der deutschen Kunst“ war die Sammlung von Beginn an international und wurde zu einer der wichtigsten deutschen Sammlungen französischer Avantgarde ausgebaut. In ihrer neuen Reihe „InterNationalgalerie“ lädt die Alte Nationalgalerie über die nächsten Jahre kontinuierlich Nationalgalerien und -museen aus aller Welt ein, um mit einem Schaufenster im Haus präsent zu sein und sich entlang von besonders aktuellen Themen und Fragen dem internationalen und dem Berliner Publikum vorzustellen. Den Auftakt der Reihe macht das Nationalmuseum in Warschau unter dem Titel „Die Erfindung der Mythen“. Die Präsentation findet im 1. Ausstellungsgeschoss statt. (Bild: Jan Matejko, Portrait dreier Kinder des Künstlers, 1870 Foto: fot. Piotr Ligier / Muzeum Narodowe w Warszawie)
Ausstellungen | Ausstellung

Wechselwirkung

Staatliche Museen zu Berlin

Das Prinzip der ungewöhnlichen Nachbarschaft spielt eine wichtige Rolle im Surrealismus. „Schön wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“ hieß es schon bei Lautréamont, den André Breton im Ersten Manifest des Surrealismus zitiert. Denn die überraschende Begegnung von Dingen, die man für gewöhnlich nicht miteinander in Verbindung bringt, lässt etwas Drittes entstehen, ein Rätsel, das unsere Wahrnehmung stimuliert und unser Denken auf überraschende Bahnen zu lenken vermag. Die Gegenüberstellung von Werken des Fotografen Kai Bornhöft und Stillleben des Malers Frank Tornow erzeugt eine ähnliche Wechselwirkung. Wobei im vorliegenden Fall die Rollen vertauscht zu sein scheinen: Wird grundsätzlich eher dem Medium der Fotografie eine abbildhafte Funktion zugesprochen, ist es hier die Malerei von Tornow, die es erlaubt, die dargestellten Dinge auf Anhieb zu benennen. Umgekehrt scheint die für gewöhnlich der Malerei eingeräumte Freiheit der Erfindung in den Fotografien Bornhöfts die Darstellung zu bestimmen: Erst bei näherem Hinschauen lassen sich die Motive der bisweilen durch mehrmaliges Umkopieren entstandenen analogen Fotografien identifizieren. In der Begegnung der Werke der beiden Künstler wird dieses jeweils „andere“ des Mediums besonders deutlich. Dabei verbindet sich die exquisite, an Chardin erinnernde Maltechnik mit Bornhöfts Blick für die rätselhaften Dimensionen des scheinbar Nebensächlichen ebenfalls zu etwas „Drittem“, das wie hinter einem Schleier verborgen ist. Zugleich (und vielleicht sogar eben dadurch) schärft es die eigene Wahrnehmung, auch bei der Betrachtung anderer Werke. Eine derartig „starke Wechselwirkung“ bringt das Schauen und Denken zum Tanzen, wie in der Quantenphysik – oder im Surrealismus. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: Yves Tanguy, Ohne Titel, 1946, Gouache auf schwarzem Papier / Max Ernst, Poire (Birne), 1925, Aquarell, Bleistift, Frottage auf Papier Fotonachweise: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Volker-H. Schneider // Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders © VG Bild-Kunst, Bonn 2026)
Ausstellungen | Ausstellung

Die Berge Tirols

Staatliche Museen zu Berlin

Kuhglocken, die Berliner Hütte im Zillertal, Gletschermüll und eine Statue des Heiligen Nikolaus‘ – sie alle verbindet die Tiroler Berglandschaft. Die Ausstellung beleuchtet die Beziehungen zwischen Menschen und Bergen damals und heute. Neben historischen Objekten präsentiert sie Kunstwerke, Filme, Lieder und interaktive Stationen. Eine Ausstellung für Bergfans, Familien und Neugierige! Tirols Berge wirken vertraut: Die Bilder von schneebedeckten Gipfeln, unberührter Natur und Berghütten prägen heute das Image der Region. Wer genauer hinsieht, entdeckt auch Autobahnen, Staudämme und Skilifte. Dies ist kein Gegensatz, sondern Teil einer Region, deren Berge vielfältig genutzt werden. Die Berge prägen das Leben der Menschen in Tirol. Gleichzeitig formen die Menschen die Berge selbst. Zur schönen Landschaft gehören ihre wirtschaftliche Nutzung und wissenschaftliche Erforschung ebenso wie Handel und Reisen. Die Ausstellung widmet sich den Bergen im österreichischen Bundesland Tirol, wo globale Herausforderungen wie der Klimawandel und Massentourismus besonders deutlich werden. Welche Lösungen finden die Menschen, um mit den Herausforderungen umzugehen? Welche Strategien gibt es, wenn Tourismus und Almwirtschaft zu Nutzungskonflikten führen, wenn die Bedrohung durch Lawinen und Felsstürze zum Alltag gehört oder wenn der Schnee im Skigebiet ausbleibt? Ob Lawinensprengung oder Gletschermüll, Almkranz oder Schluchtenteufel: Die Berg-Geschichten in dieser Ausstellung sind manchmal schön, manchmal schaurig, aufregend oder berührend. Sie zeigen, wie vielfältig die Beziehungen zwischen Menschen und Bergen sind. Aber auch Berlin spielt eine Rolle: Die Tiroler Berge sind seit über 150 Jahren Teil der Berliner Freizeitkultur – sowohl bei den sogenannten Alpenbällen um 1900 als auch durch die Sektion Berlin des Alpenvereins, die im Zillertal ihre „Berliner Hütte“ errichtete. Entdecken und Mitmachen Die Ausstellung präsentiert auf ca. 300 m² historische und aktuelle Objekte, Grafiken und Fotos, Filme und Lieder sowie Kunstwerke. Die geschätzte Aufenthaltsdauer beträgt 60 bis 90 Minuten. Interviews und zusätzliche Materialien laden dazu ein, sich mit ausgewählten Themen tiefergreifend zu beschäftigen. Interaktive Stationen laden dazu ein, selbst aktiv zu werden: Materialien wie Zirbelholz oder Flachs zu ertasten, sich in den Fantasiebergen zu fotografieren, Spiele auszuprobieren oder eigene Bergcollagen zu gestalten. Ein Audioguide (Deutsch/Englisch) begleitet durch die Ausstellung. Für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren gibt es einen eigenen „Wanderpfad“ zum Entdecken, Nachforschen und Mitmachen. Kinder, Jugendliche und Familien sind ausdrücklich willkommen. Europäische Kulturtage: Tirol Mit der Ausstellungseröffnung finden die 22. Europäischen Kulturtage statt (26. Juli bis 23. August 2026), die sich in diesem Jahr Tirol widmen. Hier gibt es die Möglichkeit, die Region und ihre Kultur kennenzulernen und sich mit anderen Interessierten auszutauschen. Ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Lesungen, kulinarischen Veranstaltungen, Open-Air-Kino, Klettertag und Jodel-Workshop lädt dazu ein, Tirol aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Unterstützt durch den Verein der Freunde des Museums Europäischer Kulturen und Tirol Werbung Medienkooperation: HIMBEER „Die Berge Tirols“ ist eine Sonderausstellung des Museums Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Tiroler Volkskunstmuseum, den Ötztaler Museen, dem Institut für Geschichtswissenschaften und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Innsbruck, dem Österreichischen Alpenverein, der Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins und dem Österreichischen Kulturforum Berlin. (Bild: Die Ausstellung des MEK präsentiert eine Vielzahl von Objekten und Geschichten. © Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug)
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Sofie Dawo. Textile Experimente

Staatliche Museen zu Berlin

Die 1926 im Saarland geborene Textilkünstlerin Sofie Dawo hat ein zwar kleines, aber äußerst bedeutendes Werk hinterlassen, das hier exemplarisch vorgestellt wird. Ihre textilen Werke sind eigenständige Bild-Kunstwerke, deren Herstellungsprozesse mit dem spezifischen Material in das Objekt eingeschrieben sind. Dawo kalkulierte dabei das Unvorhersehbare, die, wie sie sagte, „auftauchenden Überraschungen“ bewusst ein. Ihre textilen Experimente sind frei von jeder Funktion oder Anwendung und entziehen sich einer eindeutigen Zuordnung in die Kategorien Kunst oder Handwerk – sie stehen für sich. Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Sofie Dawo, ohne Titel, 1963, Wolle, Kordel, Leinen, Wollschuss in Leinenkette, geknotet Foto: Jochum Rodgers)
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Fotografie erzählt Skulptur

Staatliche Museen zu Berlin

Skulpturen begegnen uns heute häufiger im Bild als im Original. Fotografien prägen unseren Blick auf plastische Kunst und bestimmen, wie wir sie wahrnehmen, erinnern und verstehen. Die Ausstellung Fotografie erzählt Skulptur macht diese Perspektivverschiebung sichtbar: Sie bringt Skulpturen und ihre fotografischen Abbilder in einen direkten Dialog und lädt dazu ein, das Sehen selbst neu zu entdecken. Über sechzig Fotografien vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart treten dabei in Beziehung zu sieben ausgewählten Skulpturen vom 11. bis zum 17. Jahrhundert. In neun thematischen Kapiteln entfaltet sich eine Geschichte des Sehens, die zeigt, wie Skulpturen durch fotografische Mittel wie Lichtführung, Bildausschnitt und Perspektive inszeniert und interpretiert werden. Die Ausstellung verbindet die Skulpturensammlung des Bode-Museums mit dem bislang wenig bekannten Fotoarchiv des Hauses. Ein umfangreich bebilderter Begleitband mit Beiträgen von Dr. Franziska Lampe (Photothek, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München), Prof. Dr. Kathrin Müller (Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin) und weiteren Beitragenden vertieft die Fragestellungen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven. (Bild: Clarence Kennedy (1892-1972), Prinzessin von Urbino, vor 1928 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0)
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2101 – Future Ceramics
Tischkultur der Zukunft

Staatliche Museen zu Berlin

Wie werden die Menschen in Zukunft leben? Und wie werden sie essen und trinken, welche alltäglichen Rituale der Tischkultur könnten sich im Jahr 2101 entwickeln? Mit diesen Fragen haben sich Studierende der Universität der Künste (UdK) im Rahmen des Seminars „2101 – FUTURE CERAMICS | Tischkultur der Zukunft“ intensiv beschäftigt. Zwölf Arbeiten sind nun im Berliner Kunstgewerbemuseum (KGM) zu sehen. Anhand spekulativer Szenarien entwarfen die Studierenden experimentelles Geschirr, das mögliche zukünftige Formen des Zusammenlebens widerspiegelt. Neben klassischen Designprozessen nutzten die Studierenden auch KI-gestützte Werkzeuge, um ihre Zukunftsvisionen zu visualisieren und zu erzählen. Keramik, insbesondere Porzellan, diente dabei als zentrales Material, das wegen seiner Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und kulturellen Bedeutung ausgewählt wurde. Häufig spielen in den Visionen der Studierenden Rituale eine Rolle: Das Zusammenkommen in der Familie gewinnt an Bedeutung, ebenso das zeremonielle gemeinsame Speisen und Trinken. Im Kontext und als Reaktion auf mögliche künftige Klimakatastrophen, die soziale Entfremdung in verdichteten Megacities oder die Vereinsamung im digitalen Zeitalter entwarfen die Studierenden Trinkgeschirr mit Klangcodes, Gefäße zur rituellen Zubereitung von Tee, ein Service, das zum Teilen einlädt, oder ein Stapelgeschirr für neuartige Nahrungsmittel wie Gelees, Algen oder Insekten. Auch Trinkpokale, Duftgefäße und Jardinieren als Tischschmuck entstanden, jeweils im Kontext künftiger Gesellschaftsszenarien. Die Arbeiten werden inmitten der historischen Porzellane und Fayencen aus dem Bestand des KGM gezeigt. So entsteht ein Dialog zwischen den Zukunftsvisionen der jungen Designer*innen und der Tafelkultur vergangener Epochen. Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit der Universität der Künste, Fachbereich Produktdesign (Bild: Jannes Bock, Tischgeschirr „Cielo“, 2026, Biskuitporzellan Foto: Jannes Bock)
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[ materialistin ]
Matter of Care, Care of Matter

Staatliche Museen zu Berlin

[ materialistin ] zeigt Skulpturen und raumspezifische Installationen im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, die sich mit gesellschafts- und kulturpolitischen Fragestellungen auseinandersetzen. Die Gruppenausstellung der acht in Leipzig arbeitenden Bildhauer*innen Laura Eckert, Enne Haehnle, Elisabeth Howey, Lucy König, Agnes Lammert, Wibke Rahn, Theresa Rothe und Sophie Uchman hebt neue Formen kollektiver Praxis und Solidarität hervor. Sie ist ein Signal, das im Jubiläumsjahr weit über den Hamburger Bahnhof hinausweist. Die [ materialistin ] ist eine Gruppe Leipziger Künstlerinnen, deren Arbeits- und Handlungsschwerpunkt im erweiterten Feld der Skulptur liegt. Die Künstlerinnen arbeiten mit Stahl, Stein, Gips und Beton, pflanzlichen Fasern und nachwachsenden Rohstoffen, Wachs und Ton. Sie produzieren skulpturale Objekte sowie raumspezifische Installationen. Die Gruppe positioniert sich zu feministischen sowie gesellschafts- und kulturpolitischen Fragestellungen: Sie agiert solidarisch und ist nicht hierarchisch organisiert. Den körperlichen, ökonomischen und logistischen Herausforderungen im Feld der Bildhauerei setzen die Mitglieder das Teilen von Erfahrungswissen, Werkzeugen, Kontakten und Netzwerken entgegen. Die altersübergreifende Struktur stellt eine Besonderheit im Kunstfeld dar. Katalog zur Ausstellung Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Kurator Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November 2026, an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist. Die Ausstellung wird unterstützt von den Hamburger Bahnhof International Companions e. V. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin (Bild: [ materialistin ], Meet Me At, Ausstellungsansicht KV Leipzig, 2023 © courtesy the artist / VG Bild-Kunst Bonn, 2025 / Sophia Kesting)
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Sammlungsintervention im Münzkabinett zum 250. Unabhängigkeitstag der USA

Staatliche Museen zu Berlin

Im Rahmen der Programminitiative "We the People" der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum 250. Unabhängigkeitstag der USA zeigt das Münzkabinett eine Sammlungsintervention. Das Münzkabinett erinnert mit zwei Sondervitrinen an den Jahrestag der US-amerikanischen Unabhängigkeit: Ausgewählte Münzen und Medaillen beleuchten die wechselvolle Geschichte der USA zwischen Aufbruch, Einwanderung und inneren Konflikten. Auch die Frage, woher der Dollar seinen Namen hat, wird beantwortet. Zudem ist eine amerikanische Medaillenikone der Revolutionszeit mit dem Bildnis von George Washington zu sehen. (Bild. Duvivier, Benjamin: George Washington ca. 1820-1835 Bilddateien sind lizenziert als Public Domain Mark 1.0. Berlin, Münzkabinett der Staatlichen Museen, 18321891. Aufnahme durch Karsten Dahmen. Medailleur/in: Pierre Simon Benjamin Duvivier)
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Sommer Sammelsurium

Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Die Stiftung Neue Synagoge versteht sich gleichermaßen als Erinnerungs- und Begegnungsort. Das Haus verbindet dabei jüdische Geschichte mit jüdischer Gegenwart und eröffnet Räume für Austausch, Reflexion und unterschiedliche Perspektiven. So nutzen wir in diesem Sommer einen ansonsten mit Ausstellungen gefüllten Raum und erproben Neues. Digitale Elemente machen vergangene Orte und Geschichten neu erfahrbar und zeigen dabei, was neue Formen des Erinnerns sein könnten. Und originale Bruchstücke des ehemaligen Gebetssaals sowie Filmmaterial und Objekte aus unserer Sammlung, die sonst verborgen bleiben, dienen als haptische Spuren der Vergangenheit und lassen uns diese neu befragen. Zugleich richten wir den Blick nach vorn und fragen uns und Sie: Welche Erinnerungen sollen bleiben, welche Lücken gefüllt werden? Wie weiter in einer Welt, die stets Umbrüche erlebt und wenig Raum für das Innehalten bietet?
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Ausstellung: Meine Sprachen

Goethe-Institut Berlin

„Was bedeuten dir deine Sprachen?” – diese Frage hat das Goethe-Institut München seinen Teilnehmenden gestellt. Die vielfältigen Perspektiven der Antworten greift der Münchener Grafikdesigner Sven Quaß in seinen Kalligrafien auf. Text und Illustration verbinden sich und zeigen gemeinsam, welche Bedeutung Sprache und Sprachenvielfalt für Menschen haben können. durchgängig geöffnet
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Mirae kh Rhee:
Weiterreichen

Staatliche Museen zu Berlin

Was sehen wir in Museen? In Vitrinen und hinter Absperrungen erscheinen die Dinge vor allem statisch. Mirae kh Rhee beschäftigt sich damit, wie die Objekte an ihren heutigen Platz gelangten. Die Künstlerin hinterfragt, wer warum was sammelt(e) und welche Botschaften über Sammlungen unterschiedlichster Art vermittelt werden. Nicht zuletzt durch die Mobilität von Menschen haben Sammlungsobjekte ebenso wie jene, die sie kreierten, bemerkten, bewahrten und weitertrugen, eine bewegte Geschichte hinter sich! Mirae kh Rhee ist eine interdisziplinär und forschungsbasiert arbeitende Künstlerin, die in Deutschland, Kalifornien und Süd-Korea tätig ist. Von ihrer eigenen diasporischen Identität ausgehend, untersucht sie in ihrer künstlerischen Arbeit Themen wie Sammelpraktiken und -geschichten, erzwungene Migration oder kulturelle Aneignung und erzählt autoethnografische Geschichten. Die aktuelle Präsentation ist Teil eines Langzeitprojekts, das das Konzept der Kuriositätenkabinette aus der Perspektive eines transnationalen Feminismus und mit dekolonisierenden Ansätzen betrachtet. Darin beleuchtet Mirae kh Rhee etablierte Sammlungserzählungen und blickt kritisch auf Sammelpraktiken zwischen Europa und Asien. Sie analysiert elitäre Sammlungskonzepte, die der Demonstration von Macht und der Konstruktion von Identität dienen. Ausstellungsbesuchende sind eingeladen, sich mit ihrer eigenen Praxis des Sammelns auseinanderzusetzen. Nach Ausstellungseröffnung erscheint eine Broschüre, die auf dieser Seite auch als Download zur Verfügung gestellt wird. Die Ausstellung wird kuratiert von Uta Rahman Steinert, Museum für Asiatische Kunst, in Kooperation mit der Künstlerin. Eine Sonderausstellung des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen des Projekts Kollaboratives Museum (CoMuse) im Humboldt Forum, Raum 318 und 319 (Bild: Mirae kh Rhee, The Artist and Her Books, 2022 © Mirae kh Rhee / Foto: Aleks Slota)
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Tür zur Geschichte

Staatliche Museen zu Berlin

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums wird ein historischer Raum neugestaltet. Er macht die wechselvolle Baugeschichte der Alten Nationalgalerie neu erlebbar. Die Alte Nationalgalerie, seit 1999 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Museumsinsel, ist ein einzigartiges Baudenkmal, dass die vielfältige Geschichte der Sammlung widerspiegelt. Schon 2001 wurde im Zuge der Generalsanierung ein historischer Raum im ersten Ausstellungsgeschoss für das Publikum zugänglich gemacht. Ehemals Teil einer über 300 m² großen Skulpturenhalle, bewahrt der Raum Spuren aus 150 Jahren Baugeschichte – von der Gründung über den Einbau der sogenannten Justi-Kabinette bis hin zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Anlässlich des Jubiläums der Nationalgalerie wird dieser Raum neu gestaltet und der Blick in die Geschichte der Nationalgalerie um ein Kabinett erweitert. Besucherinnen und Besuchern können visuell in den historischen Raum eintauchen. Das zugeordnete Kabinett gibt Einblicke in die Sammlungsgeschichte anhand dreier Monumentalwerke der Nationalgalerie. Zudem sind die Besuchenden im Modul „Meine Nationalgalerie“ eingeladen, sich Themen zu wünschen. (Bild: Werner Tübke, Große Wiese, Tafel 4 aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland, 1979–1981 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2025)
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Tausendmal Berlin

Staatliche Museen zu Berlin

Berlin ist ein Ort ständiger Bewegung und Aushandlung, an dem sich künstlerische, politische und migrantische Wege begegnen. Anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums präsentiert der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart eine neue Sammlungspräsentation zur Berliner Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute. Über 70 Werke von mehr als 50 Künstler*innen, darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen, spiegeln Berlins Mythos von Hedonismus und Subkultur im internationalen Kontext. Berlin ist mit der historischen Teilung der Stadt, konkurrierenden Erzählungen und der Komplexität unterschiedlicher Zugehörigkeiten verbunden. Kunst, die in Berlin entsteht, ist gleichzeitig Spiegelbild des politischen Weltgeschehens. Hier lebende und arbeitende internationale Künstler*innen machen Berlin zum Mikrokosmos globaler politischer Bewegungen und Krisen. Diesem Wechselspiel der Kunst mit der Stadt widmet sich die neue Sammlungspräsentation mit Werken von Cemile Sahin, Katharina Grosse, Mona Hatoum, Rirkrit Tiravanija, Katharina Sieverding, Thomas Struth, Danh Vo und vielen mehr. Für die neue Sammlungspräsentation setzt der Hamburger Bahnhof den langjährigen Austausch mit der Kunstsammlung des Bundes fort. Die Sammlungspräsentation wird zusätzlich durch eine Reihe von Neuerwerbungen ergänzt. Bekannte Hauptwerke von Robert Rauschenberg oder Isa Genzken sind mit selten und zum Teil noch nie gezeigten Werken zu sehen. Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart und Charlotte Knaup, Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Die Ausstellung wird unterstützt von den Hamburger Bahnhof International Companions e. V. Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin (Bild: Cemile Sahin, BB – Born to Bloom, Detail, 2025 Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin/ Paris/Seoul Stills © Cemile Sahin)
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100 Beste Plakate 25. Deutschland Österreich Schweiz

Staatliche Museen zu Berlin

Die einhundert besten Plakate des Jahres 2025 sind da! Vom 12. Juni bis 5. Juli 2026 werden die Gewinnermotive des Wettbewerbs „100 Beste Plakate 25“ am Kulturforum ausgestellt. Sie zeigen das Neueste und Aufregendste im aktuellen Grafikdesign. Der Wettbewerb „100 Beste Plakate D A CH“ feiert dieses Jahr sein 25. Jubiläum. 2001 wurde er im Zusammenschluss der drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz neu gegründet. Seit 2008 ist die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin ausrichtender Partner für die Erstpräsentation der jährlichen Gewinnerschau in der Hauptstadt. Auch 2026 war die Beteiligung am Wettbewerb hoch, mit 2.297 Einzel- und Serienplakaten des Vorjahres, eingereicht von 676 Studios und Gestalter*innen. Das Kulturplakat ist stark vertreten. Internationale Jury Wie stets lag die Auswahl der „100 Besten Plakate“ in den Händen einer international besetzten Jury. Diesmal wählten folgende Designer*innen aus: Enrico Bravi (Wien), Malte Martin (Paris), Sascia Reibel (Berlin), Sven Tillack (Stuttgart) und Annik Troxler (Riehen bei Basel). Die Jury prämierte 30 Arbeiten aus Deutschland, 62 aus der Schweiz und 8 aus Österreich, von Auftragswerken bis zu studentischen Projekten. Gestalterisch zeigt sich 2025 als ein selbstbewusster Jahrgang, der in minimalistischer Typografie und Schwarz-Weiß ebenso überzeugend auftritt wie in großen Bildgesten und expressiven Farbkonstellationen. Grafikdesign mit Botschaft Die diesjährige Jury hat sich jedoch nicht nur auf formalästhetische Qualitäten konzentriert, sondern auch ein Schlaglicht auf gesellschaftskritische Inhalte gesetzt: Es wird in kräftigen Lettern und lauten Farben zum Umdenken und Widerstand aufgefordert, für Menschenwürde und queere Rechte protestiert, Mut zur Wut gemacht. Zum 1. Mai demonstrieren untergehakte Buchstaben für „Solidarität statt Hetze“, ein „Für Alle“ aus Spitze verbildlicht sozialdemokratische Ziele und eine Blüte aus Händen die Schönheit des kollektiven human touch. „Buy Buy Culture“ und „Degrowth“ fordern Alternativmodelle zum Kapitalismus, während sich der Text der klimakritischen Ausstellung „keep cool“ in kleinste Schattenflächen drängen muss und Greenpeace den Countdown einläutet. Das gut gestaltete Plakat zeigt wieder seine Kraft als politischer Botschaftsträger. Materialitäten Faszinierend ist die Fülle an (analogen) Materialien und Techniken, die Eingang in die (digitale) Plakatgestaltung finden. Die experimentelle Bandbreite ist groß: Von Stroboskop-Bildern aus Olivenöl, Schmutz und Kreide über Fingerschrift in Tusche bis hin zu Pen-Plottern. Eine Plakatserie arbeitet mit Kressesamen, um „Unsere Klimaziele“ in ein lebendiges Bild zu übersetzen. Beim Drucken kommen Risografie und Siebdruck ebenso zum Einsatz wie Kraftpapier und Glanzlacke. Für den „Salon d’Amour“ dienten komplexe Collagen aus Fotos textiler Performance-Masken als Plakatmotive. Grafikdesign umarmt künstlerische Praxis ganz ohne Berührungsängste. Tour und Jahrbuch Vom 12. Juni bis 5. Juli 2026 werden die „100 Besten Plakate 25“ bei freiem Eintritt am Kulturforum präsentiert. Nach diesem Auftakt in Berlin gehen sie ab Juli 2026 auf Tournee in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie in Korea und an weitere Orte. Zur Ausstellung erscheint das Jahrbuch „100 Beste Plakate 25 D A CH“ bei Slanted Publishers. Buch und Erscheinungsbild sind gestaltet von Ira Ivanova und Lou Hillereau (Berlin). Veranstaltungen Im Rahmen der Ausstellung finden zwei öffentliche Veranstaltungen am Kulturforum statt. Der Eintritt ist kostenlos. Freitag, 19. Juni 2026, 18 Uhr 100 Beste Plakate 25 – Meet the Designers Dialogischer Ausstellungsrundgang mit Grafikdesigner*innen der prämierten Entwürfe Mittwoch, 1. Juli 2026, 18 Uhr Nah dran! Grafikdesign von cyan seit 1992 Ein Abend im Gespräch mit Daniela Haufe und Detlef Fiedler Die 100 Besten Plakate werden präsentiert von der Sammlung Grafikdesign der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Wettbewerbsveranstalter 100 Beste Plakate e. V. Eine Ausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem 100 Beste Plakate e. V. (Bild: 100 Beste Plakate 25 Deutschland Österreich Schweiz, Keyvisual Design: Ira Ivanova @i_ira und Lou Hillereau @louhllr, D-Berlin)
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Tierisch gut!
Fauna und Flora in Kunst aus Japan

Staatliche Museen zu Berlin

Tiere und Vögel zählen auch in Japan neben Pflanzen, Landschaften und Menschen zu den populärsten Themen der Kunst. Von Tigern über Affen bis hin zu Elefanten und Mäusen bringt diese Auswahl aus der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst einen veritablen Zoo auf Bildern, Graphiken, Keramiken und Lackobjekten zusammen, der sich auch bei sommerlichen Temperaturen entspannt in den klimatisierten Museumsräumen im Humboldt Forum genießen lässt. Tiger, die mit ihrem Fauchen Wind hervorrufen, und Drachen, die aus den Wolken Regen bringen, stehen in Ostasien für die Kontrolle der Elemente und der wilden Natur. Sie sind daher eng mit der Darstellung von Macht verbunden. Mäuse und Ratten werden für ihre Intelligenz und die Fähigkeit bewundert, selbst in den entlegensten Ecken den lebensnotwendigen Reis aufzuspüren. Da Reis in Japan bis in das 19. Jahrhundert auch als Zahlungsmittel diente, wurden sie zu einem Symbol für Wohlstand. Andere Tiere, wie etwa die Pferde, die nach dem ostasiatischen Tierkreis das Zeichen des Jahres 2026 verkörpern, dienten als Nutztiere, als Freunde und Begleiter der Menschen. Ungesattelt auf der Weide stehen sie aber auch für unbändige Freiheit und ungezügelte Energie. All diese und viele weitere Qualitäten lassen sich auf den von Menschenhand gefertigten Darstellungen unserer tierisch guten Mitbewohner dieses Planeten entdecken. Eine Wechselpräsentation des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum, Raum 318, „Kunst aus Japan“ (Bild: Gan Ku (1749/1756-1838), Tiger, Detail, 1822, rechter Stellschirm eines Paares zu je 6 Paneelen, Tusche und Farben auf Papier © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst, Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann / Jörg von Bruchhausen)

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